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Ernährungswende gefordert: #spürbargrün

Datum: 18.06.2021Quelle: Slow Food Deutschland e. V. I Foto: Priscilla Du Preez on Unsplash Ort: Berlin

Zum heutigen Tag der nachhaltigen Gastronomie verweist Slow Food Deutschland (SFD) auf die zentrale Bedeutung der Gastronomie für die Transformation unseres Ernährungssystems. Der Verein appelliert an Politik und Verbraucher, Gastronomen zu unterstützen, die sich in fairen regionalen Netzwerken engagieren und lokale Märkte stärken und damit zur Ernährungswende beitragen. Zukunftsfähig arbeitende Profiköche sind mehr als Zubereiter von Mahlzeiten. Sie sind Botschafter für ein faires Lebensmittelsystem, ob in Restaurant, Betriebscasinos oder Mensa. Viele von ihnen sind kulinarisch und politisch bei Slow Food beheimatet: in der Köche-Vereinigung Chef Alliance sowie im Genussführer.
Köche stehen ebenso wie ihre Gäste unter dem Eindruck des Lockdowns. Dieser hat verdeutlicht: Restaurants und Lokale sind mehr als „nur“ Orte des Essens und Genießens. Sie sind Orte für soziales Miteinander und die kulinarischen Visitenkarten einer Region. Es sind Orte, an denen Gastronomen die Brücke zwischen Bauch und Kopf schlagen können: Indem sie ihre Gäste über den Genuss für eine planetenfreundliche Ernährungsweise inspirieren. Köche aus dem Slow-Food-Netzwerk haben bereits vor Jahren damit begonnen, den Genuss um die Verantwortung zu ergänzen. Dass sich immer mehr auf diesen Weg machen, spiegelt sich im stetig wachsenden Netzwerk der Chef Alliance sowie im Genussführer wieder. Beides sind wichtige Orientierungshilfen für Verbraucher bei der Suche nach Gastronomen, die nachhaltig wirksam sind; die neue Genussführer-App ebnet den Weg mit nur wenigen Klicks. „Wir hoffen, dass Verbraucher die App nutzen, um die Gastronomie nach den langen herausfordernden Monaten des Lockdown zu unterstützen“, erklärt Wieland Schnürch, Leiter des Genussführer-Herausgeberteams.

Ernährungswende können wir nicht aufschieben

Profiköche aus dem SFD-Netzwerk sind Multiplikatoren zwischen Erzeugung, Verarbeitung und Gast. Der Weg zum Ursprung ihrer Lebensmittel ist für ihre Gäste transparent. Indem die Köche vielfältige, frische und regionaltypische Lebensmittel mit kurzen Transportwegen bevorzugen, tragen sie zum Schutz von Mensch, Tier sowie Umwelt und Klima bei. Dieses Engagement habe Vorbildcharakter und verdiene Wertschätzung, meint Jens Witt. Er leitet die Chef Alliance: „Wenn diese ‚Netzwerkgastronomie‘ weiter wächst, sich ihr immer mehr Köche der Außerhausverpflegung anschließen, gewinnen wir an Strahlkraft und ermutigen eine wachsende Anzahl an Menschen, ganzheitlich gesunde Ernährung mit guten Grundnahrungsmitteln auch in den eigenen vier Wänden umzusetzen. Wir brauchen diesen Dominoeffekt für die so wichtige Ernährungswende, die wir nicht aufschieben können.“
Um nachhaltigen Gastronomen ihre wichtige Arbeit zu erleichtern, fordert Slow Food politische Unterstützung und Förderung. Stätten regionaler Wertschöpfung, vor allem die des Lebensmittelhandwerks, sind vielerorts der Industrialisierung zum Opfer gefallen. Hier braucht es eine Kehrtwende. „Seit der Corona-Pandemie genießt Regionalität bei vielen Verbraucheren wieder einen höheren Stellenwert. Diesem Interesse sollte die Politik Folge leisten und Anreize für verlässliche Versorgungsangebote in den Regionen schaffen“, fordert Nina Wolff, amtierende SFD-Vorsitzende. Und die Verbraucher? Auch sie können ihren Beitrag leisten, in dem sie bereit sind, für gute Erzeugnisse faire Preise zu zahlen.

Redaktion GastroInfoPortal / Michael Teodorescu

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