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Elisabetta Prisco ©Stefany

Eine Auszeit mit viel Potenzial

Datum: 21.03.2022Quelle: Hotelfachschule Heidelberg | Bild: Stefany Fotografie | Ort: Heidelberg

„Ich verstehe jeden, der es sich anfangs nicht vorstellen kann, ein oder zwei Jahre Auszeit zu nehmen und aus dem Berufsalltag auszuscheren“, sagt Anna Rupprecht, Chef-Sommelière in den Sterne-Restaurants Storstad und Aska in Regensburg. „Im Nachhinein war es für mich persönlich die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“ 2015 hat die gebürtige Oberfränkin ihre Weiterbildungsreise in Heidelberg begonnen und konnte als staatlich geprüfte Sommelière ein Jahr später direkt eine Führungsposition antreten. „Der grandiose Austausch mit Lehrern wie Dominik Trick und die Kontakte innerhalb der Branche waren sehr wertvoll für mich“, sagt die heute 31-Jährige, die in diesem Jahr sogar noch einen draufsetzt. Wenn alles wie geplant läuft, folgt im März das IHK-Zertifikat „Sake Sommelière“ und sie kann die Gäste im Restaurant Aska künftig noch kompetenter beraten.

Anna Rupprecht ist eine von bislang mehr als 10.000 Absolventen, die sich an der Hotelfachschule Heidelberg seit deren Schulgründung fortgebildet haben. In weniger als drei Jahren wird die älteste Hotelfachschule des Landes nun stolze 100 Jahre alt – ein Jahrhundert, in dem sowohl die Gastgewerbebranche als auch die Schullandschaft einen grundlegenden Wandel erlebt haben. Von Beginn an hat die, nach ihrem einstigen Gründer benannte, Fritz-Gabler-Schule ihre „Augen und Ohren“ an der Praxis, das gilt für die Meister- und Sommelier-Abschlüsse ebenso wie für die Hotelbetriebswirte.

Abschlüsse mit doppeltem Mehrwert

Seit dem Sommer 2021 können Heidelberger Absolventen des zweijährigen Bildungsgangs die Berufsbezeichnung „Bachelor Professional in Wirtschaft“ für sich beanspruchen. Wer dies noch toppen möchte, kann im gleichen Zeitraum seit Kurzem sogar einen zweiten Abschluss erlangen, und zwar als Bachelor of Arts (B. A.) International Management im Fernstudium. Das kam Elisabetta Prisco im Jahr 2019 gerade recht: „Ich wollte mich gern breiter aufstellen und stellte beim Bewerbungsprozess für Führungspositionen fest, dass viele Arbeitgeber ein Bachelorstudium erwarten“, erzählt die heute 24-Jährige. „Die Doppelqualifikation war anstrengend und man sollte für den Online-Unterricht ein gewisses Maß an Selbstorganisation mitbringen. Es lohnt sich aber, dranzubleiben.“ Der Studiengang ist ein exklusives Angebot für Studierende der Hotelfachschule Heidelberg und legt die Grundlage für ein späteres Masterstudium, falls gewünscht.

Meisterliche Grundlagen für mehr

Die Nähe zu Praxis und potentiellen Trends wissen auch die Anwärter auf den Meistertitel zu schätzen, die in Heidelberg die Fachschule für Gastronomie besuchen. „Am meisten hat mich der enorm hohe Bezug zur Praxis all derer begeistert, die an der Schule sind, egal, ob Mitstudierende oder Lehrkräfte. Der Lehrstoff wird sehr praxisnah, verständlich und im genau richtigen Maße vermittelt“, sagt Niels Möller, Gastgeber und Küchenchef in dem gerade entstehenden Gesundheitsresort Schwarzwald Luisenhöhe vor den Toren Freiburgs. Der gebürtige Niedersachse hat Heidelberg im Sommer 2020 als staatlich geprüfter Gastronom und Küchenmeister verlassen und „mehr denn je nutze ich jetzt die Informationen aus der Schule und bin dankbar für die Grundlagen, auf denen ich aufbauen kann“. Ein weiteres großes Plus aus seiner Sicht ist das Heidelberger Netzwerk, das er in seiner neuen, herausfordernden Führungsposition aktiv nutzt: „Mit dem gemeinsamen Hintergrund entsteht schnell ein Grundvertrauen, das auf ähnlichen Werten und einer gemeinsamen Entwicklung basiert“, erklärt der 29-Jährige. „Heidelberg ist quasi eine Art Versprechen.“

Von Herzen Heidelberger

Als einzige deutsche Hotelfachschule pflegen die Hofa-Absolventen vom Neckar die Kultur einer Ehemaligenvereinigung, die ihresgleichen sucht. Mehr als 1.200 Mitglieder weltweit zählen zur Vereinigung der Heidelberger Hotelfachschüler (VHH), die neben fachlichen Begegnungen den persönlichen und zwischenmenschlichen Austausch hochhält. Hier wird fortgesetzt, was während der Schulzeit mit Studienfahrten, Exkursionen, Mottoparties und Austauschprogrammen seinen Anfang nahm. Kein Wunder also, dass vielen Ehemaligen der Zusammenhalt und die sowohl intensive als auch unbeschwerte Zeit an der Schule besonders in Erinnerung bleiben.

„Straffes Programm und gut organisiert“

Foto Anna Rupprecht (c) Michael Krug
Anna Rupprecht

Anna Rupprecht (31), staatl. geprüfte Sommelière, derzeit Chef-Sommelière, Restaurants Storstad und Aska, Regensburg

„Für mich persönlich war es die beste Entscheidung, mich ein Jahr lang auf das Thema zu fokussieren und mich dem Wein zu widmen. Ich bin ehrgeizig und brauche immer neue Impulse. Gut und spannend fand ich deshalb auch die vorbereitenden Monate im Weingut, das ist Pflicht zur Aufnahme in die Sommelier-Klasse und eine sehr wertvolle Erfahrung. Der fachliche sowie persönliche Austausch in der Klasse und mit unserem Lehrer Dominik Trick war grandios, wir haben wahnsinnig viel gelernt und außergewöhnliche Reisen gemacht. Dazu diverse Verkostungen und verschiedene Kurse, in denen der Fokus auf Deutschlands Weinen lag – das hat mir gut gefallen. Der Lernstoff war super und das teilweise straffe Programm sehr gut organisiert.

In Heidelberg sind die Weinberge quasi vor der Tür und die Nähe zu allen anderen Weinanbaugebieten ist auch klasse. Hinzu kommt, dass ich den Zusammenhalt der Studierenden als superschön in Erinnerung behalte. Wir waren auf die Schule fokussiert und konnten trotzdem ein ,normales Leben‘ führen und unsere Freizeit gestalten. Bis heute sind wir eine Clique und stehen immer noch im Kontakt.“

„Zeit für das Wesentliche“

Elisabetta Prisco ©Stefany
Elisabetta Prisco

Elisabetta Prisco (24), staatl. geprüfte Hotelbetriebswirtin und Bachelor of Arts, derzeit Assistant Restaurant Manager, Wintergarten Restaurant, Brenners Park-Hotel & Spa, Baden-Baden

„Ich bin 100 Prozent und leidenschaftlich Gastronomie und Hotel, darum bedaure ich es sehr, dass sich so viele Kollegen aktuell von der Branche entfernen. Auch wenn die Hotelfachschule mit ihren Bildungsgängen neue Wege und spannende Perspektiven aufzeigt, finde ich es immens wichtig, dass die guten Kräfte auch im Nachgang der Branche treu bleiben. Pandemiebedingt musste ich meinen Auslandsaufenthalt nach der Hofa verschieben, und jetzt bin ich froh, dass ich bei meinen administrativen Aufgaben im Brenners Park-Hotel auf den Lehrstoff aus Heidelberg und Themen wie Nachhaltigkeit oder Führungsleitbilder zurückgreifen kann.

Die Doppelqualifikation mit dem B.A.-Abschluss ist meiner Meinung nach ein zusätzlicher Anreiz, die Hofa zu besuchen. Wer sich dafür entscheidet, sollte motiviert sein, ein gewisses Maß an Selbstorganisation mitbringen und dranbleiben. Je länger man aus der Praxis raus ist, desto größer ist diese Herausforderung – aber es lohnt sich in jedem Fall. Auf der Hotelfachschule bleibt Zeit, um sich wieder mehr mit sich selbst zu beschäftigen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Das hat gutgetan. Aus meiner Sicht ist es die beste Weiterbildungsmöglichkeit für unsere Branche, es geht schnell und der Preis ist absolut angemessen.“

Niels Möller
Niels Möller

„Heidelberg ist eine Art Versprechen“

Niels Möller (29), staatl. geprüfter Gastronom und Küchenmeister, derzeit Gastgeber und Küchenchef, Gesundheitsresort Schwarzwald Luisenhöhe, Horben (geplante Eröffnung 2022)

„Schon in meiner Ausbildung hatte ich die ersten Kontakte zur Hotelfachschule, denn zahlreiche Kollegen und Vorgesetzte in meinem Umfeld sind ebenfalls ehemalige Heidelberger. Weil ich schon früh für mich erkannt hatte, dass ich gern über den Tellerrand hinausschauen wollte, stand die Entscheidung für Heidelberg früh fest. Dort angekommen, hat es mir von Beginn an gut gefallen, dass sowohl die Praxis als auch die Theoriefächer sehr praxisnah, verständlich und im richtigen Maß vermittelt werden. Dieser Bezug ist insbesondere für Köche wichtig, finde ich. Im Unterricht wurden wir niemals mit Unterrichtsmaterial überladen, und es war immer ausreichend Zeit, den Stoff zu verstehen und sich hineinzudenken.

Die Inhalte aus der Schule sind für mich heute präsenter denn je und wenn ich einen der Ordner zur Hand nehme, stelle ich immer wieder fest, wie gut ich die Grundlagen aus Heidelberg für meine Arbeit nutzen kann. Die Theorie aus dem Unterricht hilft mir, die aktuelle Problematik leichter zu verstehen und in die nächsten Prozesse schneller einzusteigen. Das gilt zum Beispiel für Themen wie Pricing, IT oder Marketing. Beim Recruiting wiederum stelle ich fest, dass die Begegnung mit anderen Ehemaligen immer speziell ist. Mit dem gemeinsamen Hintergrund entsteht schnell ein Grundvertrauen, das auf ähnlichen Werten und einer gemeinsamen Entwicklung basiert. Heidelberg ist quasi eine Art Versprechen.“

| Bilder: Hotelfachschule Heidelberg, Michael Krug, Stephany Fotografie, privat |

Hotelfachschule Heidelberg

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