x
Lehmanns

Erweiterung der Führung bei Lehmanns

Datum: 23.04.2021Quelle: Lehmanns Gastronomie GmbH | Ort: Bonn

Zwei langjährige Mitarbeiterinnen und verdiente Führungskräfte wurden im April 2021 zu Prokuristinnen der Lehmanns Gastronomie GmbH ernannt. Teresa Buntić, Geschäftsbereich „Non Food“, übernimmt die kaufmännische Leitung mit den Bereichen Verwaltung, Marketing und Vertrieb. Ivetta Mejssar verantwortet den Geschäftsbereich „Food“ und damit den kompletten gastronomischen Bereich von der Speiseplanung bis zur Produktion.

Neue Führungsebene bei Lehmanns Gastronomie

Lehmanns
Von Links nach Rechts: Günther Lehmann (Geschäftsführer), Ivetta Mejssar (Prokuristin), Teresa Buntić (Prokuristin), Stefan Lehmann (Geschäftsführer)

Gemeinsam mit Michael Hartmann, Prokurist der Viktualien GmbH (siehe Titelbild links) und verantwortlich für den Einkauf der gesamten Unternehmensgruppe, bilden sie nun die neue Führungsriege hinter der Doppelspitze der geschäftsführenden Gesellschafter Günther und Stefan Lehmann. Die Lehmanns Gastronomie GmbH und die Viktualien GmbH gehören beide zur Lehmanns Gruppe, die insgesamt drei Firmen und verschiedene Marken unter einem Dach vereint.

Zukunftsweisende Strukturen

Mit der Ernennung der beiden Prokuristinnen schafft der Caterer nicht nur ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen in der Führungsebene, sondern richtet das Unternehmen auch für die Zukunft aus. „Gerade in schwierigen Zeiten, wie wir sie gerade durch die langen Schließungen von Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen erleben, ist es wichtig, nicht stehen zu bleiben“, erklärt Stefan Lehmann. „Wir wollen nicht abwarten und auf äußere Einflüsse reagieren, sondern die Zukunft von Lehmanns und der Catering-Branche aktiv gestalten.“

Teresa Buntić und Ivetta Mejssar im Interview

Wie ergänzen die neuen Prokuristinnen die Lehmänner, welche Projekte wollen sie zukünftig angehen, wie hat die Pandemie den Caterer beeinflusst und finden sich die beiden im Unternehmensmotto „Aus Leidenschaft zum Essen“ wieder? GVMANAGER hat nachgefragt bei

Teresa Buntić

Mit welcher persönlichen, vielleicht auch typisch weiblichen Stärke ergänzen Sie die „Lehmänner“?

Die Lehmänner schätzen mein italienisches Temperament. Ich bin ein sehr offener und direkter Mensch. Durch meine gastronomische Familiengeschichte habe ich ein hohes Qualitätsbewusstsein für Speisen und eine starke Gast- und Kundenorientierung.

Als Frau bringe ich die nötige Sensibilität und Empathie mit, um mich auch um die weichen Faktoren im Unternehmen zu kümmern. Ich bin für viele Mitarbeiter eine vertrauensvolle Ansprechpartnerin und versuche als Führungskraft für alle Mitarbeiter da zu sein.

Wie lange sind Sie bereits für Lehmanns tätig? War Prokuristin zu werden der nächste logische Schritt für Sie?

Ehrlich gesagt nicht. Ich bin 2016 von München nach Köln gezogen und habe als Assistentin der Geschäftsführung für Herrn Stefan Lehmann begonnen. In den darauffolgenden Jahren wurde ich in immer mehr Themen einbezogen, habe mehr und mehr Verantwortung übernommen und durfte vieles mitentscheiden. Als die Herren Lehmann mit dem Angebot auf mich zukamen, war es eine sehr große Ehre für mich und ein großes Zeichen von Vertrauen, da ich mitbekommen hatte, dass es Ihnen nicht leicht fällt Dinge „aus der Hand“ zu geben. Ich freue mich auf die neue Aufgabe und weiß, dass es eine persönliche Herausforderung für mich wird.

Auf welche neuen Aufgaben / Herausforderungen freuen Sie sich besonders? Gibt es Projekte oder Visionen, die Sie im Stile der Lehmanns-Ideenschmiede übernehmen und vorantreiben wollen?

Die Lehmanns-Ideenschmiede – da sagen Sie was! Es ist tatsächlich ein „Running-Gag“, dass Herr Lehmann Junior regelmäßig Brainstorming mit sich selbst betreibt und dabei Ideen entwickelt, die er spontan diskutiert und umgesetzt haben will. Und auch Herr Lehmann Senior hat immer innovative Visionen, die teilweise „verrückt“ erscheinen, aber dann umgesetzt sehr erfolgreich sind.

In diesem Punkt sind sie große Vorbilder für mich und freue mich in Zukunft weitere, auch eigene Ideen, im Unternehmen umsetzen zu können. Mein Schwerpunkt ist der Non-Food Bereich mit den nicht-gastronomischen Abteilungen wie Vertrieb, Logistik, Marketing und Personal. In meinem Bereich möchte ich vor allem die Digitalisierung und die Expansion vorantreiben.

Neben Ihrer Position als kaufmännische Leitung fungieren Sie auch mal als (Simultan-)Dolmetscherin wie uns zu Ohren gekommen ist. Wie kam es dazu?

Ja, das war eher ein Zufall. Da ich Italienerin bin und zweisprachig aufwuchs, ergab es sich gut, dass die Herren Lehmann einige neue Küchengeräte für den Neubau aus Italien beziehen wollten. Hier durfte ich dann die Kommunikation übernehmen und die beiden auch nach Italien begleiten, um die Geräte vorab zu besichtigen und alle weiteren Details zu besprechen. Als es dann zur Inbetriebnahme kam und ein italienischer Techniker geschickt wurde, war es natürlich die logische Konsequenz, dass ich die Einweisung für unsere Mitarbeiter übersetzt habe.

Wie leben Sie persönlich das Unternehmensmotto „Aus Leidenschaft zum Essen“?

Ich bin Italienerin, was soll ich sagen, Essen ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Es führt alle Familienmitglieder und Freunde zusammen an einen Tisch, es wird geredet, gefeiert, sich gestritten und versöhnt. Meine Eltern führen seit über 30 Jahren eine Pizzeria und mein Vater sagte schon immer „ich verkaufe nur Dinge, die ich selber essen würde“. Daher bin ich sozusagen von einem ins andere Familienunternehmen gekommen und auch bei Lehmanns achten wir sehr darauf, dass die Menüs ausgewogen, natürlich und lecker sind! Ich kann mich daher gut mit dem Unternehmensmotto identifizieren.

Ivetta Mejssar

Mit welcher persönlichen, vielleicht auch typisch weiblichen Stärke ergänzen Sie die „Lehmänner“?

Ich ergänze die Lehmänner mit meinem fachspezifischen Know-how. Sie haben bereits vor vielen Jahren erkannt, dass eine moderne Großküche nicht nur gute Köche, sondern auch Ökotrophologen und Lebensmitteltechnologen braucht. Meine Aufgabe ist es, unter anderem das traditionelle Koch-Handwerk in unserer Küche nach unseren Qualitätsvorgaben zu strukturieren, zu leiten und zu überwachen.

Durch meine langjährige Erfahrung in vielen Bereichen von der Speiseplanung und Qualitätssicherung über die Kundenbetreuung bis hin zur Produktion, erkenne ich die wichtigen, voneinander abhängigen und ineinandergreifenden Zusammenhänge sehr gut.

Zusammen mit meinen Kolleginnen bringe ich frischen, weiblichen Wind in den typisch männerdominierten Beruf Koch.

Wie lange sind Sie bereits für Lehmanns tätig? War Prokuristin zu werden der nächste logische Schritt für Sie?

Meine Karriere fing 2014 als studentische Aushilfskraft bei Lehmanns an. Damals wollte ich neben meinem Studium etwas Praxiserfahrung sammeln. Daraus wurde 2016 eine Vollzeitanstellung mit der Leitung der Ökotrophologie. In den ganzen Jahren habe ich viele verschiedene Bereiche bei Lehmanns kennengelernt und Verantwortung dazubekommen. Dass die Lehmänner die Zukunft des Unternehmens mit Frau Buntic und mir gestalten möchten, hat mich sehr geehrt und ich freue mich auf diese Herausforderung.

Wird die Pandemie Ihrer Einschätzung nach die Gemeinschaftsverpflegung / Schulverpflegung langfristig verändern? Welche Maßnahmen werden Sie im Bereich Speisenangebot bei Lehmanns ergreifen, was wird z. B. umgestellt, was nicht mehr oder neu angeboten?

Die Pandemie hat die Gemeinschaftsgastronomie stark getroffen und wird diese auch langfristig verändern. Den unbeschwerten Mensabetrieb mit vielen Kindern, wird es kurzfristig wahrscheinlich nicht geben. Und welche langfristigen Auswirkungen das auf die Schulverpflegung, den Bedarf der Eltern und die Unterrichts- und Betreuungskonzepte haben wird, bleibt abzuwarten.

Auch wir bei Lehmanns haben aus der Pandemie viel gelernt und viele interne Prozesse hinterfragt und neu strukturiert. In der Pandemie-Zeit haben wir uns mit vielen neuen Rohstoffen, Produkten und Rezepturen beschäftigt und unser Konzept „Lehmanns wird grüner“ im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, welche sich z. B. auch auf den Speiseplan auswirkt, indem wir 60 Prozent vegetarische Speisen anbieten.

Wie leben Sie persönlich das Unternehmensmotto „Aus Leidenschaft zum Essen“?

Mir sind vor allem glückliche und zufriedene Kinder wichtig. Mit meinem Qualitätsbewusstsein, der Produktauswahl und Engagement bringe ich die Leidenschaft zum Lehmanns Essen auf.

Die Lehmänner sind bekannt, für manch „verrückte“ Idee. Was war die bisher kurioseste Idee, die Sie miterlebt / mitumgesetzt haben oder wovon Sie sie gerade noch abbringen konnten?

Die Lehmänner sind voll mit Ideen. Diese diskutieren wir im Team miteinander und so manche Idee, wie die Umstrukturierung des kompletten Speiseplans oder die Entwicklung unserer App, ist das Ergebnis daraus. Bisher musste ich die beiden noch nicht von kuriosen Ideen abbringen, sie stellten mich damit eher vor neue Herausforderungen und Projekte.

Antonia Perzl / Redaktion GVMANAGER

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Von der Fachkraft zur Machkraft Personalmangel ist nicht nur in der Dienstleistungsbranche allgegenwärtig. Mitarbeiter gewinnen, halten und motivieren? Schwierig. Dabei können bereit...
Vom Acker bis zum Teller Pünktlich zum Schulstart nach den Osterferien veröffentlicht das Berliner Projekt „Wo kommt dein Essen her?“ die neue Regio-Karte. Diese zeigt, welch...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend