x
Brook Lark_Unsplash

Foodtrends 2019

Datum: 26.11.18Quelle: Sinah Titzmann, speisekarte.de | Fotos: Brook Lark, Three Bunnies, Megan Savoie, Gouthaman Raveendran all on Unsplash | Ort: Nürnberg

Mit Begriffen wie Low Carb, Superfood oder Paleo kann man Foodies nicht mehr aus der Reserve locken – das alles ist schon ein alter Hut. 2019 kommt wieder Neues auf die Speisekarten und in die sozialen Netzwerke.

Zeit für neue Foodtrends

All Time Favourites wie Wiener Schnitzel oder Nudeln mit Tomatensauce – es gibt diese Klassiker, an denen man sich nie satt essen kann. Doch genauso wie die Mode unterliegt die Foodbranche Trends, die Jahr für Jahr das Einerlei auf den Tellern vertreiben. Mit Begriffen wie Low Carb, Superfood oder Paleo kann man Foodies nicht mehr aus der Reserve locken – das alles ist schon ein alter Hut. 2019 kommen wieder neue Foodtrends auf die Speisekarten und in die sozialen Netzwerke. Das Team von speisekarte.de hat die wichtigsten Trends des kommenden Jahres hier zusammengetragen.

Exotische Zutaten

Andere Länder, andere Geschmacksvorlieben – die ungebrochene Lust auf internationales Flair zeigt sich 2019 in Moringa und grünem Bananenmehl. Moringa oleifera heißt der aus der Himalaya-Region Nordwestindiens stammende Meerrettichbaum. Heute ist er in Ländern Afrikas, Arabiens, Südostasiens und auf den karibischen Inseln verbreitet. Da das neue Superfood mit 90 Nährstoffen besonders reich an Proteinen, Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen ist, trägt die Pflanze auch den Namen Wunderbaum. Lange Zeit wurde Moringa als Meerrettichersatz verwendet, weil die Wurzeln ähnlich wie Meerrettich riechen und die Blätter einen scharfwürzigen Beigeschmack haben. Einen ganz anderen Geschmack – aber ebenfalls reich an Nährstoffen – hat grünes Bananenmehl. Es ist glutenfrei und eignet sich als Alternative zu verarbeitetem Weizenmehl hervorragend zum Backen und Binden von Speisen. Außerdem hat es weniger Kalorien und wertvolle, energiespendende Kohlenhydrate. Außerdem soll es dank Serotonin glücklicher machen. Das leicht nussig schmeckende Mehl wird aus unreifen, getrockneten Kochbananen gewonnen. In Westafrika und in der Karibik ist das Mehl bereits fester Bestandteil der Küche – hierzulande noch ein Trend.

Brinner all day long

megan-savoie-234128-unsplash

Ein Sonntag wie im Bilderbuch mit Ausschlafen, Frühstück bis in den Nachmittag und am Abend pünktlich zum Tatort wieder auf der Couch – der Trend “Brinner” macht es möglich. Das Breakfast for Dinner verbindet als Kombination aus Frühstück und Abendessen süße mit herzhaften Komponenten, das Beste aus Breakfast und Dinner. Der Trend aus Kalifornien hat es nach Europa geschafft. Er bietet Spätaufstehern die Gelegenheit, beliebte Speisen fürs Frühstück wie Waffeln, Müsli Croissant oder Rührei zusammen mit warmen Gerichten wie Hähnchen, Pesto bis hin zu Austern zu genießen. In den USA gibt es bereits seit einigen Jahren Restaurants, die Frühstücksbuffets rund um die Uhr anbieten. Gerade Foodies, die morgens keinen Bissen herunter bekommen, kommt das “Spätstück” sehr entgegen. Neu in 2019 sind Kreationen, die ein Mix aus beiden Mahlzeiten sind. So werden süße Donuts mit einem deftigen Topping aus Speck kreiert oder Omelettes mit scharfen Jalapeños. Das Brinner schafft es sogar bis in die Spitzengastronomie.

 

Glitzerstaub und essbare Blüten

Glitzer auf Muffins, Cupcakes, Cake Pops – der Himmel auf Erden für alle Foodistas. Essbares Glitzer, vor allem in Silber oder Gold, verleiht allen Backwerken und anderen Nahrungsmitteln einen wertvollen, edlen Look. Der Glitzerstaub wird aus Gelatine hergestellt. Da die Partikel keinen Zucker enthalten, sind sie keine Geschmacksträger – was ein großer Unterschied zu anderen süßen Zuckerdekorationen ist und die Möglichkeiten ihres Einsatzes erheblich erweitert. Essbare Blüten sind ebenso wie Glitzer ein echter Hingucker auf jedem Gericht – und damit zählen sie zu den Foodtrends schlechthin. Sie sind aber nicht nur ein Fest der Farben, sondern können auch überraschend lecker schmecken und ein neues Aroma einbringen. Häufig werden Blüten als Kräuter-Ersatz verwendet, denn ihre Aromen sind denen der Blätter der jeweiligen Pflanze meistens sehr ähnlich, nur lieblicher und feiner. Suppen oder Salate garniert mit Kapuzinerkresse oder Ringelblumen lassen Frühlingsgefühle aufkommen. Brötchen, Kuchen und andere Nachspeisen werden mit Lavendel- oder Rosenblüten dekoriert. Alle essbaren Blüten lassen sich auch kandieren und werden so zu eigenen dekorativen Süßigkeiten. Auch Veilchen, Jasmin, Gänseblümchen und Stiefmütterchen sind ebenso essbar wie die Blüten von Orange, Apfel, Zucchini, Raps und sogar Zwiebel.

Brutal Lokal

Der Begriff “regional” wird in der Gastroszene beinahe inflationär gebraucht, denn regionaltypische bzw. traditionelle Zubereitungsformen halten sich standhaft. Der Lokal-Trend bekommt nun eine Zuspitzung als Antwort: Brutal Lokal. Auf jedwede Zutat, die gerade nicht in die Saison passt und nicht direkt vor der Haustür wächst, wird verzichtet. Zu diesen „wilden“ Genüssen zählen Löwenzahn und Brennnessel, Adlerfarn und Hopfensprossen, die „essbare Erde“ spielt für den kulinarischen Gaumen eine immer wichtigere Rolle. Mit den Jahreszeiten kommen und gehen auch die Speisekarten. Somit bekommt “saisonal” auch gleich eine neue Bedeutung. Im Herbst stehen Wildbret, Pilze, Beeren oder Moose auf dem Menü, im Frühling wird sie grüner, sobald die Knospen wieder sprießen. Es wird also das gekocht, was die Natur gerade zu bieten hat oder im heimischen Garten gezüchtet wird. Die Sehnsucht vieler Konsumenten nach Natürlichkeit und Vertrauen in die Herstellungsprozesse ist eng verbunden mit der Bedürfnis nach mehr Orientierung in dem Überangebot an unterschiedlichsten Esskulturen.

Einfärben mit Ube

three-bunnies-801425-unsplash

Das leuchtend lilafarbene Ube ist ein neuer Foodtrend, der sämtliche Dessertsorten, Snacks und Dips zum farblichen Highlight macht. Und wer hier nun automatisch an künstliche Farbstoffe denkt, weit gefehlt! Ube ist eine Yamswurzel, die ursprünglich aus Asien kommt und ein wenig nach Süßkartoffel schmeckt, mit einer leicht nussigen Note. Viele schreiben der Superknolle aber noch weitere, durchaus intensivere Geschmacksnoten zu. So kann Ube auch nach weißer Schokolade, Pistazie, Kokos oder Vanille schmecken. Im asiatischen Raum wird die lila Knolle schon lange zum Einfärben von sämtlichen Lebensmitteln verwendet, vor allem bei der Zubereitung von Desserts. Inzwischen beschränkt sich das Färben aber nicht mehr nur auf Waffeln, Gebäck, Eis oder Tortenböden, auch Butter oder Frischkäse, Joghurt, Pommes und herzhafte Dips werden zum optischen Hingucker. Gesund soll die Knolle auch noch sein, denn die Superwurzel ist reich an Mineralien und den Vitaminen A, C und E. Sie kurbelt den Stoffwechsel an, sorgt für eine reine Haut und soll sogar bei hormonellen Problemen unterstützend wirken. Zudem ist die Yamswurzel reich an Antioxidantien, denen man aufgrund ihrer zellschützenden Wirkung einen verjüngenden Effekt zuschreibt. Ein wahres Superfood für 2019!

Willkommen in Hawaii: Poké Bowls

Bowls sind schon in aller Munde – der Trend um den exotischen Frischemix Poke Bowl schwappt aber gerade erst nach Europa. Auf Hawaii hat sie sich schon lange als Nationalgericht etabliert und in den USA zählt sie zu den Lieblingsgerichten der körper- und fitnessbewussten Kalifornier. Das Wort „Poke“ bedeutet im Hawaiianischen so viel wie „in Stücke schneiden“. Es handelt sich also um einen in kleine Stücke geschnittenen Fischsalat, ähnlich wie Sashimi. Das Schüsselgericht stellt eine köstliche Verschmelzung der japanischen Küche mit der Kulinarik der amerikanischen Westküste dar. Die Hauptzutat der Poke Bowl ist der rohe Fisch. Meistens werden Thunfisch oder Lachs verwendet, aber auch Oktopus und Garnelen sind häufig in den Bowls zu finden. Damit der Fisch nach etwas schmeckt, wird er mit einer würzigen Marinade aus Sojasauce, verschiedenen Ölen und Gewürzen, etwas Ingwer, Limetten und scharfen Pasten verfeinert. Neben dem Gesundheitsbooster Fisch mit seinen Omega-3-Fettsäuren besteht die Bowl häufig aus Reis, Salat, Quinoa oder gebratenem Gemüse. So schmeckt die Poke Bowl ein wenig nach Urlaub und hawaiianischem Sonnenschein.

Catch me while you eat: Pop-up-Restaurants

Restaurants auf Zeit sind in – die Lust auf Veränderung beflügelt den Trend. Das klassische Modell einer Location mit fester Adresse bekommt gerade im urbanen Raum immer häufiger Konkurrenz von Pop-up-Lokalen, die für ein paar Tage oder Wochen zusätzlich um Gäste buhlen. In der heutigen schnelllebigen Zeit überzeugen vor allem gastronomische Konzepte, die unverwechselbar sind und das vermeintlich „gewöhnliche“ Einerlei normaler Restaurants aufbrechen. Dazu zählen außergewöhnliche Orte von U-Bahn-Schächten bis hin zu Hochhausterrassen, keine geregelten Öffnungszeiten oder das Einfliegen eines internationalen Küchenteams. Gerade urbane Foodies sind für ihren nächsten Restaurantbesuch auf der Suche nach unterschiedlichsten kulinarischen Erfahrungen, nach dem nächsten neuen Erlebnis. Angst vor Überraschungen sollte man jedoch nicht haben: Häufig sind keine Details zur angebotenen Küchenrichtung bekannt und die Speisekarten bleiben für die Gäste bis zur Eröffnung des Lokals geheim. Außergewöhnliche Locations auf Zeit zählen ebenso zu der vergänglichen Inszenierung wie speziell kreierte Menüs oder Dekorationen. Hohe Preise zu verlangen, die teilweise an klassische Gourmetrestaurants erinnern, mindern nicht das Verlangen, Teil dieser exklusiven kulinarischen „Experience“ oder „Sensation“ zu sein. Wichtig ist deshalb vor allem, dass der gute Ruf den nur kurzfristig verfügbaren Locations vorauseilt, denn die Bekanntheit der Pop-ups basiert grundlegend auf persönlicher Weiterempfehlung und Mund-zu-Mund-Propaganda.

Foodhallen

Foodhallen waren lange Zeit vergessen, nun kommen sie für 2019 mit geballter Kraft zurück. In vergangenen Jahrhunderten diente ein Marktbesuch dem Zweck, den Einkauf verschiedener Lebensmittel zentral erledigen zu können. Fisch und Fleisch wurde ebenso erworben wie Backwaren und Gemüse. Mit dem Aufkommen von Supermärkten rückte der eigentliche Zweck immer mehr in den Hintergrund. Heute handelt es sich bei den Anwesenden nicht mehr vermehrt um Einkäufer, sondern vielmehr um Besucher. Der Aspekt des reinen Einkaufs ist nicht mehr so wichtig, vielmehr steht der Genuss im Vordergrund. Foodhallen sind ein Ort zum Schlendern, Schauen und Probieren. Sie bestehen deshalb nicht mehr länger nur aus Verkaufsständen, sondern bieten auch immer mehr Möglichkeiten zum Verweilen, oder sind Teil eines Street Food Marktes. Häufig befinden sich kleine Restaurants in den Hallen, die zum Lunch oder Kaffee einladen. Die Zielgruppe hat sich ebenso gewandelt. Waren es früher zumeist Frauen, die für die wöchentlichen Einkäufe verantwortlich waren, so lassen sich in den Foodhallen mittlerweile auch viele Männer blicken, die ein Interesse an Lebensmitteln entwickelt haben. Die verstärkte Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung führt zum erneuten Aufblühen der Foodhallen. Immer mehr Menschen setzen wieder auf selbst zubereitete Gerichte mit natürlichen, frischen Zutaten. Diese Rückkehr zur ursprünglichen Küche bringt auch eine Rückkehr der Märkte mit sich. Denn auch wenn die Hallen vor allem Genießer anziehen, bieten viele Händler heute dort regionale Produkte aus dem Umland an. Besonders in größeren Städten, in denen es nicht so einfach ist, selbst Nahrungsmittel anzubauen, werden die Foodhallen wieder zum zentralen Anlaufpunkt – und ihrer ursprünglichen Funktion erneut treu.

Alternative Eiweißquellen

gouthaman-raveendran-41794-unsplash

Ein bewussterer Umgang mit Fleisch sowie anderen tierischen Produkten ist eines der großen Foodtrends in 2019. Tierische Proteinquellen stehen wie nie zuvor im Fokus der Diskussion, wenn es um bewusste und nachhaltige Ernährungsgewohnheiten geht. Aber Eiweiß braucht der Mensch, denn Proteine gehören zu den wichtigsten Bausteinen des Körpers. In Zeiten steigender Bevölkerungszahlen müssen daher dringend neue Quellen als Eiweißlieferanten her. Neue Superhelden für Vegetarier und Veganer sind pflanzliche Proteine wie Algen als Fischersatz, Pilze als Fleischersatz sowie Erbsen, Teff, Amaranth, Linsen und Soja. Für Menschen, die tierisches Eiweiß zu sich nehmen, sind Insekten eine Alternative. Sie kommen weltweit und nicht nur in Industrienationen vor. Insekten sind so gut wie frei von Kohlenhydraten und enthalten wenig Fett und Cholesterin. Heuschrecken zum Beispiel liefern mehr Eiweiß als Rindfleisch. In Thailand werden bereits seit 1999 Käfer, Raupen und andere Insekten gezielt für die Gastronomie gezüchtet. Generell blickt der Insektenverzehr in asiatischen Ländern auf eine lange Tradition zurück – im Gegensatz zu Deutschland, wo das Angebot noch überschaubar ist. Das wird sich in 2019 mit Sicherheit langsam ändern.

Sinah Titzmann / speisekarte.de

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

WeltverbEsserer-Wettbewerb Die Kreativagentur Branding Cuisine startet Deutschlands ersten Wettbewerb für nachhaltige Restaurantkonzepte. Bis zum 28.02.2019 können Restaurants u...
Wie viele Tierleben rettet mein Fleischverzicht? Wie viele Tierleben rettet mein Fleischverzicht? Ein Online-Rechner zeigt die Auswirkungen auf die Umwelt. 60 kg Fleisch pro Jahr Problematische Tie...
Ökologische Trinkhalme aus Stroh Die Hotels der Arena Hospitality Group in Deutschland und Ungarn verzichten künftig auf Strohhalme aus Plastik. Der Umwelt zuliebe! Müllvermeidung Z...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend