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Abgabe auf To-go-Becher

Datum: 23.05.19Quelle: DUH | Foto: Colourbox.de | Ort: Berlin

Eine neue Studie des Umweltbundesamtes belegt das Ausmaß des Problems mit Einwegbechern in Deutschland: 2,8 Milliarden Einwegbechern für Heiß- und 3 Milliarden für Kaltgetränke im Außer-Haus-Konsum werden jährlich gebraucht. Dabei werden Einwegbecher besonders oft in der Umwelt gefunden und verschmutzen damit öffentliche Plätze, Parks und die Natur. Nur ein Bruchteil der Einwegbecher wird recycelt. Deshalb fordert die Deutsche Umwelthilfe eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einwegbecher, 10 Cent auf Einwegdeckel und die Einführung eines verpflichtenden Reduktionsziels von 70 Prozent bis 2022.

Mehrere Milliarden Becher

Das Bundesumweltministerium hat am 21. Mai 2019 neue Zahlen zum Einwegbecherverbrauch in Deutschland veröffentlicht. Demnach wurden im Jahr 2016 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke und 3 Milliarden Einwegbecher für Kaltgetränke Außer-Haus verbraucht. Das entspricht einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von insgesamt 70 Wegwerfbechern (34 Einwegbecher für Heiß- und 36 für Kaltgetränke). Durch die ständige Neuherstellung von Einwegbechern werden Ressourcen vergeudet, das Klima belastet und die Umwelt verschmutzt.

Problem aktiv bekämpfen

Um das Becherproblem zu lösen, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einwegbecher, 10 Cent auf Einwegdeckel und die Einführung eines verpflichtenden Reduktionsziels von 70 Prozent bis 2022 im Vergleich zum Becherverbrauch in 2016. Große Coffee-to-go-Ketten, Bäckereien und Kantinenbetreiber sollen ein flächendeckendes System mit Mehrwegpfandbechern aufbauen.

„Gesetzliche Regelungen werden gebraucht“

„Pro Minute fallen in Deutschland 5.300 Einwegbecher für Kaffee, Tee und andere Heißgetränke an. Über das gesamte Jahr ergibt dies einen Abfallberg aus 2,8 Milliarden Bechern. Das ist ein Grund zur Sorge, denn für deren Herstellung werden nicht nur Ressourcen verschwendet und das Klima belastet. Genau diese Becher landen auch besonders häufig in der Umwelt. Wir brauchen deshalb ambitionierte gesetzliche Regelungen, die viel wirksamer sind, als es freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft je sein könnten. Wir fordern die Einführung eines verpflichtenden Reduktionsziels von 70 Prozent und einer Abgabe auf Einwegbecher und Deckel. Selbstverpflichtungen haben bisher noch kein Umweltproblem nachhaltig gelöst“, sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Große Ketten sind gefragt

„Als Alternative zu Einwegbechern können Verbraucher ihren Kaffee klassisch vor Ort aus einer Tasse trinken, ihren eigenen Mehrwegbecher zur Wiederbefüllung mitbringen oder das Getränk aus einem Mehrwegbecher mit Pfand genießen, den viele Coffee-to-go-Anbieter gleichermaßen nutzen. Allerdings beteiligen sich an besonders verbraucherfreundlichen Mehrwegbechersystemen mit Pfand bislang kaum große Coffee-to-go-Ketten. Das ist jedoch notwendig, damit eine Flächendeckung bei den Rückgabestellen erreicht wird. Je einfacher die Becherrückgabe, desto größer die Akzeptanz bei den Verbrauchern. Eine Abgabe und ein ambitioniertes Reduktionsziel für Einwegbecher würde insbesondere die Teilnahme von großen Kaffeehausketten und Kantinenbetreibern an Pool-Bechersystemen massiv vorantreiben“, erklärt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Ökologische Vorteile überwiegen

Die vorgestellte Studie des Umweltbundesamtes belegt außerdem ökologische Vorteile von Pool-Mehrwegbechern aus Kunststoff bereits nach rund 20 Wiederbefüllungen gegenüber Einwegbechern. Bei der Nutzung von Mehrwegbechern ist allerdings darauf zu achten, dass keine Einwegdeckel verwendet werden. Bei individuellen Mehrwegbechern kann ab einem Jahr Nutzungsdauer von mehr als 50 Wiederverwendungen ausgegangen werden, wodurch die Umweltlasten aus der Herstellung und Entsorgung nicht mehr ins Gewicht fallen.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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