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Katastrophale Ernteeinbrüche in Europa, bedingt durch die Coronakrise, ziehen eine signifikante Preissteigerung nach sich.

Probleme durch Ernteeinbrüche in Europa

Datum: 23.09.2020Quelle: BOGK | Foto: Colourbox.de | Ort: Bonn

Bedingt durch die Coronakrise fehlten der obstverarbeitenden Branche in dieser Saison nicht nur Erntehelfer, auch kamen die Kosten für den nicht unerheblichen Aufwand bei den erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen hinzu. Damit aber noch nicht genug: Wie bereits im Vorjahr gab es katastrophale Ernteeinbrüche verbunden mit deutlichen Preissteigerungen.

„Die Situation ist insgesamt noch extremer als 2019“, sagt Werner Koch, zuständiger Geschäftsführer des Bundesverbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in Bonn. Wetterbedingt gab es insgesamt in Europa große Ernteausfälle. So betrug die Minderernte bei Aprikosen aus Bulgarien 80 Prozent. Auch fehlten beispielsweise größere Mengen an Himbeeren aus Serbien (-20 Prozent) und bei Erdbeeren aus Polen (-30 Prozent). Zudem gab es aufgrund von vielen Regenfällen bei vielen Früchten in Zentral-und Osteuropa große Qualitätsprobleme. So war bei Erdbeeren aus Polen ein starker Schimmelbefall zu verzeichnen. Die Folge: Viele Erdbeeren konnten überhaupt nicht geerntet werden. Gleiches gilt für Aprikosen aus Spanien, wo anhaltendes regnerische Wetter große Teile der Ernte zerstört hat.

Fehlende Erntehelfer

Bedingt durch die Coronakrise standen weit weniger Erntehelfer als benötigt zur Verfügung. Alleine in Deutschland fehlten während der Beerenobsternte bis zu 30 Prozent der benötigten Pflücker. Hinzu kamen hohe Kosten für alle Bauern durch zusätzliche Anforderungen, wie z. B. separate Unterbringungen, Hygiene-Konzepte und erhöhte Einreisekosten für die Erntehelfer.

Die größten Preissteigerungen waren bei Himbeeren und Schwarzen Johannisbeeren zu verzeichnen. Nachdem bereits die Ernte 2019 aufgrund schlechter Ernten zu signifikanten Preissteigerungen geführt hat, hat sich der Effekt in 2020 weiter fortgesetzt. Eine hohe Nachfrage nach frischem Obst hat zudem die Verfügbarkeit für die Verarbeitungsindustrie noch weiter eingeschränkt.

„Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich hierdurch die Preise für bestimmte Obstarten in den letzten beiden Jahren nahezu verdoppelt haben“, sagt Werner Koch.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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