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Frauen immer noch im Nachteil

Datum: 03.06.2019Quelle: Booking.com, Wikipedia; Fotos: Booking.com Ort: Frankfurt a. M.

In einer Umfrage von Booking.com, gaben fast die Hälfte der momentan in der Tech-Branche tätigen Frauen (47%) an, dass Frauen aufgrund von Gender Bias im Einstellungsverfahren nicht den ersten Schritt in die Branche wagen. Trotz vieler Bemühungen der Branche, die Präsenz von Frauen und Minderheiten im Technologiebereich zu erhöhen, beginnen die Herausforderungen laut der Umfrage schon im Einstellungsverfahren, was wiederum Frauen davon abhalten kann, sich überhaupt für technische Positionen zu bewerben. Dadurch könnte es passieren, dass einerseits Unternehmen die Kompetenz weiblicher Mitarbeiter entgeht und andererseits die Frauen gar nicht erst die Möglichkeit erhalten, in der Branche Fuß fassen zu können.

Betrachtet man die Zielgruppe näher, so sind es vor allem an einer Karriere in der Tech-Branche interessierte Bachelorstudentinnen, die sich frustriert über die Herausforderungen aufgrund von Gender Bias im Einstellungsverfahren zeigen. Mehr als drei von fünf (62%) empfinden Gender Bias im Bewerbungsprozess als Hindernis für Frauen, in die Tech-Branche einzusteigen.

Definition - Gender Bias
Als Gender Bias oder Geschlechtsbezogenen Verzerrungseffekt bezeichnet man in der Forschung eine Verzerrung der Wirklichkeit durch Formulierungen, gedankliche Annahmen oder statistische Fehler, die zu falschen Darstellungen der tatsächlichen geschlechtsspezifischen Verhältnisse führt.

Die Einstellungsansätze der Tech-Branche: eher abschreckend als attraktiv für Frauen

Auf die Frage nach spezifischen Rekrutierungs- und Talentfindungspraktiken von Technologieunternehmen angesprochen, zeigen die Antworten von Frauen, die im Technik-Sektor tätig sind, dass die Branche oft nicht genau die gesamte Bandbreite der Stellen und Aufstiegsmöglichkeiten abbildet, die eine Karriere in diesem Bereich bieten kann. Infolgedessen gelingt es nicht, jede Stelle passend zu besetzen. Ein zusätzlicher Faktor könnte die Sprache sein, in der die Tech-Branche neue Stellenbeschreibungen verfasst. Viele glauben, dass der Gebrauch subtiler Zwischentöne und „männlich“ kodierter Wörter wie „führend“ oder „dominierend“ Frauen ausschließen oder befremden könnte, was dazu führen kann, dass nur noch wenige Frauen solche Stellen überhaupt in Betracht ziehen.

Zudem schrecken die Stellenbeschreibungen Frauen auch verstärkt davon ab, sich für nicht technische Stellen in der Tech-Branche zu bewerben. Mehr als die Hälfte der Frauen (51%) meinen, die Ausschreibungen seien gar nicht erst für Frauen verfasst worden. In der Umfrage geben zudem über die Hälfte der in der Tech-Branche berufstätigen Frauen und Tech-Studentinnen (54%) an, dass Tech-Unternehmen überwiegend technische Stellen bewerben, bei denen es um Programmierung, Produktdesign, Datenanalyse und Ingenieurtätigkeiten geht. Nicht technische Jobs, die genauso interessant sind, kommen dabei zu kurz.

Diese These wird von drei von vier Frauen aus der Tech-Branche sowie von 72% der Tech-Studentinnen gestützt: Sie sind der Meinung, dass von ihnen technische Kenntnisse oder ein Abschluss in Technik oder Informatik vorausgesetzt wird, um einen Job in dieser Branche zu bekommen – und das unabhängig davon, ob für eine technische oder nicht technische Stelle in der Personal-, Finanz-, Rechts- oder Marketingabteilung. Ein Blick über Ländergrenzen hinweg zeigt, dass diese Meinung stark in Indien (83%), China (79%) und Brasilien (74%) vertreten wird.

In Anbetracht eines Karrierewegs im Tech-Bereich sagen die Hälfte der Frauen (50%) weltweit, dass ihre Aufstiegschancen nicht von Anfang an klar aufgestellt werden – ein weiteres Hindernis, den Schritt in diese Branche zu wagen. Insbesondere Bachelorstudentinnen(59%) empfinden so. Das ist ein Zeichen an die Tech-Branche, jungen Frauen, noch bevor sie sich für dieses Berufsfeld entscheiden, ihre Aufstiegschancen näher zu bringen.

Frauen und Männer machen nach der Einstellung unterschiedliche Erfahrungen mit Aufstiegschancen und Führungspositionen

Auf die Frage zu Aufstiegsmöglichkeiten nach dem Einstieg in die Tech-Branche sind mehr als drei von fünf Frauen (62%) der Meinung, von ihnen würde erwartet, dass sie jede Voraussetzung einer Stellenausschreibung erfüllen müssten, um aufzusteigen. Männer hingegen, so die Umfrage, würden eher nach ihrem zukünftigen Potenzial befördert. Ein Blick über Ländergrenzen hinweg zeigt, dass diese Meinung stark in Indien (75%) und China (74%) vertreten ist. Das bestätigt die Auffassung, dass Männer hinsichtlich Berufswahl und Aufstiegsmöglichkeiten oftmals begünstigt werden.

Laut 61% der Befragten werden Denk- und Verhaltensweisen, die bei Männern als positive Vorzüge gesehen werden, bei Kolleginnen eher negativ aufgefasst. Über die Hälfte (55%) derFrauen geben an, das ihnen nicht genug Entwicklungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen auf Führungspositionen ermöglicht werden.

Florian Harbeck / Gastroinfoportal

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