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Neue Food-Bewegung: Laut MSC-Studie stellten die sogenannten Klimatarier ihre Ernährung während der letzten beiden Jahre aus Klimaschutzgründen um.

Klimatarier: Ernährung für die Umwelt #spürbargrün

Datum: 20.09.2022Quelle: Marine Stewardship Council | Bild: Colourbox.de | Ort: Berlin

Mehr als die Hälfte aller deutschen Verbraucher, die ihre Ernährung in den vergangenen zwei Jahren umgestellt haben, taten dies aus Umwelt- und Klimaschutzgründen. Das besagt ein Ergebnis der aktuellen MSC-Studie. Daraus entwickelt sich eine neue Food-Bewegung, die sich Klimatarier nennt.

Als Motiv für die Veränderung ihres Essverhaltens nannten die Befragten:

  •     den Schutz der Umwelt (35 %)
  •     die Auswirkung der Ernährung auf den Klimawandel (27 %)
  •     die nachhaltigere Herkunft des Essens (26 %)
  •     und der Schutz der Ozeane (18 %)

Auf die Frage, welche Umweltprobleme ihnen am meisten Sorge bereiteten, gab mehr als die Hälfte der in Deutschland Befragten (59 %) die Auswirkungen des Klimawandels an, gefolgt von Gewässerverschmutzung (47 %), Regenwaldzerstörung (41 %), extremen Wetterereignissen (39 %) und der Gesundheit der Ozeane bzw. dem Rückgang der Fischpopulationen (29 %). Mehr als ein Drittel der Befragten (36 %) zeigt sich besorgt über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane – das sind 8 Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren.

Klimatarier ändern Essverhalten zum Schutz des Klimas

Von denjenigen, die angaben, ihre Ernährung zum Schutz des Klimas geändert zu haben – den sogenannten Klimatariern – sagte mehr als die Hälfte (53 %) aus, beim Fischkauf heute mehr als früher auf eine nachhaltige Herkunft ihres Fischs zu achten. Und künftig? Fast zwei Drittel der Klimatarier (63 %) beabsichtigen, in Zukunft beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten mehr auf Umweltsiegel und eine nachhaltige Herkunft der Ware zu achten, im Vergleich zu 42 % aller anderen Befragten.

Klimatarier essen weniger Fleisch, mehr Gemüse, Getreideprodukte sowie Obst. Unverarbeitete Lebensmittel stehen im Vordergrund, Regionalität und Saisonalität sind zudem wichtig. Als Eiweißquelle spielen auch Muscheln und Fisch eine größere Rolle, weil deren CO2-Fußabdruck bis zu zehnmal niedriger als der von Fleisch sein soll.

Siegel als Erkennungszeichen

Umweltsiegel bieten dabei eine gute Orientierung, da sie entsprechende Produkte leicht erkennbar machen. Das ASC-Siegel kennzeichnet Produkte mit verantwortungsvoll gezüchtetem Fisch, das MSC-Siegel steht für nachhaltigen Wildfisch – beide Siegel machen eine bestmögliche, umweltverträgliche Wahl einfacher.

Laut ASC-Umfrage sind unabhängige Zertifizierungsprogramme wie ASC und MSC die vertrauenswürdigsten Informationsquellen für Verbraucher, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Jede vierte Person schenkt ihnen am meisten Vertrauen (24 %), erst an zweiter Stelle (22 %) folgen Umweltschutzorganisationen wie WWF und Greenpeace. Danach folgen Dokumentarfilme mit 12 %.

Immerhin 75 % der Befragten der ASC-Studie sind der Ansicht, dass Fisch und Meeresfrüchte aus verantwortungsvollen Quellen positive Auswirkungen auf die Meere haben und fast zwei Drittel (64 %) sagen aus, dass sie sich für die Auswirkungen interessieren, die die Fischindustrie auf die Umwelt hat.

„Check deinen Fisch“-Initiative

Die von ASC und MSC jedes Jahr im Herbst durchgeführte Initiative Check deinen Fisch appelliert an einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Fisch. An der diesjährigen Initiative, die vom 25. September bis 9. Oktober 2022 bundesweit stattfindet, nehmen über 45 Partner teil, darunter beispielsweise Edeka oder Deutsche See.

 

So essen die Deutschen

Welche Klima- und Umweltaspekte eine zentrale Rolle beim Einkauf von Lebensmitteln spielen, geht aus dem Ernährungsreport 2022 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hervor. In einer repräsentativen Umfrage werden die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen jedes Jahr abgefragt.

Mehr dazu im Beitrag So essen die Deutschen.

Redaktion GastroInfoPortal

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