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Dave Takisaki on Unsplash Verpackungsmüll

Verpackungsmüll vermeiden

Datum: 23.08.2018Quelle: Inhalt: BLE | Foto: Dave Takisaki on Unsplash | Ort: Bonn

Seit 20 Jahren steigt das Aufkommen von Verpackungsmüll in Deutschland. Es gibt Möglichkeiten, Verpackungen zu vermeiden und zwischen Verpackungsalternativen zu wählen. Wir stellen einige vor:

Mehrwegeinkaufstaschen?

Mehrwegeinkaufstaschen sind inzwischen ein trendiges Accessoire und sehen oft richtig schick aus. Egal aus welchem Material die Tasche ist: Wichtig ist es, die Taschen möglichst oft zu verwenden. Denn Mehrwegtaschen sind in der Produktion mit deutlich höheren Umweltbelastungen verbunden als Einwegtaschen. Insgesamt vermeiden sie aber Umweltbelastungen, weil bei jeder Nutzung eine Einwegtasche eingespart wird.

Beim Kauf lohnt es sich auch darauf zu achten, dass die Mehrwegtasche aus Recyclingmaterial ist. Denn auch Tüten aus Papier, Mais oder Zuckerrohr setzen von der Produktion bis zur Entsorgung viele klimaschädliche Gase frei. Andererseits verrotten sie aber auch deutlich schneller. Beim Einkauf von Brot und Brötchen kann man Verpackungsmüll vermeiden. Die Ware darf lose über die Theke gereicht und in einen mitgebrachten Mehrwegbeutel verpackt werden.

Mit der eigenen Dose im Supermarkt einkaufen?

Die eigene Dose im Supermarkt? Oft heißt es an der Frischtheke: „Das ist gesetzlich nicht erlaubt“. Das stimmt so nicht, denn wie ein Geschäft das handhabt, legt unter anderem der Betreiber fest. Er ist für die Hygiene hinter der Theke verantwortlich. Viele Ladenbesitzer gehen auf Nummer sicher und verbieten das Befüllen eigener Dosen. Aber es gibt Lösungen: Eine lautet, die Dose oben auf der Theke abzustellen. Eine andere funktioniert mit einem Tablett, das nur das Verkaufspersonal anfasst. Der Kunde stellt seine Dose darauf ab und das Personal befüllt sie, ohne sie zu berühren.

Einweg- oder Mehrwegflaschen?

Mehrwegflaschen sind aus Umweltsicht die erste Wahl. Dies gilt umso mehr, je regionaler die Vertriebswege sind und je häufiger Verbraucher die Flaschen neu befüllen. Wie Auswertungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (IFEU) gezeigt haben, sind PET-Mehrwegflaschen aus regionaler Abfüllung die ökologisch günstigsten Getränkeverpackungen.

Gar nicht empfehlenswert sind dagegen Einweg-Glasflaschen. Ihre Herstellung verbraucht viel Energie und sorgt für einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen. Energieaufwendig ist auch das Recycling von Einweg-PET-Flaschen. Hinzu kommt, dass nur ein geringer Prozentsatz an alten Plastikflaschen wieder zu neuen verarbeitet werden kann. Die meisten entsorgten Einweg-Plastikflaschen bekommen als Taschen oder Zeltplanen ein zweites Leben und dienen als Brennmaterial.

Glas oder Verbundkarton?

Die Glasverpackung braucht aufgrund ihres hohen Gewichts viel Transportenergie. Außerdem wird das Glas nur einmal befüllt. Laut Umweltbundesamt haben Produkte im Verbundkarton die Nase vorn, denn beim Transport über weite Strecken brauchen sie weniger Energie wegen ihres geringeren Verpackungsgewichts. Wird der Verbundkarton über ein Recyclingunternehmen entsorgt, können Papier und Kunststoff wieder getrennt und entweder stofflich oder zumindest thermisch wiederverwendet werden.

Joghurt aus dem Pfandglas?

Joghurt gibt es in zahlreichen Angebotsformen. Je kleiner die Verpackungseinheit, desto mehr Müll entsteht. Kleine Einweggläser sind ökologisch nicht sinnvoll. Bei den 500-Gramm-Gebinden gibt es Angebote in Gläsern oder in Plastikbechern, meist mit abtrennbarem Pappanteil. Die Gläser sind zunächst aufgrund der Wiederverwertung ökologisch sinnvoll. Ihr großer Nachteil: Sie sind schwer. Daher sind Pfandgläser nur bei lokalen Kreisläufen die ökologisch sinnvollste Entscheidung. Sonst ist der Plastikbecher aufgrund seines geringen Gewichts besser für die Umwelt. Trennt der Verbraucher dann den Papier- vom Plastikanteil und entsorgt alles über das örtliche Recycling, können Weiterverwerter die Rohstoffe besonders gut wiederverwenden.

Sind Bio-Kunststoffe eine Lösung?

Bio in Bezug auf Kunststoffe hat zwei Bedeutungen. Denn neben Erdöl kann Kunststoff auch aus Mais, Kartoffeln, Zuckerrohr oder Holz bestehen. Dabei gibt es Kritik am Einsatz von Lebensmitteln als Grundlage für Verpackungsmaterial. Außerdem schädigt der Anbau der Ausgangsstoffe die Umwelt und der Bio-Kunststoff hat das gleiche Entsorgungsproblem wie Kunststoffe auf Erdölbasis.

Auch die kompostierbaren Bio-Plastiktüten haben ein Problem. Ihr Material ist zwar so zusammengesetzt, dass es sich in vergleichsweise kurzer Zeit zersetzt, aber das geschieht nur unter genau definierten Bedingungen. Der heimische Komposthaufen bietet diese Bedingungen selten. In industriellen Kompostieranlagen gibt es gleich zwei Probleme. Zum Einen werden die kompostierbaren Tüten häufig zusammen mit nicht zersetzbaren aussortiert, zum Anderen liefern sie kein organisches Material.

Sina Fürch / Gastroinfoportal

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