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Datum: 18.03.2013Quelle: GfK

Nürnberg. Angesichts des Pferdefleischskandals überdenken derzeit viele Verbraucher ihr Konsumverhalten. So will ein Drittel der Deutschen künftig keine fleischhaltigen Fertiggerichte mehr kaufen. Dagegen haben rund 60 Prozent grundsätzlich kein Problem damit, Pferdefleisch zu essen. Es muss aber gesundheitlich unbedenklich und entsprechend deklariert sein. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer aktuellen Studie in Zusammenarbeit von GfK und dem GfK Verein. Die vielen Lebensmittelskandale der letzten Jahre haben die Verbraucher
für das Thema Lebensmittelqualität sensibilisiert – und polarisiert.
Zwar hat das allgemeine Vertrauen in Lebensmittelkontrollen seit Januar
2011 zugenommen, allerdings ist auch der Anteil derer gestiegen, die der
Überwachung wenig oder gar nicht vertrauen. Vor allem die unter
30-Jährigen, und hier in erster Linie die Männer, verlassen sich
überraschend stark auf die Überprüfungen von Lebensmitteln – nämlich zu
49 Prozent.

Persönlicher Kontakt zum Metzger schafft Vertrauen

Neben
dem Alter sind auch Bildungsgrad und Wohnumstände ein Faktor für eine
unterschiedliche Beurteilung der Thematik. Grundsätzlich vertrauen
Konsumenten, die einen höheren Bildungsabschluss haben oder in
Großstädten leben, den Inspektionen tendenziell weniger als der
Durchschnitt. In Städten mit über 100.000 Einwohnern glauben lediglich
37 Pro-zent an eine hohe Qualität des angebotenen Fleischs. In Orten mit
weniger als 5.000 Einwohnern sind es dagegen 52 Prozent. Die Erklärung
für diesen Unterschied liegt auf der Hand: In ländlichen Gegenden kennt
der Verbraucher seinen Metzger häufig persönlich. Dies fördert das
Vertrauen in das Produkt deutlich.

Gaststätten und Imbiss-Stände genießen großes Vertrauen

Die
Gaststätten, Imbiss-Stände und Bäckereien haben es in den vergangenen
beiden Jahren geschafft, Vertrauen aufzubauen. Aktuell gehen 46 Prozent
der Verbraucher davon aus, dass diese streng darauf achten, nur
unbelastetes Fleisch und Eier zu verarbeiten beziehungsweise anzubieten.
Vor zwei Jahren stimmten dieser Aussage lediglich 35 Prozent zu.

Pferdefleisch ist unkritisch – sagen vor allem Ältere

Erstaunlich
ist, dass 59 Prozent der Deutschen überhaupt kein Problem damit haben,
Pferdefleisch zu essen. Es muss nur gesundheitlich unbe-denklich und auf
der Verpackung vermerkt sein. Einen deutlichen Unterschied gibt es
jedoch zwischen den Geschlechtern. Während 68 Prozent der männlichen
Befragten diesem Punkt zustimmen, sind es bei den Frauen nur 49 Prozent.
Auch das Lebensalter und Kinder spielen eine Rolle. Jüngere zeigen sich
merklich zurückhaltender gegenüber dem Verzehr von Pferdefleisch als
Verbraucher über 50 Jahre. Und nur knapp die Hälfte der Menschen, die
mit Kindern im Haushalt zusammenleben, würde Pferdefleisch essen. Bei
Verbrauchern ohne Kinder im Haushalt sind es dagegen 62 Prozent.

Das Problem ist die Deklarierung, nicht der Inhalt

Verlässliche
und strikt überwachte Angaben von Produktinhalten erhöhen grundsätzlich
die Zahlungsbereitschaft für Lebensmittel. Drei Viertel der Verbraucher
behaupten von sich, dass sie sogar mehr für Lebensmittel ausgeben
würden. Vorausgesetzt sie hätten dafür die Sicherheit, dass in den
Produkten auch wirklich das enthalten ist, was auf der Verpackung steht.
Diese Ausgabebereitschaft ist zwar abhängig vom Haushaltsbudget,  doch
auch Verbraucher mit einem geringen Einkommen stimmen dieser Aussage
immer noch zu zwei Dritteln zu.  Knapp die Hälfte der Verbraucher
ist der Ansicht, dass sich Skandale wie der aktuelle Fleischskandal
vermeiden ließen, wenn alle mehr für Lebensmittel bezahlen würden. Diese
Auffassung bestätigt eine grundlegende Bereitschaft, sich eine bessere
und sicherere Ernährung auch etwas kosten zu lassen. Ein höheres
Vertrauen der Konsumenten in die Sicherheit der Lebensmittel ist dafür
jedoch Voraussetzung. Und dieses kann letztlich nur durch ein
engmaschiges Kontrollsystem sichergestellt werden.

 

mp, RbB

Gastroinfoportal

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