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Datum: 23.04.2013Quelle: AMI

Bonn. Der europäische Schweinemarkt steht im aktuellen Jahr vor mehreren Herausforderungen: Die neuen Tierschutzhaltungsverordnungen, besonders die Einführung der Gruppenhaltung für Sauen, forcieren den Strukturwandel.
Die Anzahl der Betriebe sinkt, insbesondere kleinere unwirtschaftliche
Halter werfen das Handtuch. Größere Tierhalter in der Kategorie über
1.000 Tiere pro Betrieb wachsen sowohl in der Anzahl als auch in der
Herdengröße europaweit. In Osteuropa wird damit der Strukturwandel stark
beschleunigt. Ferner wird der Gegenwind im Fleischexport stärker.  Vielfach
steigende Inlandsproduktionen in den Zuschussregionen Asiens und
Russlands haben die dortigen Schweinepreise unter Druck gesetzt, so dass
der Importbedarf und die Erlöse sinken. Zusätzlich sorgen immer wieder
neue Handelsbeschränkungen Russlands für negative Schlagzeilen. In der
Summe rechnen Experten für 2013 mit einem Rückgang der EU-Exporte auf
rund 1,8 Mio. t. Dies entspricht einem Minus von 300.000 t bzw. 14 %. Nicht
zuletzt sorgt die Wirtschaftskrise in Südeuropa für eine rückläufige
Kaufkraft der Bevölkerung und Finanzierungsschwierigkeiten der dortigen
Importeure und Verarbeiter. In Griechenland sank der Pro-Kopf-Verbrauch
an Rindfleisch 2012 gegenüber 2011 von 16,5 kg auf 11,3 kg. Auch die
Italiener schränkten den Rindfleischkonsum um fast 1 kg auf 20,6 kg
spürbar ein. Folglich bleibt mehr Ware im Inland, was bei rückläufigen
Ausfuhren und verstärkten Rindfleischimporten aus Südamerika zu
Preisdruck in Deutschland führt. Die Jungbullenpreise sind entsprechend
völlig untypisch vor Ostern unter Druck geraten. In den ersten Monaten
des Jahres 2013 fielen ferner die Schlachtlämmerpreise in der EU auf ein
neues Rekordtief. Auch die Lammfleischnachfrage zeigt Einschnitte
aufgrund der rückläufigen Kaufkraft in Spanien. Hier sank der Verbrauch
im Jahr 2012 spürbar.  Alles in allem steht das Jahr 2013 in
einem sehr schwierigen Umfeld. Die Tierhalter müssen den Spagat zwischen
hohen Herstellungskosten und stagnierenden bis leicht rückläufigen
Erlösen meistern. Auch die Stimmung in der Fleischbranche ist sehr
angespannt, da die nationale und internationale Fleischnachfrage
deutlich hinter den Erwartungen zurück bleibt. Ausführliche Daten und
Fakten veröffentlicht die AMI jetzt mit der Markt Bilanz Vieh und
Fleisch 2013.

 

 

mp, RbB

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