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Photo by Chris Ralston on Unsplash Wasser

Das richtige Wasser wählen

Datum: 17.08.2018Quelle: Inhalt: FET e.V. | Bild: Chris Ralston on Unsplash | Ort: Frankfurt am Main

In Deutschland gibt es ein breites Angebot an Wasser: Das Spektrum reicht u. a. von Tafelwasser bis zu natürlichem Mineralwasser sowie unserem Trinkwasser. Es gibt über 500 Mineralwässer sowie etwa 6.000 Wasserwerke in Deutschland. Doch was sind die Unterschiede zwischen den Wasserarten? In Deutschland regelt die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTVO), wie natürliches Mineralwasser und Tafelwasser beschaffen sein, abgefüllt, analysiert und gekennzeichnet werden müssen. In der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sind die gesetzlichen Anforderungen für Leitungs- bzw. Trinkwasser festgehalten.

Mineralwasser

Mineralwasser stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen und wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen. Es ist von ursprünglicher Reinheit – das heißt, es darf nichts entzogen und nichts hinzugefügt werden. Ferner ist es durch den Gehalt an verschiedenen Mineralstoffen charakterisiert. Mineralwasser muss in der Zusammensetzung und der Temperatur innerhalb natürlicher Schwankungen konstant bleiben. Zudem bedarf es einer amtlichen Anerkennung.

Tafelwasser

Tafelwasser ist in der Regel eine Mischung aus Leitungs- und Mineralwasser. Zudem dürfen natürliches salzreiches Wasser (Natursole) oder durch Wasserentzug im Gehalt an Salzen angereichertes natürliches Mineralwasser, Meerwasser, Natriumchlorid und Magnesiumchlorid enthalten sein. Es ist nicht an eine bestimmte Quelle gebunden und darf an jedem Ort hergestellt sowie abgefüllt werden. Tafelwasser dürfen Händler zudem über Zapfanlagen anbieten und in größeren Behältern transportieren. Im Gegensatz zu Mineral- und Quellwasser braucht es keine amtliche Anerkennung.

Gemeinsamkeiten

Beiden gemein ist, dass es als abgepacktes Wasser viel Energie für die Verpackung, den Transport und die Gewinnung verbraucht. Das Abfüllen in Plastik- bzw. PET-Flaschen stellt heute nicht nur in Anbetracht der Verschmutzung der Weltmeere ein großes Umweltproblem dar. Entgegen hartnäckiger Annahmen ist allerdings der Übergang von potenziellen Schadstoffen in der Verpackung ins Wasser vernachlässigbar.

Leitungs- bzw. Trinkwasser

Leitungs- bzw. Trinkwasser ist kein naturbelassenes Produkt, sondern wird technisch und chemisch aufbereitet. Es stammt zumeist aus Grund- und/oder Oberflächenwasser von Seen, Talsperren oder Uferfiltrat. Auch die Qualität unterscheidet sich von Ort zu Ort. Im Gegensatz zu Mineralwasser muss Leitungswasser nicht von natürlicher Reinheit sein. Es muss in der Regel aufbereitet werden, bevor es zum Verzehr geeignet ist. Dabei sind zahlreiche Behandlungsverfahren und chemische Zusätze erlaubt. Ist die Ausgangsqualität nicht gut genug, kann Leitungswasser mit Chlor behandelt oder zusätzlich durch Aktivkohle gefiltert werden.

Trotzdem gibt es hin und wieder Berichte von Verunreinigungen im Wasser. Auch besteht ein Risiko, dass Schwermetalle und andere Schadstoffe aus Wasserrohrleitungen ins Wasser übergehen. Im Gegensatz zu Mineral-und Tafelwasser sind daher für Trinkwasser weitere Grenzwerte gesetzlich geregelt. Auf der anderen Seite ist es im Vergleich zu abgepacktem Wasser deutlich umweltschonender und kostengünstiger.

Welches Wasser ist besser?

Aus gesundheitlicher Sicht gibt es sowohl für abgepacktes Mineral-und Tafelwasser als auch für unser Trinkwasser verschiedene Vor- sowie Nachteile. Abgepacktes Wasser ist ein Naturprodukt mit einem charakteristischen Mineraliengehalt. Es darf nicht verändert werden und muss unter normalen Umständen in der Zusammensetzung konstant bleiben. Dafür ist es relativ teuer. Leitungswasser ist zwar kostengünstig, besitzt aber einen meist unbekannten Mineraliengehalt. Es wird chemisch und technisch aufbereitet und kann – wenn auch sehr selten – mit verschiedenen Schadstoffen und Schwermetallen belastet sein.

Und was den Mineraliengehalt anbetrifft: laut Experten sind gesunde Menschen nicht auf die Mineralien im Wasser angewiesen. Die Zufuhr über die Nahrung sollte den jeweiligen Bedarf decken. Lediglich bei einigen Krankheitsbildern wie Osteoporose oder Magen-Darm-Erkrankungen kann ein hoher Gehalt an bestimmten Mineralstoffen wie Kalzium von Vorteil sein.

Aus umweltwissenschaftlicher Perspektive ist Leitungswasser klar im Vorteil und verbraucht mit Abstand die wenigsten Ressourcen. 80 % des abgepackten Wassers sind aus Kunststoff, das nur zum Teil recycelt wird. Selbst Glas ist relativ Energieaufwendig in der Wiederaufbereitung. Wer sich dennoch hierfür entscheidet, kann zumindest auf regionale Angebote zurückgreifen, um unnötige Transportkosten zu sparen.

Weitere Infos gibt es bei der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention.

Sina Fürch / Gastroinfoportal

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