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Studie zeigt: Kunden wollen Seife sehen

Datum: 20.11.2009Quelle: Ort:

Köln. Die Schweinegrippe verbreitet sich in Deutschland schneller als von Experten erwartet. Die ersten Todesfälle von Patienten erschüttern die Bevölkerung. Aufgrund dieser Entwicklung rückt besonders die Hygiene im Lebensmitteleinzelhandel und der Lebensmittelindustrie zunehmend in den Fokus der Verbraucher. 

So ist für viele
Kunden die Hygiene an den Bedienungstheken im Supermarkt enorm wichtig
geworden. Nach einer aktuellen Marktforschungsstudie des rheingold-Instituts in
Köln reicht eine appetitliche, saubere Auslage und Präsentation der
Lebensmittel zur Kundenbindung in Zeiten der Schweinegrippe längst nicht mehr
aus. Ein wichtiges Kriterium: Sauber und hygienisch muss es sein. Ein gepflegtes
Erscheinungsbild und verantwortungsvolles Handeln seitens des Personals stellen
wesentliche Kriterien für das Vertrauen der Kunden dar. Denn Einkaufen im
Supermarkt ist für Kunden kein rationaler, sondern ein hochemotionaler Vorgang,
so ein Ergebnis der Studie, die im Auftrag von Ecolab, dem Spezialisten auf dem
Hygienemarkt, durchgeführt wurde. Kunden suchen authentische Einkaufsoasen, sie
wollen den Einkauf genießen – dieses Einkaufserlebnis soll besonders in Zeiten
der Schweinegrippe nicht durch mangelnde Sauberkeit gestört werden.

Experten vom
Bundesgesundheitsministerium und vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfehlen dem
Fachpersonal in Sachen Hygiene zu ganz einfachen Maßnahmen: Um zum Beispiel die Gefahr einer Ansteckung mit dem
A/H1N1-Virus („Schweinegrippe") an der Bedientheke zu
verringern, sollte das Personal häufig die Hände waschen. Die aktuelle Studie
des rheingold Instituts ergab: Die Kunden vor der Theke möchten diese
Hygienevorsorge live miterleben. Wie die Marktforschungsstudie zeigt, sollten
Waschbecken, Seifen- und Hygienespender hinter der Theke durchaus im Blickfeld
des zu bedienenden Kunden positioniert sein. Dies gibt den Verbrauchern
Vertrauen und Sicherheit und macht ihnen deutlich, dass der Hygiene in dem
betreffenden Markt große Beachtung geschenkt wird.

Der Handel hat
bereits auf die Pandemie und die neue Sensibilität der Kunden reagiert: „Wir
haben schon vor Monaten einen Pandemierat eingerichtet, der sich im Unternehmen
mit dem Thema Schweinegrippe und Schutzmaßnahmen beschäftigt", erklärt Albrecht
von Truchseß, Leiter Unternehmenskommunikation der real Warenhaus GmbH.
„Besonders zum Thema richtige Handhygiene haben wir alle Mitarbeiter informiert
und aufgefordert, sich besonders im Thekenbereich vermehrt und ausgiebig die
Hände zu reinigen", so von  Truchseß. „Die REWE Group
ist auf die Neue Grippe vorbereitet. Wir haben unsere Mitarbeiter über die
zentralen Hygienemaßnahmen insbesondere im Hinblick auf die Handhygiene informiert.
Zusätzlich setzen wir in den Märkten und Zentralen speziell desinfizierende
Seifen ein. Schließlich haben wir die Putz- und Reinigungspläne im Hinblick auf
die Neue Grippe überprüft", berichtet Michael Möller, nationaler
Pandemiekoordinator der REWE Group. Das Virus H1N1
gehört zur Gruppe der Myxoviren. Dabei handelt es sich um behüllte Viren, die
hoch sensitiv gegenüber Desinfektionsmitteln sind. Laut RKI muss ein
Desinfektionsmittel gegen behüllte Viren mindestens die Deklaration „begrenzt
viruzid" tragen. Aus diesem Grund sollten die Hände beim professionellen Umgang
mit Lebensmitteln mehrmals täglich wenigstens 30 Sekunden gründlich mit einem
begrenzt viruziden Händedesinfektionsmittel gereinigt werden.

In der
Marktforschungsstudie zeigt sich auch, dass Verbraucher im Supermarkt besonders
Käse-, Fleisch- und Fischtheken als potentiell gefährdete Orte für eine
Ansteckung ansehen. Wegen des ständigen Kundenkontakts des Bedienpersonals sei
das Verbreitungspotenzial von Viren hier extrem hoch, gute Hygiene daher
besonders wichtig. Schmutz und schlechte Hygiene – wie zum Beispiel
verschmierte Glasscheiben an der Auslage oder unsaubere Hände der Bedienung und
die Nichteinhaltung von Hygieneregeln beim Umgang mit Frischware – stören das
Einkaufserlebnis der Kunden ganz erheblich. Die Ecolab-Studie zeigt, dass die
Probanden verschmutzte und unhygienische Thekenbereiche meiden und in letzter
Konsequenz deshalb sogar manche Warengruppen nicht kaufen.

In der aktuellen
Diskussion um wirksame Schutzmaßnahmen vor der Schweinegrippe ist der
vertrauensvolle und vor allem hygienische Umgang mit Frischeprodukten wie
Wurst, Käse, Fleisch und Fisch im Lebensmitteleinzelhandel daher ein nicht zu
unterschätzender Pluspunkt für die Kunden Überwiegend werden
die Schweinegrippe-Viren durch Tröpfcheninfektion auf geringer Distanz zwischen
zwei Personen übertragen. Doch auch in der Umwelt können Viren auf Türklinken,
Treppengeländern und anderen Gegenständen bis zu zwei Tage ihre
Ansteckungsfähigkeit bewahren. Befinden sie sich erst einmal an den Händen,
gelangen Viren spielend über Nahrungsmittel, Mund-, Nasen- oder Augenkontakt in
den Körper.

 

Gastroinfoportal

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