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Ricarda Farnbacher[2]

An Kunden fehlt es nicht, aber was ist mit der Umsetzung?

Datum: 15.09.2021Quelle: Ricarda Farnbacher Event Catering Location GmbH | Bild: ©MKnickriem | Ort: Berlin

Alle reden darüber, wie sie die Coronakrise überstanden haben und was sie jetzt auf die Beine stellen. Doch die Realität in der Gastronomie- und Eventbranche sieht anders aus: Trotz Lockerungen, randvollen Auftragsbüchern im August und September und höherer Impfquote, ist für sie die Coronakrise noch nicht vorbei. Fachkräftemangel, Absagen von Buchungen, fehlende Planungssicherheit, Ämter und Bürokratie, die behindern und im Wege stehen. Viele Firmen lecken ihre Wunden und können immer noch nicht voll durchstarten. Zudem führen die Diskussionen über die 3G-, 2G- oder 1G- Regel dazu, dass Veranstalter und Kunden im Zweifelsfall kein Event durchführen, da sie niemanden ihrer Gäste ausschließen möchten.

Daher fordert die Catering-Unternehmerin Ricarda Farnbacher, dass neben den geltenden Hygienemaßnahmen lediglich das Vorzeigen eines tagesaktuellen, negativen Schnelltests vom Testzentrum ausreichen soll, um gemeinsam zu feiern. Gerade vor dem Hintergrund, dass auch Geimpfte Covid-19 übertragen können. An alle Gäste appelliert sie: „Lasst euch impfen! Am Beispiel Dänemark können wir sehen, wie wir wieder frei und ohne Auflagen leben können.“

Schnelles Handeln ist schwierig

Jeden Tag merkt die Unternehmerin, dass die Krise noch anhält. An Kunden fehlt es nicht, aber was ist mit der Umsetzung? Bestehende Anfragen werden aufgrund von Unsicherheiten seitens der Kunden wieder abgesagt oder von 200 Personen plötzlich auf 50 reduziert. Ebenso kommen Buchungen sehr kurzfristig rein und schnelles Handeln ist schwierig, da Fachkräftemangel herrscht. Gefundenes Personal festeinzustellen ist jedoch schwer, da neue Arbeitnehmer beim Arbeitsamt genehmigt werden müssen und aufgrund der aktuellen Lage die Planungssicherheit fehlt. Das sorgt für weiteren Druck und Stress.

“Es wird noch eine lange Durststrecke kommen und es bleibt zu hoffen, dass die Branche 2022 wieder Vollgas geben kann. Doch machen wir uns nichts vor, in der Zwischenzeit werden viele auf der Strecke bleiben und die Motivation verlieren. Doch will man zehn, zwanzig Jahre und noch mehr einfach aufgeben?”, sagt die Unternehmerin.

Farnbacher kam nach ihrem Politologie-Studium in die Hauptstadt und führt heute ein Event- und Catering-Unternehmen in Berlin. Mit ihrem Team betreut sie Kunden und Agenturen wie zum Beispiel Zalando, Daimler AG, eBay und Google. “Für mich ist die Bürokratie als Unternehmerin das Härteste, was ich zu ertragen und verkraften habe”, stellt sie immer wieder fest.

Die Branche weiß wieder nicht, was morgen kommt

Die Coronakrise konnte sie bislang bewältigen. Kurzerhand legte sie ihr Geschäft ins Netz und startete mit ihrer eigenen, regionalen und nachhaltigen Feinkostlinie „Farnkost“ ihren eigenen Onlineshop. Für stundenlange Konferenzen und Mittagspausen entwickelte sie mit ihrem Team verschiedene Boxen, die das Arbeiten verschönern und Freude bereiten, zum Beispiel Farnbachers Homeoffice- oder Konferenz-Box. „Kreativität ist für mich generell der Schlüssel zum Erfolg“, meint die Geschäftsfrau.

Obwohl der Aufbau des Onlineversands Neuland für sie bedeutete, konnte Ricarda Farnbacher nach kurzer Zeit ihren Kundenstamm erweitern. Da auch weiterhin die Aussichten bezüglich Veranstaltungen nicht klar und abhängig von politischen Entscheidungen sind, heißt es erstmal Weitermachen. Der Herbst kommt, die Veranstaltungen werden nach drinnen verlegt und die Branche weiß wieder nicht, was morgen kommt. Für Ricarda Farnbacher gilt es daher, weiterhin den Spagat zwischen Live-Events und virtuellen Feiern sowie Konferenzen zu meistern. In Zukunft wird und muss sie sich noch besser aufstellen, um beide Sparten optimal bedienen zu können.

Redaktion GVMANAGER

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