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Unternehmer kündigen gerade vorschnell ihre Lebensversicherung. Dabei gibt es Möglichkeiten, schnell und sicher Mittel aus den Verträgen zu bekommen und dabei die Altersvorsorge zu erhalten.

Mit der Lebensversicherung finanzielle Notlagen überwinden

Datum: 14.07.2020Quelle: Policen Direkt Versicherungsvermittlung | Fotos: ebd, Colourbox.de | Ort: Frankfurt am Main

Die Gastronomie- und Hotelbranche steckt trotz Lockerungen und Finanzhilfen tief in der Coronakrise. Viele Unternehmer kündigen deshalb vorschnell ihre Lebensversicherung. Dabei gibt es Möglichkeiten, schnell und sicher Mittel aus den Verträgen zu bekommen und dabei die Altersvorsorge zu erhalten.

Nach wochenlangem Stillstand läuft der Betrieb zwar vielerorts langsam wieder an, nicht jeder Gastronom hat aber seine Verluste mit einem Lieferdienst auffangen können. In Restaurants fällt zum Beispiel ein großer Teil der Mittagseinnahmen weg, weil viele Kunden noch im Homeoffice sind. Auch Cateringbetriebe wie Mensen und Schulverpfleger kämpfen um ihr Überleben, Hotels verzeichnen mancherorts noch immer rund 75 Prozent weniger Umsatz. Die finanzielle Schieflage droht für viele dauerhaft zu werden.

Finanziellen Mehrwert nicht verlieren

Rafael Kurz ist Chefredakteur von Policen Direkt, Marktführer im Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Er hat alle relevanten Informationen zum Thema Lebensverischerung zusammengefasst.

Das neue Konjunkturpaket und die Senkung der Mehrwertsteuer sollen den Wiedereinstieg erleichtern. Das kann bei vielen Betrieben aber die fehlenden Einnahmen der vergangenen und kommenden Monate nicht ausgleichen, denn den finanziellen Sofortmaßnahmen stehen aufwändige Hygienemaßnahmen entgegen. Kontaktverbote und Abstandsregeln erschweren das Geschäft. Viele Gastronomen und Hoteliers müssen jetzt an ihre Reserven und kündigen deswegen aktuell ihre private Lebensversicherung.

Aber Vorsicht: Wer die Lebensversicherung einfach beim Versicherer kündigt, verliert die Altersvorsorge, den Hinterbliebenenschutz und verzichtet auch noch auf wichtigen finanziellen Mehrwert. Deutsche Verbraucher verschenken jedes Jahr insgesamt rund 80 Mio. Euro, weil sie kündigen statt die Police am Zweitmarkt zu verkaufen. Dort gibt es außerdem weitere Methoden, mit der Lebensversicherung schnell und sicher an Geld zu kommen.

Stufen des Liquiditätsbedarfs

Je nach Stufe des Liquiditätsbedarfs stehen Unternehmen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Stufe 1: Ausgabenseite reduzieren – Beiträge für Lebensversicherung pausieren

Manches Unternehmen konnte während des Lockdowns den Betrieb zumindest teilweise aufrechterhalten, zum Beispiel mit Lieferdiensten. Nun läuft das Geschäft wieder, wenn auch nicht ganz auf Normalniveau.

Deshalb bietet sich hier womöglich eine kurzfristige Reduzierung der Ausgabenseite an. Neben der Stundung von Krediten – Banken zeigen sich aktuell kulant – lohnt sich ein Blick auf die Lebensversicherung. Eine wertvolle private Altersvorsorge ist nämlich mit nicht unerheblichen monatlichen Beitragszahlungen verbunden. Diese können aber pausiert werden.

Wichtig: Wer die Beitragszahlungen in der Lebensversicherung aussetzen will, sollte die vertraglichen Details für einen Wiedereinstieg kennen, denn in der Regel ist das abhängig von der Kulanz des Unternehmens. Bei älteren Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, darf die Beitragspause nicht länger als zwei Jahre sein. Nur so bleiben auch die Erträge auf weitere Einzahlungen steuerfrei. Liquidität über Dispokredit und Kosteneinsparung steht sofort zur Verfügung.

Stufe 2: Policendarlehen als unkomplizierte Geldquelle mit Erhalt der Altersvorsorge

Die Zinsen für einen Dispo sind auf Dauer einfach zu hoch, weswegen sich dieser nur als kurzfristiges Instrument eignet. Eine interessante Methode ist es, die Lebensversicherung zu beleihen. Das Policendarlehen ist ohne Schufa-Eintrag möglich. Besonders günstige Konditionen bieten hier Zweitmarkt-Unternehmen. Gerade Selbstständige schätzen den schnellen und unkomplizierten Zugriff eines Policendarlehens, der entscheidende Vorteil gegenüber Ratenkrediten. Zudem bleibt der Versicherungsschutz für Todesfall und Berufsunfähigkeit erhalten.

Die Zinszahlung erfolgt monatlich, nur die Tilgung ist endfällig. Sobald sich die finanzielle Lage wieder stabilisiert, kann die Summe in Teilbeträgen oder auch im Ganzen zurückgezahlt werden. Alternativ kann die Summe bei Vertragsende mit der Ablaufleistung verrechnet werden. Die Auszahlung erfolgt innerhalb von zwei bis drei Wochen. Auch Versicherer bieten diesen Service an, aber jüngste Vergleiche zeigen leider nur für eigene Verträge und zu meist nicht konkurrenzfähigen Konditionen.

Stufe 3: Lebensversicherung verkaufen mit bestmöglichem Mehrwert

Für viele Gastronomen und Hoteliers stellt sich diese Wahl aktuell aber leider nicht – sie benötigen langfristig Geld und müssen ihre Reserven komplett auflösen. In dem Fall sollte das immerhin zu den bestmöglichen Konditionen erfolgen. Es geht hier schließlich um jeden Euro und wertvollen Hinterbliebenenschutz. Wer seine Police einfach kündigt, hat schon verloren. Die Lebensversicherung zu verkaufen ist immer die bessere Alternative. Dabei profitiert der Verkäufer nämlich von drei bis sechs Prozent Mehrwert gegenüber dem Rückkaufswert beim Versicherer, in Einzelfällen sogar bis zu 15 Prozent. Bei einem Rückkaufswert von 50.000 Euro kann das leicht 3.000 Euro ausmachen. Der Aufwand unterscheidet sich dabei nicht von der Kündigung.

Auch Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, empfiehlt den Verkauf der Lebensversicherung in seinem aktuellen Corona-Podcast (Folge 29).

Neben dem finanziellen Vorteil ist der Hinterbliebenenschutz das entscheidende Argument für den Verkauf der Lebensversicherung. Denn bei einer Kapitallebensversicherung bleibt dieser teilweise erhalten. Stirbt die versicherte Person, erhalten die Erben vom Policenkäufer eine Todesfallleistung in Form einer nachträglichen Kaufpreiserhöhung – die Differenz der vom Versicherer gezahlten Todesfallleistung abzüglich aller bis dahin für den Policenkäufer angefallenen Kosten wie beispielsweise laufende Beiträge und Kaufpreis für die Police.

Lebensversicherung ist Vertrauenssache

Die Lebensversicherung zu verkaufen ist Vertrauenssache: Deshalb sollte der Verkauf der Lebensversicherung nur an ein Unternehmen erfolgen, das sich an die strengen Standards des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) hält. Mitgliedsunternehmen bezahlen beispielsweise den vereinbarten Kaufpreis immer unverzüglich nach Abtretung der Police durch den Versicherer und komplett und gewähren den Rest-Todesfallschutz. Von Anbietern, die Ratenzahlungen anbieten oder eine mögliche Rückzahlung der Kapitalertragssteuer nicht an den Kunden weitergeben, ist in jedem Fall abzusehen.

Rafael Kurz / Policen Direkt

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