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Gemüsemuffel Colourbox

Wenn Kinder Gemüsemuffel sind

Datum: 05.07.2018Quelle: Inhalt: BLE | Bild: Colourbox.de | Ort: Bonn

„Das Gemüse ess‘ ich nicht!“ Das hören Eltern öfter am Esstisch und fragen nach, was sie tun können, wenn der Nachwuchs sich strikt weigert, Gemüse zu essen. Viele Eltern machen sich Sorgen, wenn auf dem Kinderteller ständig Bohnen, Brokkoli oder anderes Gemüse unberührt bleiben. Sie befürchten, ihr Nachwuchs bekommt nicht genug Vitamine und gewöhnt sich ein schlechtes Essverhalten an. Doch Sie können die Eltern beruhigen, denn meist sind die Ängste unbegründet. Es ist ganz normal und gehört zur Entwicklung dazu, dass Kinder phasenweise sehr einseitig essen und nur wenige Gemüsearten mögen. Solange sich die Kleinen altersgerecht entwickeln, fit und aktiv sind, besteht bei einseitigem Essverhalten kein Grund zum Verzweifeln.

Tipps für die Eltern

Kleinkinder merken schnell, wie besorgt Eltern sind, wenn sie Gemüse verweigern. Eltern sollten sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und Essen möglichst nicht thematisieren. Es bekommt sonst einen zu hohen Stellenwert. Je mehr die Eltern die Kinder zum Gemüseessen drängen, desto mehr Stress entsteht am Tisch. Essen sollte jedoch vor allem Spaß machen. Wichtig sind regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten in ruhiger und entspannter Atmosphäre. Stress, der durch Zwang entsteht, ist hier fehl am Platz. Stattdessen sind viel Geduld und Durchhaltevermögen gefragt.

Motivieren Sie die Eltern, gelassen zu bleiben und das Essverhalten nicht ständig zu thematisieren, sondern eine angenehme und positive Situation am Esstisch zu schaffen. Eltern sind für ihre Kinder das wichtigste Vorbild, die sie gerne imitieren. Statt darüber zu reden, ist es ratsam zu zeigen, dass Gemüse selbstverständlich zu Mahlzeit dazugehört und lecker schmeckt. Wenn Eltern ihren Nachwuchs zum Probieren motivieren und akzeptieren, dass sie auch nichts oder nur eine kleine Menge davon essen möchten, trägt das bereits zu einem entspannteren Essalltag bei.

Nicht aufgeben

Es hilft auch, das abgelehnte Gemüse nicht gleich vom Speiseplan zu streichen, sondern immer wieder anzubieten. Die Geschmacksvorlieben der Kinder ändern sich und an manche Geschmacksrichtungen gewöhnen sie sich erst. Manchmal reicht es aus, das Gemüse auf eine andere Weise zuzubereiten, z. B. als Happen mit einem Dipp oder püriert als Soße. Es spricht nichts dagegen, wenn Eltern eine Zeit lang häufiger das Lieblingsgemüse des Kindes auf den Tisch bringen und es unterschiedlich zubereitet anbieten. Ab und zu lässt es sich mit neuem Gemüse kombinieren.

Mitmachen weckt Interesse – gerade bei den Kleinen. Empfehlen Sie den Eltern, ihren Nachwuchs schon frühzeitig in die Mahlzeitengestaltung einzubeziehen. Das kann bereits beim Gemüseanbau im Garten oder auf dem Balkon beginnen, über den gemeinsamen Einkauf bis hin zum gemeinsamen Schnippeln von Gemüse und kochen. Vielleicht nascht das Kind schon bei der Zubereitung etwas Gemüse und ist zumindest stolz auf das selbstgemachte Essen. Auch wenn Kinder nicht gleich zum Gemüsefan werden, greifen auch sie früher oder später zum Gemüse. Sollten sich Eltern allerdings längerfristig Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen, ist es ratsam einen Kinderarzt aufzusuchen.

Sina Fürch / Gastroinfoportal

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