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Catering in Zeiten von Corona, wie z. B. von Linke Catering aus Velbert, bleibt aus.

Wie Corona Cateringbetriebe trifft

Datum: 09.06.2020Quelle: Redaktion GVMANAGER | Fotos: Linke Catering, Stockheim | Ort: Velbert, Düsseldorf

Catering in Zeiten von Corona findet nur in minimalem Umfang statt. Denn während ein Großteil der Restaurants ihren Betrieb – entsprechend der Vorlagen durch Corona – langsam wieder aufgenommen haben und dort ein wenig Normalität einkehrt, bleibt das Cateringgeschäft nach wie vor auf der Strecke. Bedenkt man doch bloß, dass Großveranstaltungen aktuell immer noch bis einschließlich August dieses Jahres ausbleiben. Welche Art von Events danach möglich ist oder überhaupt stattfinden können und sollen, ist noch fraglich.

Catering in Zeiten von Corona

Grund genug, uns bei dem einen oder anderen Cateringunternehmen umzuhören, wie sich die aktuelle Situation auf ihren Betrieb auswirkt, und wie Catering in Zeiten von Corona aussieht.

Linke Catering, Velbert

René Linke, Inhaber von Linke Catering in VelbertRené Linke ist Inhaber des Familienunternehmens Linke Catering in Velbert, das in einem „normalen“ Jahr etwa 100 Hochzeiten ausrichtet sowie zahlreiche Messecaterings. „Allein von den Monaten März bis Mai fehlt uns ein Umsatz von knapp 600.000 Euro, die wir natürlich bräuchten, um zu überleben und zu investieren – denn Fixkosten sind schließlich trotz Corona da“, wirft René Linke ein.

Er sei deshalb froh, dass der Betrieb in Familienbesitz ist und seine Eltern aktuell die Miete stunden. Auch eine der Locations, in der das Unternehmen Pächter ist, hat die Miete für drei Monate gestundet – „aber beides müssen wir dennoch irgendwann zurückzahlen“, wirft der Gastronom ein. Weitere Kosten spart er daher u. a. auch, indem er einen Teil des Fuhrparks plus Kühlanhänger abgemeldet hat.

Schnell am Existenzminimum

„Es ist eine belastende Zeit für uns als Unternehmen“, resümiert René Linke. Er geht davon aus, dass größere Veranstaltungen wie Hochzeiten, auch bis Ende des Jahres weiter ausbleiben. „Aus dieser Zeit nehme ich die Erfahrung mit, wie schnelllebig das Leben ist und wie rasant man auch als gesundes Unternehmen am Existenzminimum sein kann. Man weiß ja, wie viel Geld man im Rücken hatte und wie viel davon aktuell noch übrig ist.“ Er wünscht sich daher, dass der Staat Gastronomie- und Cateringunternehmen unterstützt, damit sie weiterhin ihrem Beruf nachgehen können.

Sollte dies nicht mehr möglich sein, haben er und sein Bruder, die die Geschäfte gemeinsam leiten, bereits Überlegungen angestellt, wie man die Küche zu Wohnungen oder einer Arztpraxis umbauen könnte.

Auftragslage sinkend

Denn Hochzeiten, die aktuell noch im Terminplan stehen, werden nach und nach abgesagt und wenn möglich auf das nächste Jahr verschoben. „Unsere Mitarbeiter sind daher aktuell in Kurzarbeit; meine zwei Lehrlinge und ich sind somit sehr allein in der Küche“, erklärt René Linke. Sie bereiten nur eine geringe Stückzahl an Essen zu und erwirtschaften daher nur geringe Umsätze. „Die Mehrwertsteuersenkung auf 7 Prozent ist für uns daher auch nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein“, zieht er ein Fazit.

Catering in Zeiten von Corona bleibt aus, da Großveranstaltungen nach wie vor nicht stattfinden dürfen.
Caterings bleiben in Zeiten von Corona aus, da Großveranstaltungen wie Hochzeiten nach wie vor nicht stattfinden dürfen.

Stockheim Catering, Düsseldorf

Margret Stockheim, Geschäftsführerin von Stockheim Catering aus DüsseldorfMesse- und Kongressgastronomie sowie Großveranstaltungen mit bis zu 3.500 Gästen prägen normalerweise das Tagesgeschäft vom 1948 gegründeten Familienunternehmen Stockheim Catering. Da fast alle Messen und größeren Kongresse aufgrund der angeordneten Maßnahmen in Verbindung mit der durch Covid-19 verursachten Pandemie abgesagt wurden, hat sich das Unternehmen dazu entschlossen in der Krise andere Wege zu gehen.

Umdenken findet statt

„In der Düsseldorfer Rheinterrasse, die wir bewirtschaften, haben wir ein Live Streaming-System eingerichtet und können durch die Größe unserer Veranstaltungssäle auch kombinierte Veranstaltungen (virtuell und live) durchführen“, erklärt Margret Stockheim, Geschäftsführerin des Unternehmens.

Die ersten Veranstaltungen dieser Art haben bereits stattgefunden: So tagte im großräumige Radschlägersaal (normale Kapazität je nach Bestuhlung 750 bis 1.350 Personen) bereits die Bezirksregierung mit 80 Gästen. „Weiterhin beabsichtigen wir auch mehr Kulturveranstaltungen in die Rheinterrasse zu bringen, wie u. a. Theateraufführungen, Comedy, Kammerkonzerte, Lesungen“, gibt Margret Stockheim einen Ausblick.

„Um präsent zu sein und um für unsere Mitarbeiter und für die Öffentlichkeit ein positives Zeichen zu setzen, bieten wir täglich Speisen zum Mitnehmen im ,Stockheim Drive-In‘ vor der Rheinterrasse an, in Form eines Foodtrucks“, nennt sie ein weiteres Beispiel dafür, wie das Unternehmen aktuell aktiv wird. Für den Foodtruck sind täglich drei bis vier Mitarbeiter im Einsatz.

Umsatzeinbußen bis zu 90 Prozent

Von den insgesamt 120 Mitarbeitern, davon 80 in Vollzeit und 40 in Teilzeit, befinden sich aktuell fast alle in Kurzarbeit. Lediglich die Mitarbeiter, die systemrelevant sind, sind derzeit noch im Dienst. „Mit dem Lockdown sind unsere Umsätze ab März teilweise um bis zu 90 Prozent eingebrochen, was leider ein für unsere Branche typisches Bild darstellt“, erklärt Margret Stockheim und ergänzt: „Da Veranstaltungen und Messen in großem Umfang verschoben und nicht nur abgesagt wurden, gehen wir aber durchaus von einem signifikanten Nachholeffekt aus.“

Cateringaufträge für Hochzeiten sieht das Unternehmen in absehbarer Zeit jedoch nicht, da die Coronaregeln dabei nur schwer einzuhalten seien. Bezüglich Messen ist das Unternehmen hingegen positiver gestimmt: „Vom 5. bis 13. September findet der Caravan Salon in Düsseldorf statt. Wir freuen uns jetzt schon darauf“, blickt die Geschäftsführerin von Stockheim Catering positiv in den Herbst.

Unterstützung gefragt

Auf die Frage, welche konkreten Unterstützungsmaßnahmen sich das Unternehmen wünschen, antwortet Margret Stockheim von Stockheim Catering: „Um die Krise zu überwinden, wünschen wir uns eine erheblich stärkere Förderung des Mittelstands. Zudem würden uns neben Steuererleichterungen eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen, weniger staatliche Auflagen und ein reduzierter bürokratischer Aufwand helfen, um uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wir wünschen uns zudem bundesweit einheitliche Regelungen, da es für einen Betrieb, der wie wir überregional arbeitet, ansonsten schwierig ist, Veranstaltungen überhaupt durchzuführen. Außerdem behindern die fast täglich neuen Vorschriften die Betriebsabläufe und die Organisation.“

Barbetrieb in Coronazeiten

Neben klassischen Restaurants mussten in der Coronakrise auch Bars ihren Betrieb pausieren. Welche Lösungen manche Bars während dessen gefunden haben und wie die Wiederaufnahme des Betriebs erfolgt ist, lesen Sie in unserem Beitrag zum Barbetrieb in Zeiten von Corona.

Zudem stand uns Ricarda Farnbacher, Inhaberin des gleichnamigen Berliner Cateringunternehmens, Rede und Antwort und beantwortete uns im Interview, was sie sich für ihr Unternehmen von der Politik wünscht.

Sarah Hercht / Redaktion GVMANAGER

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