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Lockerungsmaßnahmen

Lockerungsmaßnahmen im Überblick

Datum: 27.04.2020Quelle: Deutschlandfunk, BR, SRF Medienkonferenz, Tagesspiegel, Focus | Foto: Colourbox.de | Ort: München

Rund einen Monat ist es her, dass in Deutschland, Österreich und der Schweiz das öffentliche Leben weitestgehend heruntergefahren wurde. Da die Fallzahlen der Neuansteckungen zurück gehen, gaben die Regierungen in der letzten Woche erste Lockerungsmaßnahmen bekannt, die Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Was bedeuten die Maßnahmen für die Schulverpflegung, die Gastronomie und Hotellerie in der DACH-Region? Wir geben einen Überblick:

Deutschland

Für die Gastronomie und die Hotellerie in Deutschland ändert sich vorerst noch nichts.

  • Restaurants müssen sich weiterhin auf Lieferservice oder Take-away beschränken.
  • Hotels dürfen nur Geschäftsreisende beherbergen. Wann sich diese Auflage lockert, ist noch nicht bekannt.
  • Eisdielen hingegen dürfen ihren Kunden unter Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln wieder Eis im Straßenverkauf anbieten.

Die Diskussionen über ein verantwortungsvolles „Wiederhochfahren“ der Branche sind in vollem Gange. Wie der Dehoga berichtet, steht die Frage danach am 30. April auf der Agenda eines Austauschs der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin. Um dafür entsprechende Vorschläge zusammenzustellen, steht der Dehoga im engen Austausch mit Ministerien, Behörden und Kollegen aus ganz Deutschland.

Der Schulbetrieb soll ab dem 4. Mai schrittweise beginnen. Bayern startet erst ab dem 11. Mai. Jedoch beginnt ab 27. April in den meisten Bundesländern der Unterrichtsbetrieb für die Abschlussklassen. Ausgenommen ist Baden Württemberg – hier beginnt dieser auch erst ab dem 4. Mai. In Nordrhein-Westfalen dürfen Abschlussklassen bereits seit dem 23. April wieder in die Schule. Für Abiturienten ist dies freiwillig, für die Klassenstufen 9 und 10 Pflicht. Sachsen öffnete die Schulen am 19. April für Schüler der Abschlussklassen. Und in Schleswig-Holstein liegt seitens der Landesregierung noch keine Entscheidung vor. Schulen und Kitas bleiben zunächst bis zum 4. Mai geschlossen.

Für die Öffnung gibt es besondere Rahmenbedingungen, z. B. die Einführung, Einforderung und Überwachung allgemeiner Verhaltensregeln, Unterricht in geteilten Klassen und zeitversetzte Pausen.
Was das für die Schulverpflegung bedeutet, ist aber teils noch ein großes Fragezeichen, in Bayern schloss Kultusminister Michael Piazolo „eine Verpflegungsleistung, durch Schulmensen und Pausenkioske im herkömmlichen Sinne“ aus. In einem Schreiben zur sukzessiven Wiederaufnahme des Schulbetriebs heißt es aber, dass „die Abgabe von Speisen zum Mitnehmen unter den genannten Voraussetzungen bzw. Automatenaufstellung möglich“ sei. Die genannten Bedingungen sind dabei allerdings sehr vage.

Schulöffnungen im Überblick

– Baden-Württemberg: Schulen öffnen ab 4. Mai
– Bayern: Schulen und Kindergärten sind noch bis 11. Mai geschlossen.
– Berlin: Unterricht für die zehnten Klassen seit 27. April. Ab dem 4. Mai folgen schrittweise weitere Jahrgänge.
– Brandenburg: Schul- und Kitabetrieb bleibt bis zum 4. Mai eingestellt.
– Bremen und Bremerhaven: Schulen öffnen ab 4. Mai schrittweise.
– Hamburg: Schulen öffnen ab 27. April schrittweise.
– Hessen: Schulen öffnen ab 27. April schrittweise.
– Mecklenburg-Vorpommern: Schulen seit 27. April teilweise geöffnet.
– Niedersachen: Ab 4. Mai soll der Schulbetrieb mit wenigen Klassenstufen beginnen.
– Nordrhein-Westfalen: Schulen öffnen schrittweise ab dem 20. April.
– Rheinland-Pfalz: Erste Schulen seit 27. April teilweise geöffnet, weitere ab 4. Mai.
– Saarland: Schulen öffnen wieder schrittweise ab 4. Mai.
– Sachsen: Schulen öffnen ab 20. April schrittweise wieder.
– Sachsen-Anhalt: Schulen und Kitas sind bis 4. Mai geschlossen.
– Schleswig-Holstein: Schulen und Kitas sind bis 4. Mai geschlossen.
– Thüringen: Schulen öffnen ab 27. April schrittweise wieder.

Kitas sollen erst ab dem 1. August zum Regelbetrieb zurückkehren. Bis dahin ist eine schrittweise Erweiterung der Notbetreuung ab dem 27. April vorgesehen.

Österreich

Ab dem 15. Mai darf die Gastro-Branche gespannt nach Österreich blicken. Denn Bundeskanzler Sebastian Kurz zieht eine Öffnung der Gastronomie ab dem 15. Mai in Erwägung. Die Details dazu sollen in den kommenden Tagen präsentiert werden – gemeinsam mit den neuen Ausgangsbeschränkungen, die ab 1. Mai gelten sollen. Sollte die Öffnung dort erfolgreich sein, könnten die Chancen dadurch auch für Deutschland steigen.

Schulen könnten ab dem 15. Mai stufenweise hochgefahren werden. Dies sei ebenfalls abhängig von den „Zahlen“, die – so Sebastian Kurz – derzeit „ausgezeichnet seien“. Für Abiturienten und Lehrlinge solle die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen ab dem 4. Mai beginnen.

Mit Blick auf die Reisefreiheit und den Tourismus sagte er, dass sich seine Landsleute schon einmal auf Sommerferien im eigenen Land einstellen sollten.

Schweiz

Ab dem 11. Mai sollen in der Schweiz obligatorische Schulen wiedereröffnet werden (In der Schweiz dauert die obligatorische Schulzeit elf Jahre und umfasst die Primarschule inkl. Kindergarten und die Sekundarstufe l. In der Sekundarstufe II müssen Jugendliche sich entscheiden, ob sie eine Lehre absolvieren oder eine allgemeinbildende Schule wie Gymnasium oder Fachmittelschule besuchen möchten.)

Restaurants müssen sich noch gedulden. Wie Christoph Nufer, Bundeshausredaktor SRF am 16. April in der Tagesschau Spezial berichtete, kann es sein, dass diese erst ab Juli oder August eröffnen dürfen.

Die Lockerungsmaßnahmen sollen unter einem ausgearbeiteten Schutzkonzept erfolgen und mit einem genauen Monitoring überwacht werden, um dann über weitere Schritte entscheiden zu können.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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