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BVI Plastikmuell

Plastikmüll ade?

Datum: 11.03.2019Quelle: Bundesverband Schnellgastronomie und Imbißbetriebe I Foto: Oliur on Unsplash Ort: Köln

In den Ausgabe 4 und 6/2018 der 24 Stunden Gastlichkeit hat der Bundesverband Schnellgastronomie und Imbißbetriebe das Thema Plastikmüll aufgegriffen. Der Verband hat daraufhin die Abgeordneten des Europaparlaments Axel Voss (CDU), Birgit Collin Langen (CDU), Arndt Kohn (SPD), Martin Häusling (Die Grünen) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP) angeschrieben. Darauf geantwortet haben uns die Abgeordneten Axel Voss und Arndt Kohn. Deren Schreiben möchten wir hier wiedergeben:

MdEP Axel Voss zum Thema Plastikmüll

„Vielen Dank für Ihr Schreiben und die Übersendung der Fachzeitschrift „24 Stunden Gastlichkeit”. Ich selbst vertrete generell die Auffassung, dass es zwischen Umweltschutz auf der einen Seite sowie Wirtschaft und Arbeitsplätzen auf der anderen Seite ausgewogene Lösungen geben sollte. Zu der von Ihnen angesprochenen geplanten EU-richtlinie zu Plastikverpackungen kann ich Ihnen folgendes mitteilen.

Die Europaabgeordneten aus dem Umweltausschuss haben sich bereits kurz vor Weihnachten mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten auf einen Kompromiss bei der EU-Richtlinie zur Vermeidung von Plastikmüll verständigt.

Dieser beinhaltet zwei Jahre nach dem Inkrafttreten der Richtlinie ein Verbot von z. B. folgenden Plastikprodukten: Wattestäbchen, Besteck, Tellern, Trinkhalmen, Luftballonstäben oder Getränkeverpackungen aus aufgeschäumtem Polystyrol.

Bei Lebensmittelverpackungen, z. B. Behältnissen wie Boxen oder Fast-Food-Verpackungen, Tüten- oder Folienverpackungen, und auch bei Trinkbechern wurde dagegen lediglich eine quantitative Reduktion vereinbart, die durch Maßnahmen der Mitgliedsstaaten bis 2026 erreicht werden soll“

MdEP Arndt Kohn zum Thema Plastikmüll

„Ich begrüße es, dass das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten sich im Dezember auf ein Verbot von Einweg-Plastik einigen konnten. Die Entscheidung ist ein deutliches Signal für einen umweltfreundlicheren Konsum und stärkt durch neue Kennzeichnungsvorschriften die Rechte europäischer Verbraucher*innen. Dass dringender Handlungsbedarf besteht ist unbestritten, denn Einwegprodukte wie zum Beispiel Plastikteller, Plastikbesteck oder Trinkhalme machen rund 43 % des Abfalls an Europäischen Stränden aus. Ziel der Richtlinie ist es, Kunststoffabfälle in Zukunft zu verhindern.

Dennoch verstehen wir die Richtlinie auch als Anreiz für die Hersteller, mehr Verantwortung zu übernehmen und zum Beispiel recycelbare Alternativen zu entwickeln. In einer zweijährigen Umsetzungsfrist für den Großteil der betroffenen Artikel können nachhaltige Alternativen gefunden werden. Deswegen betrifft das Verbot nur Einwegkunststoffprodukte, für die bereits erschwingliche Alternativen verfügbar sind.

Auch wenn Großteile des weltweiten Kunststoffmülls im nichteuropäischen Ausland anfallen, muss die EU den Anspruch haben, in Fragen der Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle in der Welt zu übernehmen. Nur wenn es uns als Industrienationen gelingt, unnötigen Plastikmüll zu vermeiden, oder zumindest spürbar zu reduzieren, können wir den Forderungen gegenüber Schwellenländern und Entwicklungsländern im Hinblick auf den Umweltschutz Nachdruck verleihen.“

 

Den Artikel dazu finden Sie in der aktuellen Ausgabe der 24 Stunden Gastlichkeit.

24StundenGastlichkeit 02 19 BVI_Plastikmuell

teo / Gastroinfoportal

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