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Nach dem Shutdown

Datum: 24.04.2020Quelle: Grünes Hotel zur Post | Ort: Salzburg

Österreich geht erste Schritte in Richtung Normalität: Ende April sollen die Ausgangsbeschränkungen weitgehend aufgehoben werden, kleinere Geschäfte haben bereits wieder geöffnet, gastronomische Betriebe sollen Mitte Mai folgen. Auch eine Grenzöffnung zu Deutschland steht im Raum.
Indes bereitet man sich im grünen Hotel zur Post in Salzburg darauf vor, den Betrieb zumindest eingeschränkt wieder aufnehmen zu können. In einem umfangreichen Statement erklärt Hoteldirektor Georg Maier, welche Maßnahmen getroffen wurden, damit der Alltag im Hotel möglichst hygienisch und risikoarm von Statten gehen kann. Im Interview verrät er außerdem, wie er und seine Familie die Zeit der Schließung verbracht haben und was er von den öffentlichen Beschränkungen gegen die Verbreitung des Virus hält.

Das Statement des Hotels

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Georg Maier bei der Verleihung von Österreichs Hotelier des Jahres

„Die erste Etappe für die Salzburger Hotellerie ist geschafft und für Schlüsselkräfte gibt es ab sofort eine Aufhebung der Betretungssperre in Hotels. Wir vom grünen Hotel zur Post in Salzburg haben alle Mitarbeiter in Kurzarbeit halten können und haben seit dem Shutdown alle Kraft und Energie in den „Neustart“ gelegt. Dabei haben wir für unsere Gäste folgendes Programm ausgearbeitet: Um den Check-In so unkompliziert wie möglich zu halten, bieten wir einen Schlüssellieferservice für in Salzburg ansässige Firmen an. Familie Maier liefert ökologisch mit dem Rad oder Elektroauto. Reisende können ihren Zimmerschlüssel außerdem an der Rezeption oder aus dem Schlüsselsafe kontaktlos übernehmen.

“Wir haben seit dem Shutdown alle Kraft in den Neustart gelegt.”

Unser Bio-Frühstück servieren wir des weiteren à la Carte mit ausreichend Tischabstand im Frühstücksraum, bringen es aufs Zimmer oder bereiten es zum Mitnehmen vor. Die Rechnung wird nach Abreise per E-Mail gesendet oder unkompliziert von einer gewünschten Kreditkarte abgebucht. Unsere hohen Hygiene-Standards haben wir um eine „Corona-Reinigung“ erweitert. Das heißt im speziellen die ständige Desinfektion aller Türklinken, Fernbedienungen, Schlüsselsafe, Badezimmer und Oberflächen, an denen eine Kontamination denkbar wäre. Weiterhin stehen unseren Gästen ein Desinfektionsmittel und Schutzmasken im Eingangsbereich zur Verfügung. Unsere Gäste und Mitarbeiter schützen wir an der Rezeption außerdem mit einer Plexiglastrennung. Alle Zimmer sind standardmäßig mit Desinfektionsmittel ausgestattet, die auch im Haus im Handtaschenformat käuflich zu erwerben sind.”

Georg Maier im Interview

Herr Maier, wie haben Sie die vergangenen Wochen seit Beginn der Corona-Krise empfunden?

Es war bis jetzt, besonders zu Beginn, eine sehr ungewöhnliche Situation. Unser Betrieb war noch nie so lange geschlossen wie jetzt, wir hatten daher aber auch persönlich noch nie so eine erholsame Zeit mit der Familie.

Wie haben Sie die Zeit der Schließung überbrückt?

Da auch die Kinder zu Hause waren, wurde zusammen viel gespielt und die Zeit für vieles genutzt, für das sonst keine Zeit ist. Wir haben den Garten auf Vordermann gebracht und natürlich auch an die berufliche Zeit danach nachgedacht.

Trotz gelockerter Regelungen wird der große Urlaubsandrang ja wohl ausbleiben. Wie sehen Sie die kommende Sommersaison 2020?

Die Saison 2020 wird sicher nicht den Erwartungen wie vor der Krise entsprechen. Wir müssen wahrscheinlich schauen, dass wir die Mitarbeiter über das ganze Jahr behalten können. Vorerst ist es wichtig, dass wir die Betriebe in vollem Umfang öffnen dürfen, dann stellt sich die Frage, wann und ob die Grenzen zu unseren Nachbarn, vor allem Deutschland, geöffnet werden und zum Schluss spielt auch die von Ihnen angesprochen Reiselust eine Rolle. Wir können diese Faktoren alle nicht beeinflussen und lassen uns überraschen. Grundsätzlich sind wir guter Dinge, dass zumindest im nächsten Jahr der Städtetourismus wieder zurückkommt.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus der aktuellen Lage, auch für die Zukunft Ihres Hotels?

Wir können die Situation nicht ändern. Das Hotel zur Post ist ein Familienbetrieb, der schon seit über 70 Jahren besteht, und wir werden auch diese Zeit überstehen. Wir hatten seit unserem Umbau vor 20 Jahren jährliche Steigerungen und jetzt geht es einmal ein oder zwei Jahre nach unten, aber es kommen sicher auch wieder bessere Zeiten.

Wie sehen Sie den Umgang der Politik in Österreich mit der Corona-Krise?

Zu Beginn hat sich die österreichische Bundesregierung sehr professionell verhalten. Es war bestimmt wichtig, das unliebsame Maßnahmen getroffen wurden. Jetzt, nach fünf oder sechs Wochen des sogenannten Shutdown, sollte aber zügig wieder alles in „Schwung“ kommen. Man muss natürlich die unliebsamen Maßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und Abstand halten in Kauf nehmen und hoffen, dass es zu keiner zweiten, großen Ansteckungswelle kommt. Ansonsten bin ich über die Möglichkeit der Kurzarbeit sehr froh, da ich so alle meine Mitarbeiter im Betrieb halten konnte.

Herr Maier, vielen Dank für das Gespräch!

Die Maßnahmen des Hotels im Detail

1 Empfang – Check In / Check Out:

  • Abstand mit Markierungen festlegen vor der Rezeption – grüner Kunststoffrasen
  • Mehrmals tägliche, regelmäßige Desinfektion Rezetion-Pult und Türgriffe
  • Plexiglas für die Rezeption event. aufhängen
  • Handdesinfektion im Eingangs- bzw. Receptionsbereich
  • Handdesinfektion (kl. Fläschchen) käuflich zu erwerben
  • Einheitlicher Mundschutz für Mitarbeiter
  • im Safe hinterlegte Schlüsselkarten
  • Schlüsselkarten werden an die Firmen in Maxglan mit Fahrrad oder Elektroauto zugestellt
  • Schlüsselkarten im Kuvert aufhängen, etwa an der Garderobe, vor dem Spiegel etc.
  • Einbahnregelung vom Haupteingang bis zum Seiteneingang
  • Dünne, grüne, nachhaltige Handschuhe beim CheckIn und CheckOut
  • Beim Eingang gibt es einen Mund-Nasen-Schutz zum Nehmen, inkl. Desinfektionsständer

2 Reservierung- und Zahlungsvorgang:

  • Rechnungen per E-Mail verschicken
  • Zahlungen über Kreditkarte oder Überweisung
  • Gästeblatt Online über neues GastroDAt Tool ausfüllen, event. ohne Unterschrift
  • Barzahlungen nur in Ausnahmefällen

3 Frühstücksservice:

  • Kein Frühstücksbüffet
  • Frühstück ToGo
  • Frühstückskörberl-Tablet auf die Zimmer
  • Frühstück nach Vorbestellung im Frühstücksraum
  • vorbereitete Tische
  • Tische werden nach jedem Gast desinfiziert
  • Tische mit Abstand aufstellen

4 Frühstücksküche:

  • arbeiten mit Mundschutz und event. Handschuhe
  • Desinfektionsseife
  • Oberflächendesinfektion

5 Reinigung Etage:

  • Tägliche Desinfektion der Türgriffe, Fenstergriffe, Fernbedienung TV
  • Mundschutz
  • Zusätzlicher Spender mit Desinfektionsmittel für die Gäste im Bad

6 Reinigung bzw. Desinfektion – öffentliche Räume und Frühstücksraum:

  • Mehrmals, tägliche Desinfektion der Türgriffe und Oberflächen

7 Waschküche:

  • Noch öfter Hände waschen

8 Hausmeister:

  • arbeitet nur mit Mundschutz

9 Büros:

  • Mundschutz

10 Mitarbeiter allgemein:

  • Einheitlicher Mundschutz
  • Vermehrtes Händewaschen
  • Dünne, grüne, nachhaltige Handschuhe
  • Gezielte Mitarbeiter Einschulung in jeder Abteilung
  • Einteilung der Mitarbeiter in zwei Teams, damit sich im Anlassfall eine gesunde Mannschaft um die Gäste kümmern kann

Benjamin Lemm / Gastroinfoportal

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