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Auch die Gastgeber Valerie und Martin Ringler bekommen die Folgen der Coronakrise zu spüren. Eine spontane Essen-auf-Rädern-Aktion hilft anderen und rettet womöglich den eigenen Betrieb.

Hoffnungsträger Foodtruck

Datum: 26.03.2020Quelle: Ringlers | Ort: München

Dass die Coronakrise gastronomische Betriebe trifft, ist nichts Neues. Volle Catering-Auftragsbücher sind auf einmal leer, Restaurants haben keine Wartelisten,sondern unbesetzte Tische und die meisten von uns verbringen ihre Mittagspause mittlerweile in der heimischen Küche und nicht beim Lieblingslokal um die Ecke.

So geht es gerade auch Valerie und Martin Ringler, die ihren Familienbetrieb Ringlers 2012 mit ihrem Ladengeschäft in München in der Sendlinger Straße starteten. Im Laufe der vergangenen Jahre kamen eine Catering-Abteilung, zwei Foodtrucks und weitere mobile Konzepte beim Tollwood-Festival und auf der „Auer Dult“ hinzu. Es ging immer nur in eine Richtung und um die Frage, wie die viele Arbeit bewältigt werden kann.

Der Ringler’sche Foodtruck rollt an

Am Dienstag der vergangenen Woche startete dann die spontane Essen-auf-Rädern-Aktion. Der Ringler'sche Foodtruck rollte an. Neben den hungrigen und dankbaren Mitarbeitern der Klinik konnten so noch weitere Notbesetzungen großer Unternehmen in Neuperlach versorgt werden.
Am Dienstag der vergangenen Woche startete die spontane Essen-auf-Rädern-Aktion. Der Ringler’sche Foodtruck rollte an. Neben den hungrigen und dankbaren Mitarbeitern der Klinik konnten so noch weitere Notbesetzungen großer Unternehmen in Neuperlach versorgt werden.

Auch Anfang März 2020 waren die Bücher gut gefüllt und der Münchner Gastrobetrieb verstärkte sein Team personell nochmal für die bevorstehende Saison. Durch das Coronavirus eskalierte aber auch bei den Ringlers die Lage. Nach einem Haufen Absagen im Bereich Catering und Foodtruck, (100 Prozent Stornierungen bis Juni 2020), sowie dem Rückgang des Tagesgeschäfts in der Sendlinger Straße war schnell klar: alles ist anders.

„So dunkel und frustrierend diese ersten März-Wochen auch waren, durch diesen einen Anruf aus dem Klinikum Neuperlach kam so viel gute Energie zurück.“

Doch am 11. März klingelte plötzlich das Telefon. Ein Entscheidungsträger der München Klinik in Neuperlach suchte Hilfe. Dem Klinikpersonal wurde kurzfristig untersagt, weiterhin das Betriebscasino einer großen Versicherung zu betreten. Somit waren all diejenigen, die die Kliniken durch den derzeitigen Ausnahmezustand bringen sollen, ohne Möglichkeit sich Mittags zu versorgen. Die Frage, ob die Ringlers unkompliziert mit ihrem Foodtruck vorbei kommen könnten, war schnell beantwortet. Ohne lange zu überlegen war Martin Ringler klar: das wird gemacht, hier wird geholfen. Am Dienstag der vergangenen Woche startete dann die spontane Essen-auf-Rädern-Aktion. Der Ringler’sche Foodtruck rollte an. Neben den hungrigen und dankbaren Mitarbeitern der Klinik konnten so noch weitere Notbesetzungen großer Unternehmen in Neuperlach versorgt werden.

Versorgung sichergestellt

Seit ein paar Tagen versucht die Münchner Foodtruck- und Streetfood-Szene punktuell und aktiv zu helfen. So werden nun Tag für Tag auch Behörden und Ämter versorgt, deren Mitarbeiter nicht ins Homeoffice ausweichen können.

Dabei wird nach den aktuell zulässigen Vorschriften gearbeitet, der Mindestabstand eingehalten und Speisen werden nur to go angeboten. „So dunkel und frustrierend diese ersten März-Wochen auch waren, durch diesen einen Anruf aus dem Klinikum Neuperlach kam so viel gute Energie zurück. Dass wir uns jetzt auf diese Art gegenseitig helfen können, macht es leichter. Wieder rausfahren zu können, zu sehen, wie sehr sich die Menschen über frisches Essen freuen, das fühlt sich toll an. Darum würden wir gerne, am liebsten in Verbindung mit unseren Münchner Foodtruck-Kollegen, diesen Ansatz weiter entwickeln und all den Menschen mit unseren Aktionen helfen, die an ihren Arbeitsplätzen die Stellung halten und zugleich damit auch für unseren eigenen Betrieb ein Stück weit besser überleben zu können und vorrangig unsere treuen Mitarbeiter in der momentanen Lage behalten und bezahlen zu können,“ erklärt Martin Ringler.

Auch andere Gastronomen tun Gutes und versuchen, den eigenen Betrieb mit kreativen Ideen am Laufen zu halten. Am vergangenen Freitag hat zum Beispiel die Kitchen Guerilla ihre Spendeninitiative #SoliKüche ins Leben gerufen. Mitarbeiter der Hamburger Kocheinheit bereiten im Rahmen der Aktion einzeln verpackte Essens-Pakete für Obdachlose zu. Darin enthalten ist jeweils eine vollwertige Mahlzeit sowie frisches Obst. Die Pakete werden an mitwirkende Institutionen weitergegeben, etwa dem Arbeiter-Samariter-Bund e.V. Diese sorgen wiederum dafür, dass eine kontaktlose Übergabe an Obdachlose stattfindet. Mehr zu der Idee und deren Umsetzung lesen Sie hier.

Jeanette Lesch / Gastroinfoportal

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