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Verband der Fachplaner BU Vorstand

Vorstand – Werke – Visionen

Datum: 18.06.2018Quelle: Inhalt: VdF | Bilder: Kirchner/VdF | Ort: Berlin

Der neue alte Vorstand des Verbands der Fachplaner blickte bei der 35. VdF Fachtagung am 15. Juni in Berlin erfolgreich zurück und optimistisch in eine digitale Zukunft.

Zwei Fachpublikationen, eine stetig steigende Mitgliederzahl, davon etliche Nachwuchskräfte – der Vorstand des Verbands der Fachplaner blickte bei der Mitgliederversammlung und anschließenden Fachtagung am 14. und 15. Juni in Berlin auf vier erfolgreiche Jahre zurück. Kein Wunder, dass der sechsköpfige Vorstand um den Vorsitzenden Carsten Zellner für die nächsten vier Jahre wiedergewählt wurde.

Sie ziehen die Fäden des VdF als Vorstandsmitglieder und in der Geschäftsstelle (v. l.): Jeannine Thurmann (Assistenz der Geschäftsstellenleitung), Ralf Lentwojt (Vertreter der Fördermitglieder), Hans-Peter Nollmann (Vorstandsmitglied), Carsten Zellner (Vorstandsvorsitzender), Bernd Helfer (Vorstandsmitglied), Thorsten Kretzschmar (Vorstandsmitglied), Susanne Vagts (Geschäftsstellenleitung), Alfred Mueller (Ehrenpräsident), Peter Triebe (Vorstandsmitglied)

Höchststand bei Mitgliedern

Die Mitgliederzahl hat 2018 einen historischen Höchststand von 254 erreicht. „Damit sind wir der größte Verband dieser Art in Deutschland“, resümierte Vorstandsvorsitzender Carsten Zellner zufrieden. „Angesichts des steten Zulaufs scheinen wir in den letzten vier Jahren vieles richtig gemacht zu haben“, ergänzte er. Die Mitgliederzahl erhöhte auch die Schlagkraft des Verbands, z. B. im Form diverser Arbeitsgruppen. Zwei Arbeitsgruppen haben ihre Ergebnisse 2018 sogar als Fachpublikationen zu Papier gebracht.

Leitlinie Fußboden

Der technischen Richtlinie VdF 070 „Fußboden in der Großküche“ prophezeite Carsten Zellner selbstbewusst künftig den Status eines Standardwerks in diesem Bereich. Sie ergänzt die Abdichtungsnorm DIN 18534, basiert aber auf einem der Hauptprobleme, das Fachplaner und ihre Klientel seit Jahren umtreibt: „Acht von zehn Projekten bei uns sind auf undichte Böden und entsprechende Gebäudeschäden zurückzuführen“, veranschaulicht Carsten Zellner die Ausgangslage. Die Sanierungskosten dafür sind immens. Die Leitlinie soll dazu beitragen, dem im Voraus zu begegnen. Sie ist für 119 E zzgl. Mehrwertsteuer direkt beim VdF erhältlich: https://www.vdfnet.de/fussbodenrichtlinie/

Die VdF-Arbeitgruppe „Fußboden“ rund um die Vorstandsmitglieder und Initiatoren Bernd Helfer (3.v.r.) und Thorsten Kretzschmar (1.v.r.) hat die neue technische Richtlinie VdF 070 „Fußboden in der Großküche“ vorgestellt.

Praxishandbuch Gemeinschaftsgastronomie professionell steuern

Ergebnis der zweijährigen Arbeit einer VdF-Arbeitsgruppe ist das Praxishandbuch „Gemeinschaftsgastronomie professionell steuern“, das kürzlich im Behr’s Verlag erschienen ist. Thematisch behandelt es die Bereiche Personal, Einkauf und Technik. Der Fachordner gilt als „lebendes Werk“ und wird regelmäßig ergänzt.

Druckfrisch im Behr’s Verlag ist das Praxishandbuch „Gemeinschaftsgastronomie professionell steuern“ erschienen. Beteiligt an der Erarbeitung waren die VdF-Mitglieder (v.l.): Bernd Helfer, Ulrich Seidel, Andreas Giel sowie die nicht anwesenden Clemens Westhäuser, Manfred Ronge, Marcus Seidl sowie Niels Törkel.

Datenbanken

Eine weitere Verbandsaktivität der vier letzten Jahre ist die Produktdatenbank. Dabei handelt es sich um eine nur für VdF-Mitglieder einsehbare Plattform, auf der die Datenblätter verschiedener Herstellerprodukte gebündelt hinterlegt sind.

In den finalen Zügen befindet sich zudem eine Datenbank, in welcher Bauherren, Architekten oder Küchenleiter gezielt nach Fachplaner suchen können – gefiltert nach Region und Kernkompetenz.

Feuer Wasser Digital

Moderator Thomas Hertach

Die 35. VdF-Fachtagung gruppierte diverse Vorträge unter dem Motto „Feuer Wasser Digital“. Gleich zwei Referate widmeten sich dem Thema BIM, auch wenn dies derzeit nicht das drängendste Thema für Fachplaner sei, wie Carsten Zellner relativierte. „Hier wurde und wird vieles hochgekocht“, betonte er. Seine Aussage gründete er u. a. auf persönliche Gespräche der Vorstandsmitglieder mit den einzelnen Bauämtern der Länder. „Die sind noch nicht soweit.“ „Auch wenn wir erst 30 % unserer Projekte mit BIM machen, liegt darin die Zukunft“, prophezeiten Christian Meißner und Christian Schleupner von Profi-tabel Resultants. Sie gaben einen anschaulichen Ausblick darauf, was BIM praktisch für Bauprojekte bedeutet. Die rechtlichen Besonderheiten erörterte Dr. Robert Elixmann von Kapellmann und Partner Rechtsanwälte.

Beamen ist Realität

„Beamen ist bereits Realität“, betonte Prof. -Ing. Nicolai Bensheim von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. „Sie müssen nur vergessen, dass Sie gerade an Ort A sind und nicht an dem Ort, den Sie in Ihrer virtual reality-Brille sehen“, begründete er im Rahmen seines Vortrags rund um augmented reality und virtual reality. Markus Kiesel von CMC-Kiesel relativierte allerdings die derzeitige Anwendbarkeit. „Die Techniken sind noch nicht ganz ausgereift und eher für Präsentationen oder das Marketing geeignet.“ Allerdings sieht er darin viel versprechende Möglichkeiten, z. B. für die Kollisionsprüfung bei Planungen, das Mitarbeitertraining oder die Fernwartung.

Weniger schlecht ist nicht gut

Highlight der Tagung war der Vortrag von Prof. Dr. Michael Braungart zum Thema „Cradle to Cradle als Innovationschance für Fachplaner“. Schonungslos konfrontierte er das Plenum mit versteckten Umweltgiften, wie Druckerfarbe in recycelten Pizzakartons. „Die Luft in Gewerbeküchen ist drei- bis achtmal schlechter als unsere mit Feinstaub und Co. belastete Außenluft“, erläuterte er als Branchenbeispiel. Sein Ziel: Eine neue Form von Nachhaltigkeit aufzuzeigen. „Etwas ein bisschen weniger schlecht zu machen, ist nicht das Richtige. Schließlich ist es egal, ob Sie statt 70-mal nur noch 50-mal erschossen werden“, betonte er. Sein Ansatz: „Wir müssen die Dinge komplett neu denken – und zwar positiv; nicht bestimmen, was nicht drin sein soll, sondern bestimmen, was drin sein soll.“

Die vielen Umweltgifte gründen seiner Meinung nach auf der Billig-Mentalität. Er appellierte zu einem stärkeren Qualitätsdenken. Ein Weg von vielen wäre z. B. ein „neues Bio“. Die bestehenden Bio-Siegel führen zu viele Ausnahmeregelungen z. B. in Bezug auf Düngung. Das bedinge auch fortschrittliche Technologien und Formen wie die urbane Agrarwirtschaft und die vertikale Landwirtschaft, so sein Ausblick in die Zukunft unserer Nahrungsmittel.

Claudia Kirchner/Redaktion GVmanager

Sina Fürch / Gastroinfoportal

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