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Mensa de luxe statt „gesund“

Datum: 08.03.19Quelle: BZfE | Foto: Colourbox.de | Ort: Berlin

Mensen sollten sich an der Lebenswirklichkeit der Schüler orientieren. „Gesund“ hat einen geringen Stellenwert, das soziale Umfeld hingegen besitzt einen hohen.

Vernunft vs. Gruppengefühl

Gesunde Ernährung? Damit können die meisten Kinder und Jugendlichen nichts anfangen. Viel wichtiger ist ihnen, dass Essen verlockend aussieht und schmeckt. Sie essen gerne zusammen mit ihren Freunden und orientieren sich bei der Bewertung von Essen an ihrer Peergroup und an Vorbildern in den Sozialen Netzwerken wie YouTube und Instagram. Viele Jugendliche sorgen sich um ihr Körpergewicht, ihre Figur, ihre Muskeln oder eine makellose Haut. Andere hingegen engagieren sich für Tierschutz, Klima und fair erzeugte Lebensmittel. Vernunftargumente wie „das ist gesund“ prallen hingegen ab und sind kontraproduktiv – selbst bei vielen Erwachsenen.

Schule muss an Lebenswirklichkeit anknüpfen

„Der Begriff Gesundheit macht Angst: Gesunde haben Angst, krank zu werden, Kranke haben Angst, noch kränker zu werden“, erklärt Prof. Dr. Johann Christoph Klotter von der Hochschule Fulda auf dem Wissenschaftlichen Symposium 2019 „Frühstück macht Schule“ der Verbraucherzentrale NRW Ende Januar in Düsseldorf. Schulen als Orte der Ernährungsbildung sollten deshalb vor allem gemeinsames Essen und Identifikation ermöglichen und an der Lebenswirklichkeit der Schüler anknüpfen.

„Schulmensa mal anders“

Dies berücksichtigt das kostenlose Konzept „Unser Restaurant-Tisch – Schulmensa mal anders“ vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). In der Schule mal von Mitschülern wie im Restaurant bedient zu werden, finden die meisten Jugendlichen cool. Die Idee ist einfach, aber wirkungsvoll: Ein Tisch in der Schulmensa wird reserviert und von den Schülern selbst bewirtschaftet. Anhand von Checklisten, Bestellzettel und Reflexionsbögen wird gezeigt, wie Lernende die Idee umsetzen und Essen in besonderer Atmosphäre servieren können. So werden die Jugendlichen motiviert, ihre Pause und das Schulessen aktiv mitzugestalten. Da der Menüplan der Mensen unverändert bleibt, brauchen sie nur das grüne Licht der Schulleitung, und es kann losgehen. Dann können sie ausprobieren, wie ihnen diese neue Essatmosphäre gefällt. Der Restaurant-Tisch kann auch für besondere Aktionen und Themen-Wochen genutzt oder in vereinfachter Form durchgeführt werden. Variationen und weitere Ideen sind im Material beschrieben.

Von und für Schüler

Die Maßnahme wird in erster Linie „von Schülern für Schüler“ durchgeführt und bringt viele Akteure zusammen. So können Jugendliche ihr Knowhow in die Schule tragen, beim Schulessen partizipieren und Veränderungen anstoßen, damit ihre Mensen attraktiver wird. Nebenbei haben sie viel Spaß beim gemeinsamen Essen.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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