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IDX_FS ICA Internorga Convidera

Wie funktioniert die digitale Internorga IDX_FS?

Datum: 15.02.2021Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bilder: Convidera, IDX Events | Ort: München

Viele sehen in der ersten digitalen Internorga, die von 15. bis 17. März 2021 als sogenannte International Digital Food Services Expo 2021 powered by Internorga (IDX_FS), stattfindet, eine Revolution. Der technische Kopf dahinter, Michael Buck, Geschäftsführer von Convidera, sieht darin jedoch nur „einen Zwischenschritt in die neue hybride Welt der Messen“. Wie gewährleistet er mit seiner Technologie, dass auch unbedarfte Messebesucher problemlos teilnehmen können? Und was ist so besonders an der Plattform?

Das hat er uns exklusiv im Interview berichtet:

Herr Buck, mit der virtuellen Messe IDX_FS Expo powered by Internorga versprechen Sie eine „Neue Welt der Foodservice-Branche zum Anfassen“, ein Attribut, das man nicht gerade mit einem digitalen Event in Verbindung bringt. Wie soll das gelingen?

Internorga IDX_FS Convidera
Michael Buck, Geschäftsführer von Convidera

Digitale Events sind ein Zwischenschritt, der in eine neue Ära der hybriden Events führen wird. Es geht jetzt nicht nur darum, dass man einen digitalen Event erfolgreich gestaltet. Noch viel wichtiger ist es, dass eine Branche ein nachhaltiges digitales Konzept braucht, welches auch in einer kommenden Welt der hybriden Events eingesetzt werden kann. Unser Konzept bietet eine innovative digitale Plattform für digitale 2D- und 3D-Welten, die neue haptische Online-Erlebnisse bietet. Vor allem aber versteht es sich als eine Plattform, die die zukünftigen hybriden Events erst möglich macht. Viele Unternehmen betrachten nur digital versus analog. Es geht darum, beide Welten zusammenzuführen und die eigenen Mitarbeiter und Kunden auf dieser Reise mitzunehmen.

Was macht Ihre Plattform technisch einzigartig?

Bisherige Online-Lösungen für Events und Messen bieten die bekannten Attribute von Webinaren auf der Basis von Push-Marketing. Es werden digitale „Übersetzungen“ einer alten Messewelt geboten, weil dies das Naheliegendste war. Daher gibt es digitale Avatare und optisch aufwändig gestaltete virtuelle Messestände, die an die alte Welt der Messen erinnern. Aber das bietet meist keinen wirklichen Mehrwert.

Mehrwerte für die digitale Messewelt sind Personalisierung und schnelle Orientierung für die Teilnehmer, Netzwerkmöglichkeiten und gezielte Interaktionen.

All das schafft Produktivität für alle Beteiligten. Zudem soll all dies datensparsam ablaufen und den aktuellen Datenschutz wahren. Nicht zuletzt setzen wir auf ein Konzept, das die kommende hybride Veranstaltungswelt von morgen für alle nutzbar macht.

Die Personalisierung ist also elementar – wie wird zugleich der Datenschutz gewährleistet?

Unsere Plattform-Lösung setzt konsequent auf den deutschen Datenschutz, alle personenbezogenen Daten verbleiben in Europa, da wir nur eigene Onlinetools im Rahmen der Plattform nutzen. Der Fokus liegt auf den Besuchern, denn diese erhalten automatisiert personalisierte Dienstleistungen in Form einer eigenen Messe-Webseite, persönliche elektronische Messemappen und eine personifizierte Messeplanung. Die Besucher geben im Gegenzug dafür eine Online-Einwilligung ab.

Können diese neuen Möglichkeiten des digitalen Marketings und Vertriebs auch nach der virtuellen Messe genutzt werden?

Korrekt. Unternehmen können die Plattform auch losgelöst von Zeit und Expo weiter betreiben. Wir machen damit die Unternehmen selbst zu Veranstaltern und geben ihnen eine Plattform mit unendlichen Vermarktungs- und Vertriebsmöglichkeiten.

Welche Möglichkeiten zum digitalen Netzwerken gibt es?

Überall auf den Messeseiten können die Teilnehmer die Aussteller per Video-Chat erreichen, Online-Chat-Funktionen (moderiert) stehen für alle Live-Elemente zur Verfügung. Aussteller können auch die Besucher per Videoanruf kontaktieren, wenn sie auf der Messeseite des jeweiligen Ausstellers sind.

Das vergangene Jahr hat viele im Umgang mit Videotools geübt – aber auch manch frustrierendes technisches Erlebnis gebracht. Wie gewährleisten Sie, dass auch unbedarfte Nutzer sich problemlos einklinken können?

Wir sehen uns nicht nur in der Verantwortung, eine einfach zu nutzende digitale Plattform zur Verfügung zu stellen. Wir geben unsere umfangreichen Erfahrungen im Planen, Konzipieren und Durchführen von Online-Events an alle Teilnehmer weiter. Was die Aussteller angeht, so haben wir virtuelle Workshop-Formate entwickelt, die diese in ihrer Lernkurve unterstützt. Allerdings müssen auch deren Mitarbeiter mitziehen. Eine digitale Veranstaltung heute bzw. zukünftige hybride Veranstaltungen, mit denen ich ab 2022 rechne, werden nur so erfolgreich sein, wie die Unternehmen ihre Mitarbeiter und Prozesse darauf vorbereiten. Online-Tools und -Plattformen können noch so einfach gestaltet sein – sie verlangen mehr Involvierung und Kenntnisse von den Austellern.

Gibt es vorab auch eine Art Testsession?

Die „Messebesucher“ sollen eine Woche vor Live-Schaltung der IDX_FS Plattform einen Zugang bekommen, damit sie sich mit allem vertraut machen können.

Es soll auch noch kurz vorher ein Webinar für Teilnehmer geben, in dem wir offene Fragen genauer erklären.

Die Aussteller werden schon ca. vier Wochen vor der Messe auf die digitale Plattform gehen können. Testsessions sind auch eine gute Gelegenheit für uns, besser zu werden. Wir als Anbieter sind auch Teil dieser Reise der Unternehmen und Besucher und haben auch noch sehr viel zu lernen.

Welches technische Equipment benötigen „Messebesucher“?

Ein Besucher benötigt lediglich ein Online-Gerät, sei es Tablet, Laptop oder Smartphone, mit einem aktuellen Web-Browser. Es muss nichts heruntergeladen werden und wir nutzen Web-Kameras und Mikrofone. Der technische Aufwand bezieht sich auf verfügbare digitale Mittel.

Könnten Firewalls Probleme bereiten?

Es kann zu Problemen mit Corporate Firewalls kommen, je nachdem wie restriktiv die jeweiligen Unternehmen aufgestellt sind. Wir haben unsererseits alles dafür getan, dass sich mögliche technische Probleme im Rahmen halten.

Ist die Besucherzahl (technisch) limitiert?

Die Besucherzahl der Expo und die Anzahl der Online-Besucher, die von Unternehmen zur Expo eingeladen werden können, sind unlimitiert. Die Besucher zahlen für ihre Teilnahme keine Gebühr.

Wie sehen Sie die Zukunft von physischen Messen?

Das physische Ende der Messen ist nicht deren Ende, sondern deren Neuanfang.

Menschen sind soziale Wesen. Corona hat viele Prozesse beschleunigt, die auch ohne die Pandemie gekommen wären. Gerade digital hat sich vieles etabliert, was vorher undenkbar war. Das wird auch vor Messen nicht haltmachen. Es wird wieder Messeformate geben, um menschliche, haptische und sensorische Erlebnisse zu haben. Allerdings werden es mehr und mehr hybride Veranstaltungen sein, bei denen die digitalen Vorteile mit den menschlichen Bedürfnissen vermischt werden. Die Frage, ob es einen digitalen oder analogen Event geben wird, wird sich nicht mehr stellen. Es wird immer mehr eine Mischform sein, bei denen die Vorteile von beidem verschmelzen.

Eine weit wichtigere Frage ist für mich, ob die Messeveranstalter von gestern auch die Messeveranstalter von morgen sein werden? Dies wird sich zeigen.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Warum ist die Online-Plattform IDX_FS Expo powered by Internorga so wichtig, um die Foodservice-Wertschöpfungskette nicht zusammenbrechen zu lassen? Und um die disruptive Entwicklung der Branche zu stoppen?

Das hat uns ergänzend Gerhard Bruder, Geschäftsführer und Präsident des Institute of Culinary Art (ICA), das Schirmherr der Messe ist, exklusiv berichtet. So hat das ICA auch maßgeblichen Anteil daran, dass die Technologie von Convidera für die Foodservice-Branche entdeckt und nutzbar gemacht wurde.

Gehört virtuellen Plattformen die Zukunft? Mit dem Thema physische Messen und den Alternativen, die sich B2B-Unternehmen bieten, beschäftigte sich eine Panel-Runde auf Initiative von Convidera im Januar 2021. Die wichtigsten Erkenntnisse gibt es in einer Kurzversion.

Claudia Kirchner / Redaktion GVMANAGER

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