x
Datum: 14.10.2009Quelle: Ort:

Honolulu/New York/Bad Honnef. Die globale Wirtschaftskrise macht auch vor den Hawaiianischen Urlaubsressorts nicht halt. Die Zahlen verdeutlichen die Rückgänge. So sank die Auslastung der Hotels in Hawaii in den ersten acht Monaten 2009 auf 66,9 Prozent, dem tiefsten Stand seit 1993. Die stark zurückgegangene Belegung der Ressorts zeigt ihre Folgen darin, dass der Umsatz je verfügbarem Zimmer um satte 25 Prozent gefallen ist und sich nach zwei Jahren Abwärtstrend gegenwärtig bei rund 150 Dollar eingependelt hat. 

"Dass die Hotellerie seit dem Einsetzen der
Krise in den letzten beiden Jahren leidet, ist längst kein Problem, was sich
ausschließlich auf Hawaii bezieht, sondern ein internationaler Trend",
erklärt Helmut Wachowiak, Fachbereichsleiter Tourismusmanagement an der
Internationalen Fachhochschule Bad Honnef – Bonn.  Der Fachmann verweist vor allem darauf, dass viele
Hotels oder deren Ausbau häufig sowohl über offene als auch über geschlossene
Immobilienfonds finanziert wurden und Renditen im Zuge des Besucherschwunds
nicht länger in der zuvor angepeilten Höhe erzielt werden konnten. Die Kombination aus
wegbleibenden Besuchern und fallenden Umsätzen hat inzwischen dazu geführt,
dass einige Ressorts nicht mehr genug Umsatz generieren, um die Hypothekenkredite
auf ihre Immobilien zu bezahlen. Die Schuldenlast des Immobilienbooms zwischen
2004 und 2008 scheint viele Hotelketten nun zu erdrücken. Einem Bericht des
Wall Street Journals nach sind die Schulden heruntergebrochen auf ein
Hotelzimmer mit durchschnittlich 23.256 Dollar so hoch, wie sonst in den
gesamten USA nicht. Laut dem Research-Unternehmen Real Capital Analytics
schneiden selbst Florida (5.345 Dollar) oder Kalifornien (5.083 Dollar) besser
ab.

Analysten gehen inzwischen
davon aus, dass sich die Schulden der hawaiianischen Hotels auf 1,6 Mrd. Dollar
belaufen. Bis zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs des US-Subprime-Marktes im
Sommer 2007 
wurden viele Haiwaii-Ressorts mit Preisen bis zu 800.000 Dollar pro Zimmer
gehandelt. Eigentümer planten daraufhin umfangreiche Renovierungen sowie
Ressort-Erweiterungen, um einen höheren Service Level anbieten zu können.
"Prestigeträchtige Markennamen sollen oft in den Hotels Einzug halten, um
Luxus-Qualitätsstandards zu vermarkten", sagt Wachowiak. Umbauarbeiten sind auf
Hawaii alles andere als unüblich. Horrende Grundstückspreise haben Investoren
schon in der Vergangenheit davor zurückschrecken lassen, neue Anlagen zu bauen.
So sind viele der bestehenden Hotels bereits in den 80er Jahren von japanischen
Investoren errichtet worden. Dass sich Investitionen in Zeiten der Krise als
immens risikoreich erweisen, zeigt sich am Beispiel von Morgan Stanley, die
schon 2007 in Kooperation mit einem lokalen Partner das 310 Räume fassende Maui
Prince Ressort sowie 1.300 Acre Land gekauft hatte. 575 Mio. Dollar dafür
stehen Umsatzrückgängen von über 50 Prozent seit 2007 gegenüber.

Gastroinfoportal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Hotels für Hollywood Hotels dienen immer wieder als Filmkulisse: Bekannte Beispiele sind z. B. der Horror-Klassiker „Shining“ (1980) von Stanley Kubrick oder W...
Deutschlands bester Nachwuchskoch kommt aus Hambur... Deutschlands bester Nachwuchskoch kommt aus Hamburg Der VKD und die Delikatessen-Manufaktur Achenbach, ermittelten am 10. Mai Deutschlands besten Nac...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Send this to friend