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Alexander Herrmann privat Fuerch

Alexander Herrmann fordert konkreten Plan

Datum: 06.05.2020Quelle: WDR, Web.de | Foto: privat | Ort: Köln, Karlsruhe, München

Am Montag ging es bei Frank Plasberg und „Hart aber fair“ um das Thema „Lagerkoller im Lockdown: Was lässt Corona von unserem Leben übrig?“. Zu Gast waren Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz (SPD), Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann, Schauspieler Ulrich Matthes, Sternekoch Alexander Herrmann, der die Gastronomie und Hotellerie vertrat, sowie Katrin Bruns, Mutter von drei kleinen Kindern, deren Nerven langsam blank liegen.

Zum einen sorgten die am Montag veröffentlichten Infiziertenzahlen aus der 1. und 2. Fußball-Bundesliga für völlig unterschiedliche Deutungen. Zum anderen führte die Zuschauerfrage: „Was mir fehlt: Ein klarer Plan. Immer zu hören, wir warten 14 Tage und werden uns dann beraten, ist nicht gut. Wir brauchen Ziele und Perspektiven. Wieso sagt man nicht heute schon: Wenn die Infektionszahlen zwei Wochen lang stabil bleiben öffnen wir unter entsprechenden hygienischen Auflagen die Restaurants?“ zu einer hitzigen Diskussion zwischen Alexander Herrmann und Melanie Brinkmann.

„Die Zahl sagt eigentlich überhaupt nichts!“

Der Aussage der Frage stimmte Alexander Herrmann zu: „Das ist genau das, was wir Gastronomen fordern. Ich kann das aber genauso gut für die Kultur, Kinos und Co. verstehen. Eigentlich geht es nicht nur um eine Branche, sondern um uns alle. Und wir müssen alle wieder zurückkommen können. Die Bundesliga hat mir gerade heute mit diesem Test ein wahnsinnig positives Signal gegeben. Wenn von 1.700 und ein paar Zerquetschten 10 auf das Coronavirus getestet wurden, dann ist das eine Quote von 0,6 Prozent. Ich weiß nicht, wie weit runter wir noch wollen.“

Daraufhin gab Melanie Brinkmann zu Bedenken: „Die Zahl sagt eigentlich überhaupt nichts!“ Das sieht Alexander Herrmann anders: „Doch!“, vertritt er seine Meinung. „Nein!”, beharrte die Virologin auf ihrem Standpunkt. Das war der Zeitpunkt, an dem Alexander Herrmann in der Sendung der Kragen platzte: „Ihr Virologen sagt andauernd irgendwelche Zahlen. Und wenn sie euch passen, dann sind sie richtig. Dann kommt ein anderer daher gekrochen, auch ein Virologe, und sagt: ‚Das ist nicht so wir müssen diese Zahl jetzt nehmen‘. Das ist genau das was mich aufregt. Ich muss nur genügend Virologen fragen und dann krieg ich die Zahl die ich brauche.“ Melanie Brinkmann erklärte, dass die Zahlen aus der Bundesliga sinnlos seien, weil man nicht wüsste, ob sie innerhalb eines Vereins oder verteilt sind.

Alexander Herrmann machte nochmal seine Forderung klar: „Das was von Anfang bis jetzt getan wurde, war wirklich fantastisch. Aber der Punkt ist, dass die letzten 14 Tage langsam etwas bröckelt, für das wir jahrzehntelang gearbeitet haben. Das ist unsere Wirtschaft, unser Leben, unser Sein.“ Er bat darum, Verlässlichkeit und belastbare Zahlen zu bekommen, damit man ein Ziel vor Augen hat und an etwas arbeiten kann. „Aber so hocken wir da wie die Deppen und schauen, wie lang wir das noch überleben“, schließt er ab.

Letztendlich kamen die beiden nicht auf einen Nenner, denn für die Virologin ist es von großer Bedeutung, die Infektionszahlen nach den schrittweisen Lockerungen genau im Auge zu behalten. Das heutige Infektionsgeschehen lasse sich aus den Statistiken immer erst zwei Wochen später ablesen.

Unterhaltsame hitzige Diskussion

Abschließend ließ sich der Titel der Sendung pauschal nicht beantwortet. Die Gemüter sind in allen Bereichen erhitzt. Neben Alexander Herrmann befürworten auch Ulrich Mathes und Katrin Bruns konkrete und verlässliche Angaben sowie einen genauen Plan. Melanie Brinkmann und Malu Dreyer beziehen sich auf die Vorsicht, die nach wie vor geboten ist. Man müsse die weitere Entwicklung genau beobachten und sofort handeln, wenn die Infektionen wieder zunehmen. Konkrete Öffnungspläne inklusive Hygienevorschriften wären bereits in Arbeit.

Lockerungen in Sicht

Alexander Herrmann und andere Gastronomen werden sich über die gestern angekündigten Lockerungsmaßnahmen freuen: Denn neben Niedersachsen will auch Bayern gastronomische Betriebe bald wieder öffnen lassen. Am 5. Mai stellte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Exit-Strategie für sein Bundesland vor. Im Fokus stand dabei der Fahrplan für die Schulen, Kitas und Tagespflegen. Auch die Gastronomie darf wieder öffnen: Biergärten bereits ab dem 18. Mai, eine Woche später dürfen dann auch Speiselokale wieder Gäste empfangen. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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