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Das Gastro-Stimmungsbarometer von Orderbird ermöglicht ein flächendeckendes Stimmungsbild: Wie geht es Gastgebern wirklich?

Die Lage ist erschreckend

Datum: 24.07.2020Quelle: Orderbird; Bild: Colourbox | Ort: Berlin

Es ist kein Geheimnis, dass die Gastronomie zu den Branchen zählt, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie am schwersten getroffen wurden. Um jedoch ein flächendeckendes Stimmungsbild darüber zu erhalten, wie es Gastronomen wirklich geht, ob sie die Krise gut meistern und was sie sich von der Zukunft erhoffen, hat Orderbird im Gastro-Stimmungsbarometer deutsche Gastronomen befragt.

Befragt wurden 425 Betreiber von Restaurants (52 %), Cafés (23 %), Bars (13 %) und sonstigen Betriebe (12 %). Zudem wurden anonymisierte Kassendaten von 8.000 Orderbird-Kunden in Deutschland ausgewertet. Sie bestätigen, dass die Mehrheit der Gastronomen derzeit ums Überleben kämpft. Es gibt jedoch auch Faktoren, die einen positiven Einfluss auf die Lage der Gastronomen haben. So zeigt sich, dass Betriebe, die auf digitale Lösungen setzen und beispielsweise Reservierungen und Gutscheine online anbieten, ihre Website pflegen sowie Online-Marketing betreiben, weniger Einbußen verzeichnen konnten.

Gastro-Stimmungsbarometer verdeutlich Auswirkungen

Covid-19 hat erwiesenermaßen einen starken negativen Einfluss auf die finanzielle Lage der meisten gastronomischen Betriebe. Wie viele der Befragten jedoch mit der derzeitigen Lage zu kämpfen haben, ist durchaus erschreckend. Seit Beginn der Krise hat sich bei fast 80 % aller Befragten die finanzielle Situation ihres Betriebes deutlich verschlechtert. Nur 13 % geht es genauso wie vor der Krise und 6 % sind in einer besseren finanziellen Situation. Von denen, die angegeben haben, dass es ihnen schlechter geht, haben mehr als 30 % der Befragten Einbußen von 20 bis 40 % des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr, über ein Viertel haben mit 60 % Verlust zu kämpfen und ein weiteres Viertel erwirtschaften derzeit sogar 80 bis 100 % weniger Umsatz.

Dieses Ergebnis zeigt sich auch in den ausgewerteten Kassendaten: Von Januar bis Juni 2020 wurden um ein Drittel weniger Rechnungen ausgegeben als zum gleichen Zeitraum im Jahr zuvor.

Prognose: Situation wird sich stabilisieren

Dieses Ergebnis spiegelt sich ebenso in den Einschätzungen über die Zukunft der Gastro-Branche wider: 79 % der Befragten sind sich sicher, dass sich die Gastronomie langfristig verändern wird. 46 % jedoch gehen davon aus, dass sich dies in weniger Gastronomiebetrieben äußern wird. 17 % rechnen mit Umsatz- oder Gästerückgang und 8 % mit einer exklusiveren Gastronomie. Weitere 7 % rechnen mit generellen Veränderungen durch flexiblere Geschäftsmodelle. Qualitätsminderung (0,4 %) und Fachkräftemangel (0,2 %) sehen die Wenigsten als eine tendenzielle Entwicklung an. Immerhin 22 % sind der Meinung, dass sich die Situation langfristig stabilisiert.

Trotz der überwiegend negativen Haltung zur jetzigen Situation glaubt mit 62 % die Mehrheit, dass sie es gut durch die Krise schaffen wird. Lediglich 21 % stehen ihrer betrieblichen Zukunft eher pessimistisch gegenüber. 17 % gehen sogar davon aus, dass ihre gastronomische Einrichtung so nicht überleben wird.

Gastgeber mit politischen Maßnahmen zufrieden

Grundsätzlich sind die Gastronomen mit der Hilfe der Politik und den bereitgestellten Soforthilfen zufrieden. Immerhin 63 % der Befragten würden der Landesregierung eine Schulnote von 1 bis 3 geben. Lediglich 15 % empfinden die Maßnahmen als ausreichend und 23 % bewerten den Umgang mit mangelhaft bis ungenügend.

Orderbird nimmt an, dass die überwiegend positiven Bewertungen sich vor allem darauf zurückführen lassen, dass in Deutschland schnell unterschiedliche Maßnahmen für Betroffene umgesetzt wurden. Sei es finanzielle Soforthilfen, Kredite, wie beispielsweise über die KfW oder aber Möglichkeiten der Kurzarbeit für Angestellte. Auch das Aussetzen des Insolvenzverfahrens für geschädigte Unternehmen oder die Entschädigung bei Verdienstausfall für Geschäftsführer laut Infektionsschutzgesetz halfen. Deutsche Gastronomen konnten mit diesen Mitteln den finanziellen Schaden bereits möglichst gering halten.

Dennoch wünscht sich eine Mehrheit von 70 % weitere landesweite Subventionen und Hilfen. Dieses Ergebnis zeigt, dass Gastronomen trotz der bereits angebotenen Hilfe auf weitere Unterstützung angewiesen sind.

Digitalisierung hilft durch die Krise

Ein nicht unwesentlicher Zusammenhang besteht nach Angaben von Orderbird auch zwischen Gastronomie und Digitalisierung. Die Umfrage zeigt zwar, dass Nutzer und Nichtnutzer digitaler Softwarelösungen ihre finanzielle Situation anteilsmäßig sehr ähnlich einschätzen und die Unterschiede minimal sind, jedoch verdeutlichen die Ergebnisse auch, dass Gastronomen, die digitale Software-Tools verwenden, davon ausgehen, besser durch die Krise zu kommen und eine positivere Einstellung gegenüber der Zukunft haben als Gastronomen, die diese bisher noch nicht verwenden. Während über zwei Drittel von Nutzern digitaler Lösungen der Zukunft in der Gastronomie positiv gegenüberstehen, sind es bei Nicht-Nutzern digitaler Tools nur die Hälfte.

Dass Gastronomen mit digitalen Software-Lösungen besser die Krise meistern, zeigt sich nicht nur in ihrer Zukunftseinstellung, sondern auch am Umsatz. Von den Gastronomiebetrieben, die während der Krise keinen Umsatz erzielen konnten, sind nur 35 % mit digitalen Systemen ausgestattet. Bei den Gastronomiebetrieben mit gleichem oder gestiegenen Umsatz während der Krise haben hingegen 77 % mindestens eine dieser digitalen Lösung. Das lässt annehmen, dass Gastronomen durch digitale Tools in der Krise mehr verkaufen können, zum Beispiel durch Außer-Haus-Verkäufe.

Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit

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