x
orderbird eat.pay.love-Studie

Eat Pay Love

Datum: 06.07.2021Quelle: Orderbird AG | Ort: Berlin

Das Gastgewerbe gehört zu den am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Branchen. Während im ersten Halbjahr 2020 im Schnitt noch 818 Rechnungen pro Monat ins Kassensystem eingegeben wurden, registrierte Orderbird im ersten Halbjahr 2021 nur noch rund 520 Rechnungen pro Monat. Das entspricht einem Rückgang von über 36 %. Den größten Umsatzrückgang verzeichneten Clubs und Bars, die fast gar keine Einnahmen mehr erzielten. Am besten sind Eisdielen, Food-Trucks bzw. Imbisse und Cafés durch die Krise gekommen. Dabei waren digitale Technologien häufig der Schlüssel zum Erfolg.

Jeder zweite Gastrobetrieb setzte während der Schließungen auf Liefer- oder Abholservice

Wie die aktuellen Zahlen der dritten Auflage der Eat.Pay.Love-Studie von Mastercard und Orderbird belegen, setzte während der Schließungen mehr als jeder zweite Gastronomiebetrieb (54,5 %) auf Liefer- oder Abholservice. Das kam gut an, viele Gäste versuchten durch Bestellungen ihre Lieblingslokale zu unterstützen. Online bestellen und bezahlen ist mit ein paar Klicks über digitale Speisekarten erledigt und zuhause wartet es sich ohnehin entspannter als im Restaurant. Nur jeder vierte Betrieb (27,1 %) hatte während des zweiten Lockdowns komplett geschlossen.

96,4 % der Gastronomiebetriebe nutzten die Zwangspause für Investitionen

Viele nutzten die Zwangspause während des Lockdowns für Investitionen, vor allem auch in die Digitalisierung. Jeder fünfte Gastrobetrieb (21,9 %) erstellte eine neue Webseite, 14,7 % haben einen Online-Abholservice eingerichtet und bei jedem zehnten Betrieb ist jetzt auch eine Online-Reservierung möglich. Fast jeder vierte Betrieb (23,4 %) bot einen Gutscheinverkauf an. Oberste Priorität hatten jedoch Hygienemaßnahmen, in die 71,1 % der Gastronomen investierten. 23,6 % schafften neue Tools zur Erfassung der Gästedaten an, um eine gute Kontaktnachverfolgung sicherzustellen. Nur 3,6 % der Betreiber gaben an, gar keine Investitionen während der Corona-Pandemie getätigt zu haben.

39,2 % der Gastronomen investierten in die Aufrüstung ihrer Kassensysteme, die gemäß Kassensicherungsverordnung nach Ablauf einer Übergangsfrist seit dem 1. April 2021 mit einer zertifizierten „Technischen Sicherheitseinrichtung“ (TSE) ausgestattet sein müssen. Weitere 16,3 Prozent schafften mobile Kartenterminals an und 14,7 % kauften neue Kassensysteme.

Kontaktloses Bezahlen ist neuer Standard

Im Zahlungsverkehr setzen Kunden inzwischen wesentlich häufiger Karten oder mobile Bezahlverfahren ein – nicht nur wegen Corona. Fast zwei Drittel der Befragten (62 %) gaben an, in den letzten 12 Monaten kontaktlos mit Karte oder Smartphone gezahlt zu haben. Im Jahr 2019 waren es erst 46 %. Weitere 23 % planen es auszuprobieren. Rund ein Drittel der Befragten (34 %) gibt an, seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie häufiger bargeldlos in der Gastronomie zu bezahlen.

91 % der Gäste erwarten Kartenzahlung als Serviceleistung

91 % der befragten Gäste erwarten, dass die Akzeptanz von Kartenzahlung in der Gastronomie als Serviceleistung dazugehören sollte, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es sogar 96 %. Jeder Dritte (36 %) gibt sogar an, sich schon einmal gegen einen Gastronomiebetrieb entschieden zu haben, weil dort keine bargeldlose Bezahlung angeboten wurde. In der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen ist es sogar mehr als jeder Zweite.

Jeder vierte Gast (28,6 %) gibt an, in Restaurants, Cafés und Bars immer mit Karte zu zahlen. Im Jahr 2019 waren es lediglich 18,6 %. Besonders beliebt sind Kartenzahlungen bei der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, hier sagen 40,9 %, dass sie in der Gastronomie immer mit Karte zahlen. Gäste greifen vor allem gerne zur Karte, wenn sie nicht ausreichend Bargeld mit sich führen (50,7 %). Auch höhere Rechnungen werden bevorzugt bargeldlos bezahlt (44,1 %). Nur noch 6,3 % der befragten Gäste zahlen nie mit Karte.

„Wir arbeiten schon seit vielen Jahren sehr eng mit Orderbird und der Gastrobranche zusammen und es ist beeindruckend zu sehen, in welchem Tempo die Gastronomie während der Pandemie digitale Lösungen umgesetzt hat. Kontaktlose Zahlungen sind nun Standard und die Studie zeigt, dass ein vielfältiges Portfolio an Zahlungsarten heutzutage Pflicht für Gastronomen ist, wenn sie keine Umsätze verlieren wollen“, erklärt David Klemm, Vice President Business Development bei Mastercard.

88 % der Gastronomen setzen auf bargeldlose Zahlungen

Die kontaktlosen Transaktionen beschleunigen nicht nur den Bezahlprozess, sie werden auch zunehmend von den Gästen eingefordert. Darauf haben sich die meisten Gastronomen eingestellt: 88,3 % der Gastrobetriebe bieten mittlerweile Kartenzahlung an. 14,3 % setzen erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie auf bargeldlose Zahlungen. Aktuelle Zahlen des Kassensystem-Anbieters Orderbird belegen diesen Trend: Lag der Anteil der Kartenzahlungen in der Gastronomie 2020 noch bei 39,4 %, stieg er im Jahr 2021 auf 43,3 %.

Jeder Dritte wünscht sich auch bei Kleinstbeträgen bargeldlose Bezahlung

Immer noch akzeptiert fast jeder fünfte Gastrobetrieb (18,6 %) Kartenzahlung erst ab einem gewissen Mindestbetrag. 2019 waren es noch 32,4 % der Gastronomen. Für viele Kunden ist das ein Ärgernis: Jeder Dritte (33,5 %) wünscht sich auch bei kleinen Beträgen Kartenzahlung. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 41,6 %.

Mehr Umsatz dank Kartenzahlung

Auch für die Gastronomie bietet die Kartenzahlung zahlreiche Vorteile. 56 % der befragten Gastronomen finden Kartenzahlung hygienischer als Bargeld. Zudem gibt jeder dritte Gastrobetrieb (35 %) an, dass die kontaktlose Bezahlung mit Karte oder Smartphone den Bezahlvorgang beschleunigt und so das positive Kundenerlebnis verbessert wird. Mehr als jeder dritte Betrieb (38 %) bestätigt, dass Spontanbesuche von Gästen möglich werden, die nicht genügend Bargeld dabei haben. Knapp ein Drittel (29 %) ist sogar der Meinung, dass Gäste, die mit Karte bezahlen, mehr Geld ausgeben.

Optimistische Zukunftsaussichten

Pandemiebedingte Schließungen und fehlende Perspektiven haben die Gastronomie hart getroffen. Doch nach monatelangen Lockdowns ist endlich wieder Licht am Ende des Tunnels. Die meisten Gastronomiebetriebe konnten in den letzten Wochen wieder öffnen und viele schauen trotz aller Herausforderungen optimistisch in die Zukunft. Immerhin fast jeder zweite befragte Gastronom (44,1 %) bewertet die langfristigen Zukunftsaussichten sehr gut oder gut, 48 % sind neutral eingestellt und nur 7,8 % blicken pessimistisch in die Zukunft. Auch Jakob Schreyer, Chief Strategy Officer bei Orderbird, zeigt sich optimistisch: „Wir glauben, dass die Gastronomie in den kommenden Jahren ein großer Wachstumsmarkt wird. Die Branche musste sich digitalisieren und professionalisieren, quasi über Nacht, und Konsumenten sind hungrig nach Kontakten und Erlebnissen.“ Für die Gastronomie besteht nun die Chance, sich neu zu erfinden und die verdiente Wertschätzung für ihre Arbeit zu erhalten.

Bildband zeigt Wirte im Lockdown

Die Münchner Fotografin Helena Heilig hat sich mit dem Projekt „Wirte im Lockdown“ den Corona-Schicksalen von Gastronomiebetrieben angenommen. In einem bewegenden schwarz-weiß Bildband zeigt sie betroffene Gastronomen während des Lockdowns in ihren leeren Räumen und schrieb gemeinsam mit Journalisten ihre Geschichten auf. „Es freut mich, gemeinsam mit Mastercard und Orderbird auf die zahlreichen Herausforderungen der Gastro-Branche aufmerksam zu machen. Viele Schicksale haben uns während der Krise bewegt und es ist beeindruckend, wie viel Kreativität das Gastgewerbe gezeigt hat“, sagt Helena Heilig.

Die kompletten Ergebnisse der Eat.Pay.Love-Studie finden Sie unter: www.eat-pay-love.com

Methodik

Im Auftrag von Mastercard hat Innofact im Juni 2021 deutschlandweit eine repräsentative Umfrage zum Thema „Bargeldlose Bezahlung in der Gastronomie“ durchgeführt, die von 1.050 Personen beantwortet wurde. Zusätzlich wurden 1.091 Gastronomen vom 25. Mai bis zum 8. Juni 2021 von der Orderbird AG zu dem Thema befragt. Außerdem wurden anonymisierte Daten von 8.000 Orderbird-Kunden in Deutschland ausgewertet.

Redaktion GastroInfoPortal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Lehren aus der Krise Konservatives Wirtschaften hat sich für die 40 Alex-Ganztagesgastronomie-Betriebe, die gemeinsam mit drei Brasserien und einem Miller & Carter Ste...
Umweltfreundliche Cocktails Die kohlenstoffneutrale und nachhaltig produzierte Rum-Marke Flor de Caña ruft die globale Initiative „Zero Waste Month“ ins Leben. Bars, Restaurants ...
Airbnb muss Vermieter-Daten übermitteln Behörden dürfen die Betreiber von Internet-Plattformen zur Buchung und Vermietung privater Unterkünfte im Fall eines Anfangsverdachts für ...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend