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Klimakiller Essen

Datum: 07.04.2016Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung; Foto: RyanMcGuire/Pixabay Ort: Potsdam

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben erstmals für Länder rund um den Erdball umfassend untersucht, mit welchen Nahrungsmittelverlusten zu rechnen ist, und welche Emissionen damit verbunden sind. Derzeit findet ein Drittel der globalen Nahrungsmittelproduktion nicht den Weg auf unsere Teller. Dieser Anteil wird noch drastisch ansteigen, wenn Schwellenländer wie China oder Indien den westlichen Ernährungsstil übernähmen, so zeigt die Analyse. Dass ein umsichtigerer Umgang mit Lebensmitteln zur Ernährungssicherheit beitragen kann, ist bekannt. Gleichzeitig könnte das jedoch auch helfen, gefährlichen Klimawandel zu vermeiden.

Lebensmittelverschwendung lässt den Meeresspiegel steigen
„Die Lebensmittelverschwendung zu verringern ist ein Beitrag zur Bekämpfung von Hunger, gleichzeitig vermindert dies durch die Minderung von Treibhausgasen aber auch Klimafolgen wie stärkere Wetterextreme oder Meeresspiegelanstieg“, sagt die Leitautorin der Studie, Ceren Hic. Global ist das Nahrungsmittelangebot ausreichend, um den durchschnittlichen Bedarf zu decken, dennoch haben einige Entwicklungsländer weiterhin mit Unterernährung und Hunger zu kämpfen. Das Problem ist die ungleiche Verteilung – und die Verschwendung. „Gleichzeitig ist die Landwirtschaft einer der größten Treiber des Klimawandels, mit einem Anteil von circa 20 % der gesamten Emissionen im Jahr 2010,“ erklärt Ko-Autor Prajal Pradhan.

Lebensmittelverfügbarkeit kontra Lebensmittelbedarf
Für die Studie haben die Forscher den Nahrungsmittelbedarf auf der Basis physiologischer Voraussetzungen und Aktivität für vergangene und verschiedene künftige Szenarien analysiert, dabei sowohl die demografische Entwicklung als auch die Nahrungsmittelnachfrage und –verfügbarkeit und daraus folgend die damit verbundenen Emissionen berechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lebensmittelverfügbarkeit in den letzten fünf Dekaden bereits stark angestiegen ist, obwohl der Nahrungsmittelbedarf pro Person im globalen Mittel fast konstant bleibt. „Vor allem zeigt unsere Arbeit, dass sich das Verhältnis zwischen Nahrungsmittelverfügbarkeit und -bedarf mit der Entwicklung verändert. Das drückt sich unter anderem dadurch aus, dass reichere Länder mehr Nahrung konsumieren als gesund ist, oder eben Lebensmittel verschwenden,“ erklärt Pradhan. So könnten die mit Lebensmittelverlusten verbundenen Emissionen enorm ansteigen von heute 0,5 auf 1,9-2,5 Gigatonnen CO2-Äquivalente bis Mitte des Jahrhunderts.

www.pik-potsdam.de

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