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IDX_FS ICA Internorga Convidera

„Ohne Messe sind die Wertschöpfungsketten in Gefahr“

Datum: 12.02.2021Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bilder: Institute of Culinary Art, IDX Events | Ort: München

Die dreitägige virtuelle Messe International Digital Food Services Expo 2021 powered by Internorga, kurz IDX_FS, die von 15. bis 17. März 2021 stattfindet, steht unter der Schirmherrschaft des Institute of Culinary Art (ICA).

Wie es dazu kam und warum diese Kooperation für den Bestand der Wertschöpfungskette der Gastro- und Foodservice-Branche so wichtig ist, das hat uns Gerhard Bruder, Geschäftsführer und Präsident des ICA, im Interview berichtet.

Herr Bruder, die Technologie, welche nun bei der virtuellen Internorga IDX_FS zum Einsatz kommt, hatten Sie eigentlich für das ICA aufgetan. Wie und warum kam es dazu?

IDX_FS ICA Internorga
Gerhard Bruder, Geschäftsführer und Präsident des ICA

Seit neun Monaten beobachte ich innerhalb unseres ICA-Netzwerks, das die gesamte Foodservice-Wertschöpfungsklette abdeckt, dass sich unsere Branche disruptiv entwickelt. Gastro-Profis bewegen sich in eine neue Richtung, auf welche die Innovationen der Industrie – mangels Kommunikation – teils nicht mehr abgestimmt sind.

Die Pandemie verändert unsere kommerziellen Realitäten und lähmt unsere Interaktionen mit Kunden, Partnern und Gemeinschaften. Parallel verändern sich Wertschöpfungsketten innerhalb der Branchn oder bilden sich gar neu. Und um unter diesen Umständen operativ aktiv und gemeinsam erfolgreich zu bleiben, braucht die Branche dringend alternative Lösungen zu Messen und Events sowie persönliche Networking- und Austauschmöglichkeiten.

Und eine derartige Lösung haben Sie bei Michael Buck bzw. Convidera gefunden?

Genau. Wir haben vor etwa drei Monaten begonnen, für das ICA nach neuen technologischen Lösungen zu suchen. Dabei hatten wir zwei Anforderungen: Einerseits haben wir geprüft, wer über Technologien verfügt, um Kommunikationsebenen, z. B. zwischen Kunde und Aussteller herzustellen; andererseits, wer fähig ist, das auch als Veranstalter virtuell durchzuführen. Unser Resümee: Da herrscht viel Chaos am Markt.

Allerdings sind wir uns – nach sechswöchigem umfangreichen Test – sicher, mit Michael Buck, als Marktführer mit viel Erfahrung, den Partner mit der besten Technologie gefunden zu haben.

Warum haben Sie schließlich die Kooperation mit der Internorga gesucht?

Unsere Branche kann es sich nicht erlauben, ein weiteres Jahr ohne Messe verstreichen zu lassen. Die Gastro-Welt wird eine andere sein, wenn es wieder losgeht. Und wenn die Kontaktbeschränkungen vertriebliche und kommunikative Aktivitäten weiter beeinträchtigen, stehen dann die Versorgungsketten im schlimmsten Fall nicht so bereit, wie nötig. Unserem Markt geht es schon schwer genug. Da sollte man alle Chancen nutzen, um einen reibungslosen Restart vorzubereiten. Doch das gelingt nur, wenn sich alle gegenseitig verstehen.

Daher haben wir vom ICA, als die Internorga 2021 als physische Messe abgesagt wurde, maßgeblich mitgewirkt, die Technologie von Convidera auch an die Internorga heranzutragen.

Sie haben die Technologie bereits für das ICA auf die Anforderungen der Branche anpassen lassen. Inwiefern?

Wichtig war z. B. die Art und Weise, wie ein Produkt dargestellt wird, Stichwort 3-D-Möglichkeiten, aber auch die Lead-Generierung. Knackpunkt für einige unserer Netzwerkmitglieder war es, ob und wie man auf der digitalen Plattform auch Neukunden gewinnen kann. Dazu ist es wichtig, die Zielgruppen ansprechen und lenken zu können. Bereits bei diesen Überlegungen bestand der Hintergedanke, eine virtuelle Messeplattform zu schaffen.

Welchen Mehrwert bringt das virtuelle Format dem klassischen Messebesucher, also z. B. dem Gastronom, dem Hotelier und dem GV-Manager?

Ich sehe in der IDX_FS einen Riesenmehrwert – sogar unabhängig von Corona. Denn durch die digitalen Möglichkeiten findet der Verwender vieles, was er sucht, wesentlich schneller. Je nach Interesse kommt er direkt zu den Foodherstellern, dann zu den Kassensystemen – ohne quer durch die Messe laufen zu müssen. Er kann dort sofort Innovationen sehen und direkt per Video in Interaktion gehen. Darin liegt eine Effizienz, die eine herkömmliche Messe nicht bieten kann.

Sehen Sie das Ende von physischen Messen und Events gekommen?

Daraus kann beides entstehen. Eine virtuelle Messe kann das Netzwerken nicht so gut abbilden wie ein persönliches Treffen. Daher braucht es eine Mischung, also Hybridmodelle. Ich denke da an Räumlichkeiten auf der „Messe“ zum Rückzug und verbalen Austausch. Inwiefern auch Messestände, wie wir sie kennen, zukünftig noch eine Rolle spielen, wird der Markt bestimmen.

Wir vom ICA werden einen derartigen Hybridweg ab sofort beschreiten. So wird Know-how eher virtuell vermittelt, während sich die Mitglieder per Get-together verbal austauschen. Viel miteinander zu reden, ist wichtiger denn je.

Welche Vorteile genießen ICA-Netzwerkpartner bei der IDX_FS?

Als sogenannte Markenpartner können sie zu einem ermäßigten Preis ausstellen, aber auch teilnehmen, wie jeder andere. Besondere Privilegien gibt es aber nicht, die Leistungen sind paketabhängig.

Darüber hinaus können sie die EXPO-Plattform auch im Nachgang noch für Kundentermine, Produktdemonstrationen, Live-Chats, Vertriebsgespräche, etc. nutzen.

Sie sind als Speaker bei der IDX_FS dabei. Worüber kann man sich mit Ihnen austauschen?

Ich werde über die disruptive Situation unseres Marktes sprechen und über die Notwendigkeit, dass das alle verstehen, die Teil der Foodservice-Wertschöpfungskette sind.

Denn wenn Einzelne das nicht abgebildet bekommen, weil sie noch in der alten Welt hängengeblieben sind, dann bricht die Kette genau an dieser Stelle.

Das gilt es zu verhindern und deshalb gebe ich mein Know-how gerne weiter.

Sie sehen sich auch als Botschafter für Kulinarik. Wird deren Stellenwert künftig steigen?

Kulinarik ist derzeit in der Öffentlichkeit stark beschnitten. Doch wir Menschen haben einen großen Bedarf an Geselligkeit, Zusammensein und Kulinarik – das macht für uns Lebensqualität aus. Daher werden wir einen großen Nachholbedarf danach haben und Gastro-Betriebe von Null auf Hundert loslegen können, sobald das wieder möglich ist. Das hat die Zeit zwischen den Lockdowns gezeigt – und das stimmt mich sehr positiv.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Was ist das Besondere an der Technologie der Online-Plattform, die hinter der IDX_FS powered by Internorga steckt? Und warum ist diese virtuelle Branchenmesse nur ein Zwischenschritt? Das hat uns der technische Kopf hinter der IDX_FS Expo, Michael Buck, Geschäftsführer von Convidera , im  Interview berichtet.

Claudia Kirchner / Redaktion GVMANAGER

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