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DGB Ausbildungsreport

Datum: 01.09.2017Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund; Foto: colourbox.de Ort: Berlin
Der Bericht fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und beschreibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Dabei spielen mehrere Aspekte eine zentrale Rolle: u. a. die fachliche Qualität der Ausbildung im Betrieb, Ausbildungszeiten und Überstunden, die Ausbildungsvergütung und die persönliche Beurteilung der Ausbildung.

 
Einordnung und Gesamtbewertung
Der Großteil der Auszubildenden (71,9 %) ist mit seiner Ausbildung zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Je nach Ausbildungsberuf und Branche variiert die Bewertung der Ausbildungsqualität aber stark. Wie der Report zeigt, gibt es auch 2017 erhebliche Unterschiede. Am unteren Ende der Skala rangieren wie im Vorjahr die Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk sowie die Hotelfachleute. Auch die Köche (Platz 20) bewerten ihre Ausbildung verhältnismäßig schlecht. Um Ausbildungsberufe im Hotel- und Gaststättenbereich attraktiv zu machen, sind also erhebliche Anstrengungen notwendig.
Auch die Betriebsgröße beeinflusst die Bewertung der Ausbildung. Es gilt: Je größer der Betrieb, desto höher die Zufriedenheit der Auszubildenden. Das gute Abschneiden von großen Betrieben liegt auf der einen Seite an den guten personellen und materiellen Voraussetzungen, mit denen eine strukturierte und qualitativ hochwertige Ausbildung gewährleistet werden kann. Zum anderen verfügen größere Betriebe eher über kollektive Mitbestimmungsstrukturen. Kleinere Betriebe hingehen stehen vor der Herausforderung, mit wenig Personal flexibel auf Angebot und Nachfrage reagieren zu müssen.
 
Fokus: Gastgewerbe
In der Branche des Gastgewerbes gestaltet sich die Bewertung der fachlichen Qualität durchwachsen. Während der Ausbildungsberuf Koch sich noch bei den mittleren Bewertungen wiederfindet, gehört der Ausbildungsberuf der Hotelfachleute zu den mit den schlechtesten Bewertungen. Zu den Ursachen zählen u. a. der nicht vorhandene bzw. nicht eingehaltene betriebliche Ausbildungsplan und ausbildungsfremde Tätigkeiten, die Auszubildende vermehrt ausüben müssen.
Beim Aspekt „Ausbildungszeiten und Überstunden“ sieht die Bewertung durch die Auszubildenden noch schlechter aus: Hotelfachleute und Köche schneiden im Ranking am schlechtesten ab: 58,1 % der befragten Hotelfachleute und 57,6 % der Köche gaben an, regelmäßig Überstunden ableisten zu müssen. In beiden Berufen hat sich die Situation im vergleich zum Vorjahr sogar noch verschlechtert.
Bei der subjektiven Gesamteinschätzung wandert der Ausbildungsberuf des Kochs wieder ins Mittelfeld. Der Beruf der Hotelfachleute bleibt aber auch in dieser Kategorie in der Sparte der am schlechtesten bewerteten Ausbildungsberufe.
 
Schwerpunkt: Qualität der Schule
Dass in vielen Bereichen der beruflichen Bildung ein Investitions- und Reformstau herrscht, zeigt der 12. Ausbildungsreport in seinem Schwerpunktthema „Qualität der Berufsschule“. Schließlich spielt die Berufsschule im Rahmen der dualen Ausbildung eine zentrale Rolle. Ein guter Berufsschulunterricht kann sogar dazu beitragen, fehlende Ausbildungsinhalte über die theoretische Wissensvermittlung wenigstens teilweise kompensieren zu können.
Betrachtet man zunächst die generelle Beurteilung der fachlichen Qualität der Berufsschule, so zeigt sich, dass sich diesbezüglich an der Einschätzung durch die Auszubildenden seit 2012 (in diesem Jahr stand der Ausbildungsreport ebenfalls unter diesem Schwerpunkt) wenig geändert hat. 58 % schätzen die fachliche Qualität des Unterrichts als „gut“ oder „sehr gut“ ein. 49,7 % der Befragten schätzen die Vorbereitung auf ihre theoretische Prüfung durch den Besuch der Berufsschule lediglich „befriedigend“ oder schlechter ein. Als Gründe für das schlechte Abschneiden wird u. a. die veraltete Ausstattung genannt. Auch die Abstimmung zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb hat erheblichen Einfluss auf die Bewertung. Wie bereits 2012 bewertet auch aktuell lediglich die Hälfte der Befragten die Koordination als „sehr gut“ oder „gut“.
 
Fazit
Der Ausbildungsreport bestätigt, dass in vielen Branchen gesetzliche Regelungen nicht eingehalten werden. Um die betrieblichen Ausbildungsbedingungen zu verbessern sowie die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Ausbildung aufrecht zuhalten, ist u. a. auch eine Reform des zentralen Gesetzes der dualen Ausbildung, des Berufsbildungsgesetzes, notwendig.
 
Handlungsbedarf gibt es zudem in folgenden Bereichen:
  • Sicherung der Ausbildungsqualität durch Stärkung der Kontrollfunktion
  • Überprüfung der Eignung von Ausbildern
  • Berufsschulpakt zur Verbesserung der Qualität an Berufsschulen
  • Feste Regelung von Arbeitszeiten und Überstunden
  • Anrechnung der Berufsschulzeiten auf die Arbeitszeit
  • Schriftlicher Ausbildungsnachweis und Ausbildungsplan
  • Ankündigungsfrist bei geplanter Nichtübernahme
 
Der ganze Bericht steht auf der Webseite des DGB zum Download zur Verfügung.

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