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Wie lassen sich Gäste überzeugen, Neues zu probieren? Woher kommen die Zutaten für die Lebensmitteln von morgen? Die Ernährungstrends im Überblick.

Diese 8 Ernährungstrends bestimmen die Zukunft

Datum: 10.05.2021Quelle: ProVeg | Bild: Unsplash.com | Ort: Berlin

Klimakrise, Volkskrankheiten, Tierwohl und, nicht zuletzt, Pandemien: Das Ändern der Essgewohnheiten trägt massiv dazu bei, einige der größten Probleme unserer Zeit zu lösen. Darin waren sich zumindest die mehr als 50 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einig, die am 28. und 29. April auf der internationalen New Food Conference über die Ernährung der Zukunft sprachen. Unter ihnen waren Josh Tetrick, CEO von Eat Just, Will Schafer von Beyond Meat, Rosie Wardle von Synthesis Capital, Stefan Nolte von Migros, Cecilia McAleavey von Oatly und viele andere mehr.

Doch wie lassen sich Konsumenten oder Gäste überzeugen, Neues zu probieren? Woher kommen die Zutaten für die Lebensmitteln von morgen? Die wichtigsten Trends im Überblick.

An diesen 8 Ernährungstrends führt künftig kein Weg vorbei

1. Pflanzliche statt tierische Proteine

Die Corona-Pandemie beschleunigt den Trend zu pflanzlichen Proteinen: Die Nutzung von Tieren für die Lebensmittelproduktion ist der größte Risikofaktor für das Entstehen von Pandemien. Damit wächst die Dringlichkeit, Fleisch, Milch und Eier aus der Wertschöpfungskette zu streichen. Bis 2035 wird jede zehnte Mahlzeit aus alternativen Proteinen bestehen, prognostiziert eine Studie von Boston Consulting und dem Investor Blue Horizon.

2. Pflanzliche Alternativen bieten vertraute Geschmackserlebnisse und Texturen

Neue Technologien und Inhaltsstoffe machen Plant-based immer besser: Um die breite Masse der Konsumenten zu erreichen, müssen pflanzliche Alternativen vertraute Geschmackserlebnisse, Texturen und Zubereitungsarten bieten. Möglich machen es neue Technologien und pflanzliche Inhaltsstoffe, vor allem auf Basis von Hafer und Soja. Weitere sind im Kommen, darunter etwa Erbsenprotein. Generell gilt: nachhaltig, gesund und natürlich soll es sein.

3. Fischalternativen sind das nächste große Ding

Was vor einigen Jahren der Veggie-Burger war, ist heute der vegane Fisch: Binnen der vergangenen Monate hat sich der Umsatz mit pflanzlichen Fischalternativen in Deutschland mehr als versechsfacht. Der Film „Seaspiracy“ über leergefischte und verschmutzte Meere verleiht pflanzlichen Fischstäbchen, Lachsfilets & Co. gerade zusätzlichen Auftrieb. Start-ups in aller Welt tüfteln an Fisch und Meeresfrüchten aus Zellkulturen oder pflanzlichen Proteinen.

4. Vegan sein allein reicht nicht

Alternativen sollen gut schmecken, clean und regional sein. Für nachhaltig orientierte Unternehmen ist Plant-based der Schlüssel, um ihre Klimaziele zu erreichen – und um die wachsende Nachfrage der Konsumenten zu bedienen. Insbesondere pflanzlicher Fisch und Käse sind angesagt. Der Anspruch an die Produkte wächst: in Sachen Geschmack, „saubere“ Zutatenlisten, regionale Herkunft – und erschwingliche Preise.

5. Fleisch aus Stammzellen

Vergangenen Dezember genehmigte Singapur als erstes Land den Verkauf von Fleisch aus Stammzellen, für das kein Tier geschlachtet werden muss. Noch allerdings liegt der Preis deutlich über herkömmlich erzeugtem Fleisch. Ändern kann das nur die Produktion im großen Stil. Und eine Politik, die die alte Fleischwirtschaft nicht länger stützt – und kultivierte Alternativen fördert.

6. Pflanzen statt Eier

Zum Eierlegen braucht man heute keine Hühner mehr: pflanzliche Produkte, ob flüssig oder als Pulver, ersetzen Ei in Omeletts, Panaden, Quiches und Kuchen. Möglich machen es alternative Proteine, etwa aus Erbsen, Kartoffeln, Lupinen oder Mungobohnen. Nordamerika ist derzeit der größte Markt, der Umsatz mit Ei-Alternativen hat sich 2019 fast verdreifacht.

7. Fleischalternativen für Fleischesser

Der Markt für Fleischersatzprodukte entwickelt sich dynamischer denn je. Nach Prognosen der Unternehmensberatung Kearney werden pflanzliche Alternativen bis 2030 rund ein Drittel der Fleischprodukte ersetzen. Rügenwalder Mühle, Marktführer in Deutschland, macht bereits heute mehr Umsatz mit Fleischalternativen als mit klassischem Aufschnitt oder Teewurst. Wichtigste Zielgruppe ist die stetig wachsende Zahl der Flexitarier.

8. Lösungen kommen aus der Lebensmittelindustrie

Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit und das Potenzial, den wachsenden Hunger der Weltbevölkerung auf ressourcenschonende Weise zu stillen. Sie finden Lösungen, auch wenn gesetzliche Beschränkungen noch bremsen. Je besser und erschwinglicher die neuen Produkte werden, desto leichter fällt es Verbrauchern und Gästen, ihr Verhalten zu ändern – und sich für Plant-based zu entscheiden.

Redaktion GastroInfoPortal

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