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Gratis-Essen wird geschätzt

Datum: 10.08.2022Quelle: VDSKC | Bild: Colourbox.de | Ort: Berlin

Die Stadt Berlin stellt Grundschülern an allen Werktagen ein kostenfreies Mittagessen. Doch wird das von den Kindern auch wertgeschätzt?

An den Berliner Grundschulen gibt es für die Kinder ein kostenfreies Mittagessen. Die Mitglieder des Verbands deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) kochen täglich 90.000 Menüs und stellen so sicher, dass alle Kinder mit gesunden Bio-Speisen versorgt werden – unabhängig vom Einkommen und Engagement der Eltern.

Falsche Gerüchte

Doch das engagierte Projekt zur sozialen Gleichstellung hat auch Gegner: Gerüchte wurden laut, dass die Kinder das kostenfreie Mittagessen nicht zu schätzen wissen. Angeblich komme es vermehrt zu Speiseresten, die im Müll landen. Bis zu einem Viertel wird angeblich nicht verzehrt.

Gleichheit in schweren Zeiten

Der VDSKC widerspricht diesen Behauptungen in einem Beitrag auf seiner Website und betont die Vorteile, die ein kostenfreies Mittagessen für die Kindern hat. Ralf Blauert, erster Vorsitzender des VDSKC, bezieht Stellung:

„Das Gesetz für ein kostenfreies Mittagessen in den Berliner Grundschulen ist beispielgebend für alle anderen Bundesländer und sollte ausgeweitet werden. Diskussionen über die Abschaffung dieses wichtigen Bausteins der Bildungsgerechtigkeit sind völlig fehl am Platz. Besonders in Zeiten von steigenden Lebensmittelpreisen und Inflation.“

Gründe für Essensreste

Der VDSKC gibt zu, dass durchaus Speisereste entsorgt werden müssen. Die Menge ist im Vergleich zur Zeit des kostenpflichtigen Schulessens jedoch gleichgeblieben. Folgende Gründe für Speisereste bestanden schon, bevor es ein kostenfreies Mittagessen gab:

  • 20 Tage Vorlaufzeit für Bestellungen (gilt insbesondere für die in Berlin zu verwendende Bio-Ware)
  • nicht kalkulierbare Ereignisse wie Krankheit, das Ausfallen von Stunden, abweichende Pausenzeiten
  • pauschale Vorgaben zur Essensmenge pro Kind von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
  • Mangel an Zeit und ausreichenden Sitzplätzen, zu wenig Betreuungspersonal während des Essens an einigen
  • unzureichende Kommunikation mancher Schulen: Termine für Klassenfahrten und Sportfeste werden nicht rechtzeitig weitergeleitet

Diese Gründe führen dazu, dass es in der Spitze zu 25 Prozent Abfällen kommen kann. Die Probleme bestehen unabhängig vom Preis des Essens und sind heute ebenso aktuell, wie bevor es ein kostenfreies Mittagessen gab, heißt es in der Stellungnahme.

Redaktion GastroInfoPortal

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