x
Ernährung

Corona verändert den Ernährungsalltag

Datum: 02.06.2020Quelle: BMEL, Foto: Dan Gold on Unsplash | Ort: Bonn

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat den Ernährungsreport 2020 vorgestellt. Die repräsentative Forsa-Umfrage beleuchtet die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Umfrage um eine Zusatzbefragung „Ernährung in der Coronakrise“ ergänzt.

Ergebnisse aus dem Ernährungsreport 2020

JuliaKlöckner
Julia Klöckner

„Corona verändert auch den Ernährungsalltag der Deutschen“, betont Bundesernährungsministern Julia Klöckner und ergänzt: „Lebensmittel aus der Region haben an Bedeutung gewonnen. Es ist ein neues Bewusstsein für Lebensmittel entstanden – und für die Arbeit derjenigen, die sie produzieren. Diese neue Wertschätzung gilt es, aufrecht zu erhalten.“

Ernährung in der Krise

Für 39 % der Befragten hat durch Corona die Bedeutung der Landwirtschaft nochmals zugenommen. Besonders hoch fällt dieser Zuwachs bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus: Fast die Hälfte misst der Landwirtschaft eine höhere Bedeutung zu (47 %). 30 % der Befragten gaben an, dass sie in der Coronakrise mehr kochen, als zuvor. 28 % der Befragten nehmen Mahlzeiten häufiger als zuvor gemeinsam ein. Beim Kochen werden mehr frische Zutaten verwendet.

Julia Klöckner erklärt weiter: „Nur 6 % nutzen die klassischen Lieferangebote und nur 8 % die etablierten Lieferdienste häufiger für fertige Mahlzeiten. Allerdings nehmen 21 % der Befragten für den Einkauf von Lebensmitteln oder fertigen Mahlzeiten häufiger als zuvor Lieferangebote der örtlichen Gastronomen in Anspruch. Das ist auch ein Zeichen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Denn unsere Gastronomie ist Teil unserer Ernährungskultur, sie spiegelt regionale Besonderheiten und Identität wider. Ob die neue Kochbegeisterung von Dauer sein wird oder lediglich den Einschränkungen in der Corona-Pandemie geschuldet ist, werden wir erst später beurteilen können.“

Geschmack ist ausschlaggebend

  • 98 % der Befragten ist wichtig, dass es schmeckt.#
  • Gemüse und Obst sind bei 70 % der Befragten täglicher Spitzenreiter.
  • Milchprodukte werden von 64 % täglich konsumiert.
  • Bei Fleisch und Wurstwaren liegt der tägliche Konsum bei 26 %. Das ist rückläufig.

Neu ist: Über die Hälfte der Befragten, 55 %, bezeichnen sich als Flexitarier, also Fleischesser, die gelegentlich bewusst auf Fleisch verzichten. Die Zahl der Vegetarier (5 %) und Veganer (1 %) in Deutschland ist gleich geblieben.

„Unsere Verbraucher setzen auf Abwechslung und Vielfalt. Wenige sind dogmatisch in ihren Essgewohnheiten. Staatliche Vorgaben für den privaten Einkaufszettel und Einkaufskorb wären der falsche Weg“, fasst es Julia Klöckner zusammen.

Ernährung soll gesund sein

Für 90 % der Befragten muss Essen gesund sein. Dabei wird auch auf den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten vermehrt geachtet: 86 % befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.

Deshalb hat das Bundesernährungsministerium Verbände der Lebensmittelwirtschaft im Rahmen der Reduktions- und Innovationsstrategie erstmals dazu verpflichtet, die Gehalte von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu senken. Erste Erfolge sind wissenschaftlich belegt. Zudem hat die Bundesministerin entschieden, den Nutri-Score als erweitertes Nährwertkennzeichen auf der Vorderseite von Lebensmittel-Verpackungen in Deutschland einzuführen.

Staatliches Tierwohlkennzeichen gefordert

81 % der Befragten begrüßen zudem ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen. Für mehr Tierwohl wären Verbraucher bereit, mehr zu zahlen: 45 % gaben an, bereit zu sein, sogar bis zu 15 Euro pro Kilogramm Fleisch zu zahlen.

„Die verbale Bereitschaft ist erfreulich, mehr für tierwohlgerechtere Produkte zu zahlen. Leider sieht es an der Ladentheke oftmals noch anders aus“, weiß Bundesministerin Julia Klöckner, und betont deshalb: „Wenn der Verbraucher mehr für ein Produkt zahlen soll, dann will er auch verlässliche und transparente Angaben, dass tatsächlich auch ein Mehr an Tierwohl gegeben ist. Deshalb ist eine entsprechende Kennzeichnung so wichtig.“

Gegen Lebensmittelverschwendung

Die Konsumenten sind bei der Wertschätzung von Lebensmitteln und Ressourcenverschwendung sensibler geworden: 91 % der Befragten verlassen sich auf ihre Sinne und prüfen ein Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums und werfen es nicht direkt weg. 2016 taten dies nur 76 %.

Das Fazit der Bundesministerin lautet daher: „Der Bericht zeigt, dass unsere politischen Schwerpunkte die Themen sind, die den Verbrauchern wichtig sind: vom Tierwohl über transparente Kennzeichnung und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bis hin zu Regionalität und ausgewogener Ernährung. Ernährung wird bewusster gelebt.“

Den vollständigen Ernährungsreport 2020 finden Sie hier.

Benjamin Lemm / Gastroinfoportal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Biergarten-Überraschung in Bayern Bayerns Biergärten dürfen seit dcem 29. Mai wieder bis 22 Uhr Gäste bewirten. Die Staatsregierung zieht nach einer Eilentscheidung des Verwaltungsgeri...
Hotelimmobilie des Jahres gesucht Hotelforum hat die diesjährige Ausschreibung zum Wettbewerb Hotelimmobilie des Jahres 2020 gestartet. „Trotz der weltweiten Corona-Pandemie schreiben ...
Bundespreis 2020 „Zu gut für die Tonne“ vergeben... Den Bundespreis 2020 „Zu gut für die Tonne“ haben im Bereich Digitalisierung Delicious Data und fünf Studenten-/Studierendenwerke für das Projekt „Gem...
Dramatische Lage nach Neustart Nach der Wiedereröffnung der Restaurants und Cafés fällt die Bilanz der Wirte erschreckend aus. 81,5 % der Betriebe geben an, dass ein wirtschaftliche...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von t748c5bc4.emailsys1a.net zu laden.

Inhalt laden

Send this to friend