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Mensa to go

So geht Mensa to go

Datum: 11.05.2020Quelle: Studentenwerk Osnabrück, Studierendenwerk Stuttgart, Gymnasium Tegernsee | Fotos: Ziesing, Michael Fuchs | Ort: München

Um zumindest ein bisschen Umsatz mit den, wenn auch wenigen Gästen vor Ort zu machen, haben einige Studentenwerke und Schulmensen die Lösung Take-away auf ihren Betrieb heruntergebrochen – mithilfe eigens programmierter Apps, extern unterstützt oder aus einer Weihnachtsmarkthütte heraus.

Studentenwerk Osnabrück – per App organisiert

Das Studentenwerk Osnabrück startete am 4. Mai mit dem Pilotprojekt Mensa to go, einem mobilen Essensangebot für Selbstabholer. Studierende und Bedienstete der Hochschulen können aus zwei Gerichten wählen und den Bestellvorgang über die von Studierenden neu programmierte App Swosy abwickeln.
Geschäftsführer Stefan Kobilke will mit diesem Service Studierende in Krisenzeiten mit leckeren Gerichten versorgen. „Wir starten in der Mensa Schlossgarten und werden dann bewerten, wie gut das Angebot angenommen wird. Ab dem 11. Mai wird es das Angebot auch in der Mensa Westerberg geben“, sagt er.

Welche besonderen Rahmenbedingungen wurden erarbeitet?

  • Die App Swosy zeigt beim Bestellen die vorgegebenen Abholzeiten zwischen 11.40 und 14.10 Uhr an.
  • Um den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Meter zu wahren, können alle 10 Minuten maximal 15 Personen versorgt werden.
  • Ein Wegeleitsystem führt die Gäste durch die Mensa.
  • Einlass gibt es nur mit dem vorgeschriebenen Gesichtsschutz.
  • Der Kunde kommt mit niemandem direkt in Berührung.
  • Hoher Hygienestandard in der Küche ergänzt durch Mundschutz, zusätzliche Zwischendesinfektion und Einhaltung der Abstandsregeln von 1,5 Metern in der Produktionskette.
  • Nachhaltige, kompostierbare Einwegverpackungen aus Zuckerrohr
  • Ab sofort ist keine Bargeldbezahlung mehr möglich. Der Kunde kann bargeldlos mit der CampusCard bezahlen und die Karte vor Ort an Automaten aufwerten.

Die Speisekarte bietet täglich jeweils ein Gericht für Fleischesser und Veganer. Zur Wahl steht dann z. B. Good Life Bowl mit Saté vom Huhn oder mit Falafel. Lasagne Macinata mit Tomaten-Lauchsauce oder Tofu Cubes mit Champignons und Austernpilzen auf Kräuterreis. „Bei der Verpackung achten wir auf Nachhaltigkeit“, betont Theo Thöle. „Die Schalen und Deckel sind aus Zuckerrohr und kompostierbar.“

Studierendenwerk Stuttgart – einen Tag vorher bestellen

Das Studierendenwerk Stuttgart bietet die Take-away-Verpflegung schon etwas länger an. So wird seit 6. April eine Notversorgung, in Kooperation mit einem externen Caterer, der regulär auch dessen Kitas beliefert, angeboten. Studierende, Hochschulbedienstete sowie Mitarbeiter des Studierendenwerks können von Montag bis Freitag aus zwei Gerichten wählen – mit Fleisch oder vegetarisch – und bis 14 Uhr ihre Bestellung per Mail beim Studierendenwerk aufgeben. Das Essen kann am nächsten Tag zwischen 11.30 und 12.30 Uhr in den Mensen in Stuttgart-Mitte oder -Vaihingen abgeholt werden. Bezahlt wird bargeldlos mit Chipkarte.

Andreas Grafmüller, Leiter Gastronomie im Studierendenwerk Stuttgart

Wie wird das Angebot bisher angenommen?

„Das Angebot Mensa to go wird gut angenommen, wenn man bedenkt, dass die Hochschulgebäude geschlossen waren und auch jetzt der Vorlesungsbetrieb weitestgehend online stattfindet. An unserem Standort am Campus Stuttgart-Vaihingen ist die Nachfrage höher als in Stuttgart-Mitte: Bis zu 60 Essen werden hier derzeit täglich ausgegeben. Am Campus Vaihingen gibt es nur wenige Verpflegungsmöglichkeiten, unser Angebot wurde daher vor allem von stuvus, der Verfassten Studierendenschaft, sehr begrüßt“, erzählt Andreas Grafmüller, Leiter Gastronomie im Studierendenwerk Stuttgart.

Welche besonderen Rahmenbedingungen wurden erarbeitet?

  • Die Essensausgabe erfolgt an den Info-Points in den Mensen – getrennt durch Plexiglas. Dazu wurde in Stuttgart-Vaihingen am Info-Point eine Plexiglasscheibe angebracht, in Stuttgart-Mitte war diese bereits vorhanden.
  • Wegeleitsystem der Gäste mittels Absperrbändern: zum Info-Point und wieder nach draußen, um die Bildung von Menschentrauben zu vermeiden und den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten
  • Mittels Aushängen sowie über die Online-Kommunikation werden die Gäste gebeten, die gängigen Hygienevorschriften einzuhalten.
  • Alle Beschäftigten sind mit waschbaren Mund-Nase-Bedeckungen ausgestattet.
  • Je Standort sind täglich im Durchschnitt fünf Mitarbeiter vor Ort, die sich um die Abwicklung der Essensausgabe und die Kasse kümmern.
  • Das Essen wird in beschichteten Einweg-Aluschalen geliefert.

Gymnasium Tegernsee – externe Mensahütte

Die Hütte stammt vom örtlichen Weihnachtsmarkt.

Seit dem 5. Mai bietet das Gymnasium Tegernsee zunächst an drei Tagen in der Woche, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zwischen 11.50 Uhr und 13.30 Uhr gewohnte Speisen aus der Mensa to go in der neu aufgestellten, sogenannten Mensahütte an der Seestraße an. Ausgetüftelt haben die externe Lösung die Mensabetreiber Iris und Rolf Ziesing (s. Titelbild), da laut offizieller Vorgaben kein Verkauf von Mittagessen im Schulhaus stattfinden darf.

„Die Idee aus einem Küchenfenster direkt herauszuverkaufen, haben wir wieder verworfen, weil es Einwände gab, dass schulfremde Personen auf das Gelände kommen – so entstand die Idee der Mensahütte am Rande des Geländes“, berichtet Rolf Ziesing. Bürgermeister Johannes Hagn stellte dem Unternehmerpaar hierfür eine Hütte des örtlichen Weihnachtsmarkts zur Verfügung, um die Schüler trotzdem mit warmen Speisen versorgen zu können. Das Angebot wird bisher von Eltern und Schülern sehr gut angenommen, langsam kommen aber auch die ersten Gäste aus der näheren Umgebung.

Welche besonderen Rahmenbedingungen wurden erarbeitet?

  • In der Hütte befindet sich fließend Warmwasser, ein Ausgabewagen mit 2 Becken 1/1 GN sowie ein kleiner Tisch und ein Kühlschrank.
  • Speisen können in einem Rieber thermoport CNS 3000 Wärmewagen hygienisch transportiert werden.
  • Technisch wären bis zu 200 Essen pro Tag möglich, im Moment sind es ca. 75
  • Telefonische oder Onlinevorbestellung per Mail, Facebook und Instagram
  • Den aktuellen Speisenplan findet man auf Facebook, Instagram, der Schulhomepage, aber auch per E-Mail, WhatsApp oder SMS.
  • Wenn das Geschäft zunimmt, werden auf dem Boden mittels Klebeband Markierungen erstellt.
  • Bezahlung erfolgt im Moment ausschließlich bar
  • Verpackungen aus Zuckerrohr, Pappe und Holz

Neben der Mensa to go bieten Iris und Rolf Ziesing zusätzlich den Pausenverkauf für die vorhanden Schüler unter Beachtung des Hygienekonzepts an.

Wie Schulverpflegung mittels Lunchpaketen funktionieren kann, zeigt das Beispiel von Carola Petrone von Il Cielo in Weßling. Sie hat sich zudem Gedanken gemacht, wie eine weitere Ausweitung der Schulverpflegung gelingen könnte.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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