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Datum: 14.02.2013Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW e.V.)

Berlin/Nürnberg. „Der Bio-Markt ist wie ein Auto mit den Verbrauchern als starkem
Motor und den politischen Rahmenbedingungen als angezogene Handbremse. Nun muss
die Politik die Bremsen lösen und alle Register ziehen, um das Wachstum des
Ökolandbaus zu beschleunigen", so kommentiert Felix Prinz zu Löwenstein,
Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die
Bio-Marktdaten für das Jahr 2012. Nach den Berechnung des von der Agrarmarkt
Informations-Gesellschaft (AMI) koordinierten Arbeitskreises Biomarkt*1
verzeichnete der deutsche Bio-Markt 2012 ein Umsatzplus von 6 % und
erreichte ein Marktvolumen von insgesamt 7,04 Mrd. Euro (2011: 6,64 Mrd. €).
Sein Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt in Deutschland erhöht sich damit von
3,7 % im Jahr 2011 auf 3,9 % im Jahr 2012. „Die Nachfrage
der Verbraucher nach umwelt- und tierfreundlich erzeugten Bio-Lebensmitteln
wächst stetig weiter und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft", so
Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. Alle Verkaufsstätten haben Anteil
am Marktwachstum; so steigerte der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) seinen
Bio-Umsatz um 6 %, der Naturkostfachhandel um 7 % und sonstige Verkaufsstätten
um 4 %*2. Die Verteilung des Umsatzes auf die Verkaufsstätten bleibt
somit konstant: 50 % des Bio-Umsatzes entfallen auf den LEH, 31 % auf den
Naturkostfachhandel und 18 % auf die sonstigen Verkaufsstätten.  Dem
Marktwachstum steht die anhaltend schwächere Entwicklung der Bio-Betriebe und
-Flächen gegenüber. Nach aktuellen Schätzungen nahm die ökologisch
bewirtschaftete Fläche 2012 um rund 27.902 ha auf 1.043.528 ha zu, was einem
Plus von 2,7 % gegenüber 2011 entspricht. Die Zahl der Bio-Betriebe wuchs
binnen eines Jahres von 22.506 auf 23.096 Betriebe, eine Zunahme von knapp 600
Betrieben oder 2,6 %. Der Flächenzuwachs ist bei den verbandsgebundenen
Betrieben mit 3,0 % etwa größer als bei den EU-Bio-Betrieben mit geschätzten
2,6 %. „Konkurrenz um Pachtflächen, eine unverhältnismäßige Förderung von
Biogas, keine verlässlichen Aussagen zur Ökolandbau-Förderpolitik und das hohe
Preisniveau für konventionelle Rohwaren im Jahr 2012 stehen einer Ausweitung
des Ökolandbaus weiter im Weg", kommentiert Löwenstein. Mit den jüngsten Beschlüssen des EU-Rats zur
Reform der EU-Agrarpolitik hat Deutschland jetzt die Mittel in der Hand, um
gegenzusteuern. Löwenstein fordert: „Die Bundesregierung muss jetzt von der
Möglichkeit Gebrauch machen, 15 % der Mittel aus der ersten in die zweite Säule
zu transferieren, um damit Agrarumweltmaßnahmen und die Entwicklung des
Ökologischen Landbaus voranzutreiben." Nur so könne der dringend erforderliche
ökologische Umbau der gesamten Landwirtschaft eingeleitet werden.

*1 Dem Arbeitskreis gehören an: Agrarmarkt
Informations-Gesellschaft (AMI), AgroMilagro Research, bioVista, Bund
Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Gesellschaft für Konsumforschung
(GfK), Prof. Dr. Ulrich Hamm von der Universität Kassel, Klaus Braun
Kommunikationsberatung, Prof. Dr. Paul Michels von der Hochschule
Weihenstephan-Triesdorf und Nielsen.


*2
Naturkostfachhandel einschließlich Hofläden mit Zukauf im Großhandel oder mehr
als 50.000 € Umsatz; Lebensmitteleinzelhandel einschließlich Drogeriemärkte;
sonstige Verkaufsstätten: Bäckereien, Metzgereien, Obst/Gemüse-Fachgeschäfte,
Wochenmärkte, Ab-Hof-Verkauf, Abokisten, Versandhandel, Tankstellen.

 

Permalink zur Broschüre
Zahlen, Daten, Fakten – Die Bio-Branche 2013:

http://www.boelw.de/uploads/media/pdf/Dokumentation/Zahlen__Daten__Fakten/ZDF_2013_Endversion.pdf

 

mp, RbB

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