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Datum: 14.09.2009Quelle: Ort:

Berlin. Die überwiegende Mehrheit der
Deutschen lehnt Lager- und Exportsubventionen zur Stabilisierung der
Milchpreise in Europa ab. Das ergab eine aktuelle repräsentative
Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes forsa, die vom Bund für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Bund deutscher
Milchviehhalter (BDM) in Auftrag gegeben worden war. Um
in Not geratenen bäuerlichen Betrieben zu helfen, halten 56 Prozent der
Bevölkerung eine Senkung der Milchmenge für sinnvoll. Insgesamt spricht
sich eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent dafür aus, dass die Politik
„dauerhafte Maßnahmen" ergreifen solle, um die Überproduktion an Milch
in der EU abzubauen und Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu
bringen. Die Mehrheit der Befragten lehnt demnach eine Liberalisierung
des Milchmarktes in der EU ab. Französische Bauern protestieren seit
gestern mit einem Milchstreik gegen das Preisdumping bei der Milch.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Gegen den Willen der Bevölkerung
unterstützen die EU-Kommission und die Agrarminister der
Mitgliedsstaaten die Molkereien mit Exportsubventionen, während die
Milchbauern wegen der Überproduktion reihenweise pleite gehen. Die
Menschen in Deutschland lehnen es ab, dass ihre Steuergelder in dieses
Fass ohne Boden geworfen werden. Sie fordern stattdessen eine Senkung
der Milchmenge und ihre Anpassung an die Nachfrage. Die negativen
Folgen der Exportsubventionen für die Kleinbauern in
Entwicklungsländern und für das Klima sind bekannt. Die EU-Kommission
muss endlich ihre Milchpolitik ändern, anstatt weiter weltweit
bäuerliche Existenzen zu ruinieren." Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM: „Eine Mehrheit hat in der Krise
gelernt, dass eine nachhaltige Wirtschaft nicht mit dem Rückzug des
Staates, sondern nur mit sinnvollen Marktregeln zu sichern ist. Dies
gilt insbesondere auch für den Milchmarkt. Die Kommission sollte
aufhören eine Politik zu verfolgen, die den Interessen der Bauern und
der Bevölkerung entgegensteht."

Bereits in der vergangenen Woche hatte ein breites Bündnis aus Bauern-,
Umwelt- und Entwicklungsverbänden sowie kirchlichen Institutionen ein
Ende der Exportsubventionen und die Senkung der Milchmenge in der EU
gefordert. Das Ergebnis der aktuellen Umfrage verstärkt jetzt diese
Forderungen der Bauern und Verbände. Weiger: „Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist an der Seite
der Milchbauern und will, dass die Milcherzeugung in bäuerlichen Händen
bleibt. Die Gesellschaft verlangt, dass ein Strukturwandel gestoppt
wird, der dazu führt, dass die Milcherzeugung nicht mehr auf Wiesen und
Weiden, sondern nur noch in wenigen Agrarfabriken stattfindet." Schaber: "Die Menschen in Deutschland wissen, dass es Bauernhöfe nur so
lange gibt wie für deren Produkte faire Preise gezahlt werden. Wenn die
EU-Kommission nicht einlenkt und die Milchmenge wieder auf ein
vernünftiges Maß absenkt, gehen in den nächsten Monaten zehntausende
Bauernhöfe bankrott."

www.bund.net

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