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Essen verbindet Menschen

Datum: 26.08.19Quelle: BZfE | Foto: Daria Shevtsova from Pexels | Ort: Berlin

Ein Projekt mit geflüchteten Jugendlichen zeigt, dass Integration und Inklusion auch über das Essen führen kann.

Essen ist Kultur

Essen ist in allen Kulturen die erste „Sprache“, mit der Kleinkinder die Welt kennenlernen. Damit erfahren sie, was in ihrer Familie und ihrer Kultur auf den Tisch kommt und welche Werte wichtig sind. Essen bietet die Möglichkeit, miteinander Zeit zu verbringen und zu einer Gruppe zusammenzuwachsen. So ist Esskultur auch ein wichtiger Teil unserer Identität und unseres Gefühls für Heimat und Gruppenzugehörigkeit.

Da verwundert es nicht, dass die gemeinsame Mahlzeit in allen bekannten Kulturen gelebt wird und wichtig ist. Es gibt zahllose Beispiele in der Geschichte, in der sie eine zentrale gesellschaftliche Bedeutung hat, vom letzten Abendmahl bis hin zu den Rittern der Tafelrunde.

Stetige Entwicklung

Zugleich beeinflussen sich verschiedene Esskulturen gegenseitig – früher als „fremde“ oder exotisch geltende Speisen sind heute fester Bestandteil unseres Speiseplans. Neugierde und Interesse an Neuem kann die Scheu vor dem Unbekannten überwinden. Das lässt sich auch gut nutzen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und einander besser kennenzulernen.

Integration via Teller

Um geflüchteten Menschen die (ess-)kulturelle Integration und Inklusion zu erleichtern und darüber hinaus die ernährungsbezogenen Gesundheitsressourcen zu stärken, hat die Bahn-BKK in Kooperation mit Professor Doktor Christoph Klotter von der Hochschule Fulda und Ernährungswissenschaftlerin Eva-Maria Endres ein Workshop-Konzept für eine soziale Einrichtung entwickelt und mit Jugendlichen getestet. Wichtige Zielsetzung des Projektes war es, ein Angebot zu erstellen, das deutlich macht: Niemand soll seine kulturelle Identität aufgeben, niemandem wird etwas „übergestülpt“. Durch die Gestaltung gemeinsamer Kochsituationen ließen sich Vorbehalte (z. B. gegen Vollkornbrot oder regionale Spezialitäten) schnell ab- und Ernährungswissen aufbauen. Nebenbei konnten auch andere gesellschaftsrelevante Aspekte behandelt werden, etwa Arbeitsteilung und die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Respekt als Schlüssel zum Erfolg

Insgesamt bestätigte sich, dass unterschiedliche Kulturen voneinander lernen und sich miteinander (weiter)entwickeln können, wenn sie sich mit Respekt begegnen. Das Projekt wird in der Fachzeitschrift Ernährung im Fokus ausführlich beschrieben.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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