Iss Dich clever

Datum: 28.10.2014Quelle: Kirstein Ort: München

Mit dem Projekt „Iss Dich clever“ lehrt B. Sc. oec. troph. Anna-Marisa Kirstein Münchner Grundschulkindern, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist. Was sich dahinter verbirgt und welche Chancen das Projekt bei Schülern aufdeckt, hat sie im Gespräch verraten.

Frau Kirstein, wie muss man sich den Ernährungsunterricht im Rahmen Ihres Projekts Iss Dich clever vorstellen?

Insgesamt gliedert sich das Projekt in vier Bereiche: Ernährungstheorie inklusive Kocheinheiten, Sinnesschulungen und Bewegungseinheiten. In der Ernährungstheorie behandeln wir verschiedene Themen, z. B. Kohlenhydrate, Eiweiße, Obst und Gemüse sowie Fette und Gewürze. Bei der Einheit Kohlenhydrate lernen die Kinder z. B. Lebensmittel nach Nährstoff- und Energiegehalt sowie Zuckeranteil richtig einzuordnen- Wir zeigen ihnen praktisch, wie viel Zucker in einem Glas Nutella oder einer Cola steckt.

In unseren Sinnesschulungen verkosten die Kinder z. B. Regionales und tropisches Obst, verschiedene Brotsorten unterschiedlicher Herstellung sowie Gewürze und beschreiben, ob die Lebensmittel eher süß, salzig, bitter oder sauer schmecken.

Zeigen die Schüler ein reges Interesse am Unterricht?

Die Schüler sind sehr aufgeschlossen gegenüber dem Projekt. Sie sind teilweise erstaunt, wenn wir gemeinsam Lebensmittelfakten aufdecken oder ihnen erklären, dass es auch Ziegenmilch und nicht nur Kuhmilch gibt oder das ein Huhn nur ein Ei pro Tag legt. Sie machen sich Gedanken darüber, dass in einem Glas Nutella 84 Zuckerwürfel enthalten sind und ermahnen sich selber, wie viel Nutella sie zuhause eigentlich essen.

Worüber sich alle Kinder freuen, ist das gemeinsame Kochen in den Unterrichtseinheiten zur Ernährungstheorie. Hier bereiten wir passend zu den behandelten Themen wie Kohlenhydrate oder Eiweiß z. B. Gerichte mit Haferflocken bzw. Linsen zu. Natürlich gibt es auch immer Kinder, die zunächst nicht probieren wollen. Manche lassen sich aber auch vom Geschmacksurteil ihrer Mitschüler oder mir anstecken und möchten dann doch probieren.

Gibt es etwas, wo Sie großen Nachholbedarf bei den Kindern sehen?

In einer Unterrichtseinheit geht es darum, dass die Kinder anhand von Fotos, auf denen z. B. Schnitzel oder Hamburger abgebildet sind, die dahinter steckenden Tiere richtig zuordnen. Hier fehlt es definitiv an Wissen. So denken die meisten Kinder z. B., dass ein Hamburger aus Schweinefleisch hergestellt wird. Der Bauernhof stellt hier einen idealen Ort dar, an dem die Kinder wieder in Kontakt mit Kühen, Schweinen und Hühnern kommen können.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

  

Hier geht es zum ausführlichen Interview im Fachmagazin Schulverpflegung.

Gastroinfoportal

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