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Einwegkunststoff Kurt Schüler

Plastikverbot – Was darf, was nicht?

Datum: 17.03.2021Quelle: Papstar | Bilder: Colourbox.de, Papstar | Ort: Kall

Die Europäische Union (EU) hat im Sommer 2020 eine Einwegkunststoffrichtlinie erlassen, die sogenannte Single-Use-Plastics-Directive (SUPD). Diese tritt zum 3. Juli 2021 in Kraft und stellt ein kompliziertes Regelwerk dar, welches besonders die Nutzer von Einweggeschirr in hohem Maße betrifft. Die nationale Umsetzung ist in Deutschland bereits durch die Einwegkunststoffverbotsverordnung (EWKVerbotsV) geregelt und tritt zum selben Zeitpunkt in Kraft. Die Direktive/Verordnung bezieht sich nur auf Einwegkunststoffartikel – dabei gilt es aber zu beachten, dass auch Produkte aus anderen Materialien, die mit einer dünnen Kunststoffbeschichtung versehen sind, generell als Kunststoffprodukte definiert sind. Ebenso Bioplastik-Produkte.

Die Direktive/Verordnung regelt unter anderem folgende Punkte:

  • Verbrauchsreduzierung (Artikel 4)
  • Beschränkung/Verbot des Inverkehrbringens (Verbote, Artikel 5)
  • Produktanforderungen (zum Beispiel fixierter Deckel)
  • Kennzeichnungsanforderungen (Becher mit Hinweis „Plastik im Produkt“, Artikel 7)
  • Erweiterte Herstellerverantwortung (Kostenbeteiligung)
  • separate Sammlung• Sensibilisierungsmaßnahmen
  • Koordinierung der Maßnahmen

Verbot des Inverkehrbringens

Artikel 5 der Direktive/Verordnung belegt folgende Artikel mit einem „Verbot des Inverkehrbringens“:

  • Teller aus Kunststoff wie PP (Polypropylen), PS (Polystyrol), EPS (Expandiertes Polystyrol), XPS (Extrudiertes Polystyrol) oder auch CPLA (Crystallised Polyactid Acid, Bio-Kunststoff), aber auch Teller aus Pappe oder Zuckerrohr, wenn sie eine Kunststoffbeschichtung aufweisen
  • Trinkhalme aus PP (Polypropylen), PS (Polystyrol) oder aus PLA (Polyactide, Bio-Kunststoff)
  • Bestecke und Rührstäbchen aus PP (Polypropylen), PS (Polystyrol) oder aus CPLA (Crystallised Polyactid Acid, Bio-Kunststoff)
  • Produkte aus geschäumtem Kunststoff (EPS – Expandiertes Polystyrol) – hierbei gilt es zu beachten, dass Produkte aus XPS (Extrudiertes Polystyrol) wie Hamburger- oder Menüboxen nicht verboten sind
  • Vorhandene Lagerbestände von Produkten bei Händlern oder Verwendern, deren Inverkehrbringen ab dem 3. Juli 2021 untersagt ist, dürfen aufgebraucht werden!

Kennzeichnungsanforderungen

Artikel 7 der Direktive/Verordnung legt fest, dass Einweggetränkebecher oder Einwegbehältnisse, die aus Plastik oder aus mit Plastik beschichtetem Karton bestehen und entsprechend Artikel 4 einem Reduzierungsziel unterliegen, eine bestimmte Kennzeichnungspflicht erfüllen müssen, um den Verbraucher darüber zu informieren, dass das Produkt Kunststoff beinhaltet. Dies wird zu einer – sicherlich beabsichtigen – erheblichen Verteuerung von Getränkebechern führen.

Die Kennzeichnung sieht wie folgt aus:

Florian Harbeck / GastroInfoPortal

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