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Jacques Fischbach, neuer Geschäftsführer von Sellysolutions, im Gespräch mit Kollegen.

Wohlüberlegte Entscheidung

Datum: 11.11.2020Quelle: Redaktion GVMANAGER | Bilder: Sellysolutions | Ort: Berlin

Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Andreas von Czapiewski, Gründer und Geschäftsführer von Sellysolutions (Die Redaktion GastroInfoPortal berichtete an dieser Stelle.), hat nun Jacques Fischbach (Jahrgang 1987) die Geschäftsführung des Software-Unternehmens übernommen. Das Unternehmen trug mit dazu bei, den Bestellprozess für Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zu digitalisieren. Heute gehört es zur täglichen Praxis, Ware in der Selly-Foodservice-Cloud bei bis zu 200 Lieferanten auszuwählen, Einkaufslisten zu erstellen oder Rezepte und Speisepläne online zu kalkulieren.

Jacques Fischbach im Interview

Der gebürtige Luxemburger war nach seinem Maschinenbaustudium von 2014 bis 2019 als Entwicklungsingenieur und Geschäftsführer in einem Start-up der erneuerbaren Energien tätig. Bei Sellysolutions startet er nun als Quereinsteiger in die Foodservice-Branche und stand uns Rede und Antwort zu seinem neuen Tätigkeitsfeld.

Jacques Fischbach ist neuer Geschäftsführer des Software-Unternehmens Sellysolutions.
Jacques Fischbach

Herr Fischbach, Sie sind Quereinsteiger in die Branche, was hat Sie an der Aufgabe gereizt?

Neue berufliche Herausforderungen haben natürlich immer einen gewissen Reiz. Es gab im Vorfeld viele intensive Gespräche mit den Selly-Gesellschaftern und jetzigen neuen Kollegen. Dabei zeichnete sich immer klarer ab, dass eine Zusammenarbeit gut passen könnte. Das ist also kein Experiment, sondern eine wohlüberlegte Entscheidung.

In der Vergangenheit hatte ich keine großen Berührungspunkte mit der Foodservice-Branche. Ausschlaggebend für meine Entscheidung waren die Kollegen bei Selly, die „Urgesteine“, die das Unternehmen mit aufgebaut haben. Für mich war klar, dass das Know-how in allen Bereichen vorhanden ist.

In schwierigen Zeiten haben Sie das Kommando übernommen – was sind Ihre Ziele?

Schwierige Zeiten sind es in der Tat. Schon Anfang 2020 wurde im Unternehmen das Thema Vertrieb und Marketing als hohe Priorität definiert. Durch Lockdown, Homeoffice etc. gestaltet sich der Vertrieb momentan jedoch sehr schwierig.

Dieses Jahr ist nicht nur durch die Coronakrise, sondern auch durch den plötzlichen Tod des Gründers und Geschäftsführers Andreas von Czapiewski geprägt. All das macht es schwieriger, die ursprünglich für dieses Jahr gesetzten Ziele planmäßig umzusetzen. Trotzdem bleiben wir auch an Zukunftsthemen wie der künstlichen Intelligenz dran.

Zur Zeit gilt unsere Priorität allerdings unseren Einkäufern und Lieferanten. Wir wollen diese in der gegenwärtigen Situation unterstützen, wo es geht. Unser großes Ziel ist es momentan, Umsatzeinbrüche abzufangen und gemeinsam mit unseren Einkäufern und Lieferanten gut durch diese Zeit zu kommen. Wie alle in der Branche hoffen wir auf einen starken Dezember ohne Lockdown, um die Umsatzverluste wieder halbwegs aufzufangen.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation auf dem Foodservice-Markt ein? Braucht es mehr Digitalisierung?

Ja und nein. Wie so oft geht es darum, wie weit man Digitalisierung auf Kundenseite zulässt. Es bringt uns nichts, die beste und umfassendste Software-Lösung anzubieten, wenn die Infrastruktur auf Kundenseite eine Anbindung nicht zulässt.

Die Marktsituation ist momentan sehr schwierig. Durch die Corona-Maßnahmen stehen viele Gastro- und GV-Betriebe mehr oder weniger ohne Umsatz und Arbeit da. Eigentlich würde sich die aktuelle Situation anbieten, um die Digitalisierung bei den Kunden voranzubringen, aber auf der anderen Seite fehlen die Einnahmen, um die Projektkosten zu stemmen. Auch hier versuchen wir, unseren Partnern soweit wie möglich entgegenzukommen, damit unsere Kunden für die Zukunft, also die „normale“ Zeit, bestens vorbereitet sind.

Essen und Trinken, Genuss und gute Speisen, wie ist Ihr Verhältnis dazu? Kochen Sie gerne selbst?

Ich koche gern und viel. Zur Zeit versuche ich mich am Brotbacken – das scheint ja ein Lockdown-Trend zu sein. Zum Essen gibt es bei mir klassisch ein Bier oder trockenen Rotwein. Eine Lieblingsspeise habe ich nicht, dafür gibt es einfach zu viele leckere Sachen auf der Welt. Obwohl ich gebürtig aus Luxemburg komme, wo eher die französische Küche dominiert, bin ich ein großer Fan der italienischen Küche. Für Pastagerichte und Pizza bin ich immer zu haben – gerne auch vegetarisch.

Danke für das Gespräch!

Dr. Michael Polster / Redaktion GVMANAGER

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