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Wirtshaus reloaded

Authentisch und mutig gegen das Wirtshaussterben

Datum: 11.05.2018Quelle: eva Redaktion GastroInfoportal | Foto: Florian Harbeck, Colourbox.de | Ort: München

Am 7. Mai lud in München Campus M21 zu „Wirtshaus Reloaded. Wer was wird, wird Wirt“. Dabei stand vorallem die Problematik des Wirtshaussterbens im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Fachreferenten aus der Praxis und den Teilnehmern der Tagung wurden die Gründe dafür und Wege dagegen erarbeitet.

Mittelpunkt des Dorflebens

Das Gasthaus galt lange als Mittelpunkt des Dorflebens, als Anlaufstelle bei Problemen und als einer der größten Arbeitgeber im Ort. Laut einer Studie des Dehoga Bayern ist auch heute noch jeder 20. im Gastgewerbe beschäftigt (rund 400.000 Mitarbeiter). Auch den Auszubildenden bietet das Berufsfeld viele Arbeitsplätze. Aktuell finden sich rund 10.000 Azubis in Gaststätten und Hotellerie, das entspricht etwa jedem 10. Ausbildungsplatz.

v.l.n.r. Frank-Ulrich John, Hans-Peter Sattler, Karin Röhrl, Wolfgang Wagner, Christian Hollweck

Viele Gründe…

Bei der Talkrunde mit Frank-Ulrich John, Hans-Peter Sattler, Karin Röhl, Wolfgang Wagner, Christan Hollweck wurden die Gründe für das Wirtshaussterben erörtert und versucht, Lösungen zu erarbeiten. Dabei stellten Frank-Ulrich John als Vertreter des Dehoga Bayerns, Wolfgang Wagner von Bayern Tourismus, sowie Hans-Peter Sattler in seiner Funktion als Fachoberlehrer für das Hotel-, Gaststätten- und Braugewerbe die Sicht von Außen dar, während Karin Röhl, Wirtin im ältesten Gasthaus der Welt und Christian Hollweck als Direktor des Brauereigasthofs Ayinger und Inselkammer Einblicke in die Praxis gaben. Als Gründe für den Wegfall vieler Gaststätten führte Frank-Ulrich John die Schwarzgastronomie und das Rauchverbot an. Besonders Letzteres führte dazu, dass das Wirtshaus essenslastiger wurde. Früher sei der Fokus mehr auf den Getränken gelegen, da die Gäste nach dem Essen länger im Haus blieben. Das Rauchverbot zerreiße die Gruppen, oft wird nach dem Essen gegangen.

 

Das größte Problem für Gastronomen wird jedoch in der Bürokratie gesehen. Einheitlich wünschen sich alle Fachreferenten ein Abbau dieser. Starre Arbeitsgesetze, uneinheitliche Besteuerung der Waren und Gleichbehandlung aller Gastronomien müssten dringen überarbeitet werden, denn eine Kleinunternehmerregelungen würde zu einem geringeren Zeitaufwand bei der täglichen Büroarbeit führen.

… & viele Wege

Wie Gastronomen erfolgreich sein können, dafür nannte Christian Hollweck sein Rezept: Er setzt auf Tradition, solange diese authentisch ist und gelebt wird. Zudem ist die Situation der Touristen zu beleuchten: Viele sehen sich nicht mehr als Touristen, sondern viel mehr als Teil des (Dorf-)Lebens. Aus diesem Grund suchen sie authentische Häuser mit echten Geschichten. In der anschließenden Diskussion wurden die Referenten und Gäste sich schnell einig. Besonders die Gastronomen sollten aufhören zu jammern, denn es läge nur zu 50 % an den Gästen. Der Rest sei Sache der Gastronomen. So müsse man seine Situation klar überdenken und sich auch eigene Fehler eingestehen. Man müsse aktiv werden und bei erkannten Fehlern dagegen arbeiten, auch mit Weiterbildungen und Schulungen.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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