x
"ÖkoHuhn" Jason Leung on Unsplash

Forschungsprojekt “ÖkoHuhn”

Datum: 22.10.2018Quelle: Inhalt: BLE | Foto: Jason Leung on Unsplash | Ort: Bonn

Wie kein anderer Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist die Haltung von Geflügel von starkem medialem, aber auch fachlichem Interesse. Die Kritik am “Hybridhuhn” betrifft Fragen der Züchtung oder der Haltungsformen. Hahn und Henne sind die biologische Realität; die ökonomischen Zwänge machen den männlichen Teil der Schar jedoch zu Abfall. Hier muss Abhilfe geschaffen werden.

Die Halterinnen und Halter von Legehennen einschließlich der vor- und nachgelagerten Betriebszweige der Zucht, Vermehrung und Vermarktung sind aufgefordert, innovative Wege zu gehen und ihr landwirtschaftliches Tun daran auszurichten. Eine Möglichkeit dem Dilemma zu entkommen, bietet die Zucht klassischer Zweinutzungsrassen.

Hier hat der Ökolandbau mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über das Bundesprogramm ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) eine Vorreiterrolle übernommen. Mit einem Forschungsprojekt “ÖkoHuhn”, der Konzeption einer Ökologischen Hühnerzucht, wurden dazu erste Schritte im Bereich der Züchtung getan. Als Projektnehmer bilden Bioland Beratung GmbH, die Ökologische Tierzucht gGmbH und die Hochschule Eberwalde ein Konsortium, das dieses Projekt durchführt.

“ÖkoHuhn” für Veränderung

Um ein Zweinutzungshuhn in Produktion zu bringen, braucht es zunächst Informationen zu brauchbaren und verfügbaren Rassen oder genetischen Linien. Aufgrund der züchterischen Ausrichtung der Geflügelzucht der letzten 50 Jahre startet das Vorhaben sozusagen bei Null. Wissen, Kenntnisse und Erfahrungen mit alternativen Rassen und Genetiken liegen nicht mehr vor oder sind veraltet und nicht mehr repräsentativ.

Hier setzt das Projekt “ÖkoHuhn” an. In einem umfangreichen Testszenarium werden Hähne und Hennen aus bäuerlichen Zuchten und dem Rassegeflügelspektrum auf Herz und Nieren getestet. Die umfangreichen Leistungsprüfungen auf Legeleistung und Zunahmen, kombiniert mit weiteren Merkmalen, die den ökologischen Landbau auszeichnen, sind zusammengenommen das Herzstück des Projektes. Hier werden sowohl die Aspekte einer Biofütterung als auch eine konsequent tiergerechte Haltung als wesentliche Faktoren des Ökolandbaus in die Prüfumgebung integriert, eine sogenannte “100 % Öko–Leistungsprüfung” also.  Das Projekt prüft die zehn vorausgewählten genetischen Herkünfte (Rassen) und deren Kombinationen auf ihre Eignung.

Der logistische Rahmen

Viele Züchterinnen und Züchter und Betriebe bringen hier Tiere in die Tests ein oder sind Teil einer zu entwickelnden Infrastruktur, in der weiterzuführende Tests und Leistungsprüfungen durchgeführt werden. Im Weiteren müssen in diesem logistischen Rahmen künftig die Tiere gezüchtet und aufgezogen werden, die für den Eier- oder den Geflügelfleischproduzenten verfügbar sein müssen. Wie die weitere Zuchtarbeit danach aussieht, bedarf der weiteren Planung. Grundlage dieser Weiterentwicklung wird jedoch weiteres permanentes Testen und das Ausprobieren neuer Alternativen sein.

Für die Entwicklung und Etablierung einer ökologischen und ökonomisch erfolgreichen Geflügelzucht sind mit dem Projekt jedenfalls die Grundlagen gesetzt. Es kommt zu einer Wiederbelebung partizipativer Zuchtstrukturen, in der einzelne eigenständige Betriebe, Landwirtinnen und Landwirte sowie Züchterinnen und Züchter mitwirken.

Sina Fürch / Gastroinfoportal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Certified Star-Award 2018 Am Abend des 14.November werden im Kongresshotel Potsdam wieder die besten Häuser aus der Certified-Familie ausgezeichnet. Das Kundenvoting für die Ka...
Happy Birthday, Transgourmet Seafood! Der Großhändler für Fisch und Meeresfrüchte feiert diesen Monat sein zehnjähriges Bestehen. 2008 in Bremerhaven gegründet, ist das Unternehmen unter d...
Foodwatch mahnt Landliebe ab "Der Molkereikonzern Landliebe und die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW stellen gesüßte Schulmilch trotz ihres Zuckergehalts als gesund dar -...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend