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Noch ist die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt – allerdings fürchten Wirtschaftsexperten nachträglich eine regelrechte Insolvenzen-Welle.

Gastgewerbe finanziell sehr stark beeinträchtigt

Datum: 29.03.2021Quelle: Destatis, Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz, Institut für Wirtschaftsforschung | Bild: Colourbox.de | Ort: Wiesbaden, Berlin, München

Dass die Coronakrise vielen Unternehmen, vor allem aus dem Gastgewerbe und der Veranstaltungswirtschaft zusetzt, ist längst bekannt.

Eine Umfrage des ifo Instituts bestätigt diese Einschätzung nicht nur, sondern verdeutlicht, dass es noch in diesem Jahr zu vielen Insolvenzen kommen könnte. „Insbesondere Hotels, Gaststätten und Reisebüros spüren das“, sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Viele Unternehmen haben Liquiditätsengpässe, die zu mehr Pleiten führen könnten.“

Bei der Umfrage des Instituts gaben, auf einer Skala der finanziellen Beeinträchtigungen (zum Beispiel Liquidität) von 1 (keine Beeinträchtigung) bis 5 (große Beeinträchtigung), alle Dienstleister im Schnitt 2,4 an, der Handel 2,3 und die Industrie 2,2. Am meisten gebeutelt fühlen sich bei den Dienstleistern die Hotels, (4,3), die Gastronomie (4,2), die Reisebüros (4,1) sowie die Vermieter von beweglichen Sachen (2,9).

Insolvenzen trotz ausgesetzter Insolvenzantragspflicht

Bereits im vergangenen Jahr griffen viele Gastgeber, trotz der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht, auf das Instrument der Insolvenz zurück: Etwa 1.169 Anträge registrierte das Statistische Bundesamt im Zeitraum von Januar bis November 2020. Zwar sind das weniger als im Vergleich zum Jahr 2019, begründet wird dies jedoch mit der bereits erwähnten ausgesetzten Insolvenzantragspflicht.

Wirtschaftsexperten sind sich jedoch einig, dass damit das Problem nur verschoben wird und es nachträglich eine regelrechte Insolvenzen-Welle geben wird.

Insolvenzantragspflicht weiterhin ausgesetzt

Ob und inwieweit sich diese Prognose bewahrheiten wird, bleibt abzuwarten, da nach wie vor die Insolvenzantragspflicht (aktuell bis zum 30. April 2021) ausgesetzt ist. Allerdings nur für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen aussteht.

Im Zuge der Bewältigung der Folgen der COVID-19-Pandemie hat der Staat eine Vielzahl von Hilfsprogrammen aufgelegt, mit denen die von der Pandemie betroffenen Unternehmen stabilisiert werden sollen. Damit Insolvenzverfahren vermieden werden können, die sich durch Inanspruchnahme der Hilfsangebote abwenden lassen, setzt das sog. COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG) die Insolvenzantragspflicht unter bestimmten Voraussetzungen aus.

Informationen zum Gesetz und den Voraussetzungen finden Sie an dieser Stelle.

Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit

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