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Aber sollte der Mehrwertsteuervorteil an die Gäste weitergeben werden?

Mehrwertsteuervorteil weitergeben?

Datum: 02.07.2020Quelle: Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit, Gastrofix, Gastronovi, Bundesregierung; Fotos: Colourbox, Teodorescu | Ort: München

Heute ist es (endlich) soweit: Der Mehrwertsteuersatz für Speisen in Restaurants und Gaststätten wird von 19 auf 7 bzw. 5 Prozent gesenkt. Wann und für welche Speisen und Getränke welcher Steuersatz gilt, haben wir übrigens in einem FAQ zur Mehrwertsteuersenkung für Sie zusammengefasst.

So oder so: Der reduzierte Mehrwertsteuersatz soll das Gastgewerbe in der Zeit der Wiedereröffnung unterstützen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Beschränkungen mildern.

Schon seit Tagen werben Unternehmen mit krummen Preisen und damit, rundum fair zu sein: „Wir geben den Mehrwertsteuervorteil weiter.“ Aber ist das wirklich fair? Immerhin sollte die Senkung der Mehrwertsteuer den Betroffenen helfen. Und das sind nunmal die Gastgeber, die wochenlang ihre Betriebe schließen und ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken mussten.

Gastgeber müssen den Mehrwertsteuervorteil nicht an Gäste weitergeben

Der Betriebsleiter Oliver Heller aus dem Hard Rock Cafe München hat dank der Mehrwertsteuersenkung genug zu tun.

Oliver Heller ist Betriebsleiter im Hard Rock Cafe München. Die reduzierte Mehrwehrsteuer an die Gäste weiterzugeben ist seiner Meinung nach nicht im Sinne des Erfinders: „Die ganze Aktion ist als Hilfestellung gedacht. Wir als Gastronomie brauchen die Unterstützung, immerhin waren unsere Betriebe wochenlang geschlossen.“

Alleine die Speisekarte in den kommenden Monaten öfters neu drucken zu lassen, wäre seiner Meinung nach zu aufwändig und auch kostspielig. Deshalb wird der Mehrwertsteuervorteil nicht an die Gäste weitergegeben.

Nichtsdestotrotz hat der Betriebsleiter dank der Mehrwertsteuersenkung genug zu tun. Immerhin muss das ganze Kassensystem umgestellt werden. „Wir arbeiten mit einem Kassensystem, das weltweit in allen Hard Rock Cafes im Einsatz ist. Änderungen werden demnach zentral vorgenommen, sodass ich den Ansprechpartnern in Amerika erstmal erklären musste, wo was geändert werden muss bzw. welche Preise angepasst werden müssen“, erklärt Oliver Heller. Er selbst könnte die Änderung im Kassensystem zwar auch vornehmen, allerdings „kann das nicht jeder Betreiber, denn nicht jeder kennt sich zwangsläufig damit aus“.

Auch im Bereich der Systemgastronomie ist nicht eindeutig, ob der Mehrwertsteuervorteil an die Gäste weitergegeben wird. Subway ist als Franchisesystem z. B. so organisiert, dass es seinen Franchisenehmern lediglich Empfehlungen zu den Verkaufspreisen der Produkte weitergibt. „Gesetzlich ist es damit so geregelt, dass die Franchisenehmer selbst für die Preisgestaltung in ihrem Restaurant zuständig sind und damit auch die Möglichkeit haben, am Ende selbst zu entscheiden, ob der Steuervorteil wahrgenommen wird“, so die Aussage auf die Nachfrage der Redaktion.

Umstellung des Kassensystems

Damit sich die Senkung der Mehrwertsteuer auch auf dem Kassenbon niederschlägt, müssen Gastronomen Anpassungen an ihrem Kassensystem vornehmen. „Wie kompliziert die Umstellung des Kassensystems auf die neue Mehrwertsteuer ist, hängt natürlich vom jeweiligen Anbieter ab. Wir für unseren Teil haben unseren Kunden eine kurze Anleitung an die Hand gegeben, mit denen Sie Gastrofix ganz einfach an die neuen Mehrwertsteuersätze anpassen können“, erklärt Wolfgang Robben von Gastrofix by Lightspeed. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen – eine für Kunden in Deutschland, die andere für Österreich – sind ab sofort bei den Kassensystem-Anleitungen zum Download verfügbar (unter „Basis-Funktionen“).

Gastronovi unterstützt Gastronomen mit einer All-In-One-Lösung bei der Umsetzung der neuen Beschlüsse. Die gesetzlich beschlossene Senkung der allgemeinen Mehrwertsteuer wird in Gastronovi Office fristgerecht automatisch umgestellt und aktualisiert. „Generelle gesetzliche Änderungen an Steuersätzen übernehmen wir in jedem Land automatisch. Damit schaffen wir bei Gastronomen nicht nur eine erhebliche Zeitersparnis, sie müssen sich durch die automatische Anpassung auch keine Gedanken machen, ob sie zum jeweiligen Zeitpunkt den richtigen Steuersatz ausgewählt haben“, erklärt Andreas Jonderko, Geschäftsführer von Gastronovi. Mehr dazu lesen Sie hier.

Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit

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