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Datum: 11.11.2001Quelle: Ort: Berlin

Für diese Entwicklung macht der Verband vor allen Dingen die lahmende wirt-schaftliche Entwicklung in Deutschland, die Konsumzurückhaltung der Verbrau-cher sowie die enorme Kostenbelastung durch die aktuelle Gesetzgebung der Bundesregierung verantwortlich. Dazu hätten die Terroranschläge des 11. Sep-tember und ihre Konsequenzen die Hotelkonjunktur einknicken lassen und seien ebenfalls nicht ohne Auswirkungen auf die Gastronomie geblieben, so Dr. Erich Kaub. Gerade in den Ballungszentren mussten im September teilweise zweistelli-ge Umsatzeinbußen verkraftet werden.

Der Konjunkturbericht bestätigt ebenso, dass positive Effekte auf die Umsatzent-wicklung im Gastgewerbe im Sommer 2001 ausgeblieben sind. So überwogen die Betriebe mit gesunkenen (38,8 %) vor denen mit gleichen (27,1 %) oder gestiege-nen (32,3 %) Umsätzen deutlich. Noch dramatischer zeigt sich das Bild bei der Ertragslage. Jeder zweite Unternehmer (49,4 %) musste hier Rückgänge verbu-chen. Lediglich jedem fünften (19,1 %) Betreiber gelang es, in den Monaten April bis September die Situation zu verbessern.

Aus diesem Grund hat ein Großteil der gastgewerblichen Unternehmer die Hoff-nung auf eine baldige Trendwende zumindest für den Winter 2001/2002 auf Eis gelegt. Vielmehr geht nur jeder vierte Befragte (24,1 %) von einer positiven Um-satzentwicklung aus. Die Umsatzpessimisten dominieren klar mit 34,7 %.

Die Gastronomie schneidet zum wiederholten Mal schlechter als die Hotellerie ab. Aber auch die Vergleichswerte der Beherberger liegen niedriger als im Jahr 2000, als die Hotellerie einen kurzen Aufschwung erlebte.

Licht und Schatten bestimmen auch weiterhin das Verhältnis zwischen großen und kleinen Betriebseinheiten im Gastgewerbe. Sowohl das Abschneiden der Ketten- und Kooperationshotellerie als auch der Unternehmen der System- und Marken-gastronomie hebt sich deutlich positiv vom Rest der Branche ab.

Der DEHOGA fordert daher von der Bundesregierung endlich eine Arbeitsmarkt- undSteuerpolitik, die ihre Augen nicht vor den Problemen des Mittelstandes ver-schließt. Weiterhin belasten die Ökosteuer, das Teilzeitgesetz sowie demnächst die Novelle des Betriebsverfassungsgesetzes das Gastgewerbe über Gebühr. Die schwerste Bürde ist aber immer noch das 630-DM-Gesetz, das in der Branche zu 100.000 Kündigungen durch Mitarbeiter geführt hat. “Dieser Fehlschlag der Koali-tion gehört endlich wieder auf die Tagesordnung, hier herrscht dringender Korrek-turbedarf”, kommentiert Dr. Kaub.

Noch bestehe die Chance für die Bundesregierung, im “Jahr des Tourismus 2001” die notwendigen Signale auszusenden, um diese Offensive für den Servicestand-ort Deutschland glaubwürdig zu gestalten, so Dr. Kaub.

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