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Bioprodukte

Reutlingen: Bioprodukte in Kitas

Datum: 24.08.2018Quelle: Inhalt: Oekolandbau.de, Foto: Andreas Greiner | Ort: Reutlingen

In ihrem Verpflegungsangebot der Tageseinrichtungen für Kinder hat die Stadt Reutlingen in den vergangenen Jahren den Anteil der Bioprodukte beim Mittagessen sowie beim Frühstück und Imbiss sukzessive erhöht. Aktuell werden in den zwei städtischen Kitas mit eigener Küche beim Mittagessen 45 % Bioprodukte eingesetzt. Diese städtischen Kochküchen beliefern noch drei weitere Kitas. In Tageseinrichtungen, die das Mittagessen vom Caterer bekommen, liegt der Bio-Anteil bei 20 %. Beim Frühstück und Imbiss kommen bereits bei 100 % Biolebensmittel auf den Tisch.

Das konnte in einem längeren Prozess und in wohldosierten Schritten erreicht werden. Angefangen hatte es in den Jahren 2000 bis 2002 damit, dass in den eigenen Kochküchen die ersten Milch- und Milchprodukte auf Bio umgestellt wurden und dann saisonales Obst- und Gemüse in Bioqualität zum Einsatz kamen. Es folgten die Fleisch- und Wurstwaren sowie die Backwaren für das zweite Frühstück und den Imbiss. 2012 konnte dann ein regionaler Lieferservice-Betrieb dazu gewonnen werden, für die Tageseinrichtungen der Stadt Reutlingen eigene Touren einzurichten und sich auch im Sortiment auf diese Zielgruppe eingestellt hat. Der Stadt als Träger der Einrichtungen kam dabei eine entscheidende Rolle zu.

Koordination durch die Stadt

„Das funktioniert nur, wenn die Verwaltung hinter der Idee steht“, bekräftigt Ursula Straubinger, „und den Prozess zentral steuert.“ Sie ist die hauswirtschaftliche Betriebsleiterin für den Bereich der Tageseinrichtungen für Kinder in der Stadt Reutlingen. Denn neben der Suche nach geeigneten Lieferanten kommt es vor allem darauf an, die Nachfrage und das Angebot für Bioprodukte in der Region zu bündeln. Für einen Bio-Lieferservicebetrieb ist es nicht wirtschaftlich, nur für wenige einzelne Kitas eine eigene Tour einzurichten und auf allerlei Sonderwünsche, wie Produkte für Allergiker einzugehen. Doch wenn eine Mindestmenge an Nachfrage erreicht wird, entsteht für beide Seiten eine Win-win-Situation. Inzwischen beteiligen sich alle 48 Tagesstätten, die Frühstück und Imbiss anbieten, an diesem Modell.

Von Bioprodukten überzeugen

Der Bio-Lieferant ist heute für die Kitas ein kompetenter Partner und wickelt für die Einrichtungen auch die Formalitäten für das Schulprogramm ab. Kindergruppen sind jederzeit bei ihm willkommen, um den Betrieb kennen zu lernen. Bei Elternabenden, wo es um die Umstellung des Frühstücks für die Einrichtungen geht, ist der Lieferant immer mit dabei. Er stellt seinen Betrieb vor und präsentiert Kostproben aus dem ökologischen Anbau. Die Anwesenheit des Lieferanten ist immer sehr hilfreich, um die Eltern zu überzeugen, dass Bioprodukte einfach intensiver schmecken als Produkte aus konventionellem Anbau.

Am Ende des Tages können durch gute Kooperationen für alle Beteiligten Synergien gewonnen werden, die auch einen wirtschaftlichen Einsatz von Bioprodukten in der Kita-Verpflegung ermöglichen. So zahlen die Eltern für ein Frühstück in 100 % Bio-Qualität zurzeit 15 € pro Monat (bei 20 Tagen entspricht das 0,75 € pro Tag und Kind) und 70 € im Monat für die Mittagsverpflegung (entspricht 3,50 €).

Empfehlungen für die Praxis

Einige zentrale Faktoren sind entscheidend für den Erfolg:

  • Träger muss hinter der Idee stehen
  • Von Beginn an pädagogische und hauswirtschaftliche Mitarbeiter mit ins Boot holen
  • Zentrale Steuerung durch die Verwaltung
  • Auswahl geeigneter Lieferanten
  • Bündelung der Nachfrage und des Angebots
  • Mit Pilotprojekt starten, um Erfahrungen zu sammeln
  • Begleitung durch Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Elternabende)

www.oekolandbau.de

Mareike Knewitz / Gastroinfoportal

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