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Der österreichische Caterer Gourmet über die Herausforderungen in der Kinderverpflegung in Zeiten von Corona.

Zusammenhalt während der Krise gewachsen

Datum: 15.07.2020Quelle: Redaktion Schulverpflegung | Fotos: Gourmet | Ort: Wien (A)

Schulverpflegung wie bisher ist passé. Wie Mensabetreiber und Schulcaterer die Umsetzung der Kinderverpflegung in Zeiten von Corona gewährleisten und was sich konkret verändert hat, wollen wir in einer Beitragsreihe aufzeigen. Dabei werfen wir einen Blick nach Österreich, wo der Caterer Gourmet aus Wien 2.700 Kindergärten, Horte und Schulen versorgt.

Coronakrise birgt Herausforderungen

Das österreichische Cateringunternehmen Gourmet ist als Spezialist für Kinderverpflegung tätig und bietet unter seiner Marke Gourmet Kids gesunde Ernährung, die auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt ist. Dabei kommen hochwertigen Zutaten zum Einsatz; bis zu 50 Prozent der verwendeten Lebensmittel bezieht das Unternehmen in Bio-Qualität.

Die Coronakrise hat auch das Team der Wiener Unternehmens – inklusive seiner Tochterfirma SF Franken Catering – vor neue und bisher nicht gekannte Herausforderungen gestellt. Die SF Franken Catering mit einer Küche in Nürnberg ist seit 1. Januar 2020 Tochterunternehmen von Gourmet.

Maßnahmen des Cateringunternehmens

Alle Standorte des Caterers wurden während des Lockdown uneingeschränkt weiter beliefert – trotz teilweise sehr geringer Essenszahlen. Um dennoch Erleichterung zu schaffen, reduzierte das Unternehmen die Auswahl seiner Menülinien.

Die Hygienemaßnahmen wurden verstärkt, mit entsprechend höheren Kosten, die man aber nicht an die Kunden weitergegeben habe, heißt es von Unternehmensseite. Erfreut war man über das positive Echo vieler Kunden, weil die Lieferung während der gesamten schwierigen Zeit aufrechterhalten wurde.

Die SF Franken Catering hatte auf Kundenwunsch eigene Lunchpakete für die Schüler entwickelt, die diese sehr gut annehmen. Ein Pausenverkauf findet mit den entsprechenden Schutz- und Hygienemaßnahmen statt. Dafür wurden und werden Pausenzeiten teilweise verlängert, um die Abstandsregelungen und Hygienevorgaben einhalten zu können. Trotz geringer Portionszahlen pro Standort wurden keine Logistikaufschläge verrechnet; die Menüpreise blieben unverändert, obwohl Lunchpakete mit einem warmen Mittagessen preislich nicht vergleichbar seien, da die Produktionsprozesse zu verschieden sind.

Herausforderungen in Zeiten von Corona: Wie findet die Speisenausgabe beim Caterer Gourmet statt.Kinderverpflegung in Zeiten von Corona

In der Anfangszeit verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang der Essenszahlen um 90 Prozent. Mittlerweile pendeln sich die Essenszahlen auf 15 bis 30 Prozent des normalen Niveaus ein – je nach Standort bedingt durch Home Schooling, verkürzte Unterrichtszeiten und bauliche Gegebenheiten in den Schulen.

Die Teams waren teilweise in Kurzarbeit; aktuell plant man den Übergang zur Normalarbeitszeit, denn nach aktuellem Stand soll ab September wieder der Regelbetrieb stattfinden. Jedoch rechnen die Verantwortlichen mit regionalen, kleinräumigen Schließungen von Standorten, auf die man sich jetzt schon organisatorisch vorbereitet.

Die größten Herausforderung bei der täglichen Praxis sei es, die schwankenden Essenszahlen gut zu managen und trotzdem wirtschaftlich zu arbeiten. „Die Zusammenarbeit mit den Kunden funktioniert auf der Basis einer transparenten Kommunikation sehr gut, es gibt ein großes gegenseitiges Verständnis. Der Zusammenhalt während der Krise ist sogar gewachsen“, resümieren die Verantwortlichen bei Gourmet.

Die Schulküche bleibt kalt

In der IGS Sassenburg in Westerbeck kämpft Mensabetreiber Stefan Gerhardt um das Überleben seines Betriebes. Seit 2014 betreibt er dort seine Frischküche mit etwa 400 bis 500 Essen pro Tag und zusätzlichen Cook & Chill-Menüs für Gifhorner Grundschulen mit etwa 300 Essen pro Tag. Einen zweiten Standort bildet die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in Braunschweig, an der seine Frau Marion mit Team seit 2012 täglich zwischen 600 und 700 Essen zubereitet. Wie es ihm aktuell ergeht, lesen Sie in unserem Beitrag dazu.

Dr. Michael Polster / Redaktion Schulverpflegung

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