x
Eine Umfrage des VDSKC bestätigt: Schul- und Kitacaterer trifft die Krise besonders schwer. Sie beklagen starke Umsatzeinbuße und mangelnde Perspektiven. Nach zehn Jahren passt die Stadt Hamburg die Beiträge für das Schulessen an. Ab Februar 2022 beträgt der Höchstpreis für das Schulessen dann 4,00 Euro.

Hamburg streicht Schulessenzuschuss

Datum: 13.01.2022Quelle: VDSKC | Bild: Colourbox.de | Ort: Berlin

Der Hamburger Senat hat beschlossen, seine Subventionen für vergünstigtes Schulessen nicht fortzuführen. Für Eltern fallen damit ab 1. Februar 2022 etwa 50 Cent Mehrkosten pro Essen an. Betroffen sind 40.000 schulpflichtige Kinder, deren Teilnahme am Mittagessen gefährdet ist. Der Verband deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) kritisiert die Entscheidung und fordert ein grundsätzliches Umdenken.

Mehrbelastung für Familien

Der Beschluss des Hamburger Senats fällt in eine denkbar ungünstige Zeit: Corona-Beschränkungen belasten die Gastronomie seit zwei Jahren übermäßig stark, die Inflation erreichte mit 5,3 Prozent im Dezember 2021 einen neuen Höchstwert, insbesondere die Preise für Energie und Lebensmittel sind zuletzt gestiegen. „Wir blicken mit völligem Unverständnis auf die Entscheidung“, sagt Ralf Blauert, 1. Vorsitzender des VDSKC. „Gerade für Familien mit mehreren Kindern ist ein Preissprung von mehr als 14 Prozent pro Mittagessen eine inakzeptable Mehrbelastung.“ In Hamburg profitierten zwei Drittel aller Essenskinder von der städtischen Bezuschussung, die erst Anfang 2020 – kurz vor der Bürgerschaftswahl – eingeführt wurde.

Soziale Preisstaffelung in Grundschulen

Mit der sozialen Preisstaffelung, die in Hamburger Grundschulen angewendet wird, hat die Stadt ein sinnvolles und erprobtes politisches Mittel an der Hand. Die sogenannte Sozialstaffel bezuschusst für Kinder der Klassen 1 bis 4 das Essen in Abhängigkeit vom Einkommen der Eltern. Das Geld dafür stammt aus Haushaltsmitteln der Hansestadt. Für ebenso viele Kinder trägt der Bund im Rahmen des Starke-Familien-Gesetzes die Kosten des Mittagessens. Das Ergebnis der hohen Zuschussquote ist eine fast einhundertprozentige Essensbeteiligung bei den Grundschulkindern. Ab Klasse 5 fallen alle Unterstützungen weg und bewirken ein deutliches Absinken der Essensquote.

Weitere Essensabmeldungen befürchtet

Hamburger Cateringunternehmen befürchten nun einen weiteren Anstieg an Essensabmeldungen. Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Zahlen der teilnehmenden Schüler rückläufig. „Der Zugang zu einer ausgewogenen, warmen Mahlzeit für jedes Schulkind muss niederschwellig sein und sollte nicht vom Einkommen der Eltern abhängen“, findet Ralf Blauert. Der Verband setzt sich daher bundesweit für eine komplette Kostenübernahme der Schulverpflegung ein.

Redaktion GastroInfoPortal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kongress für klimaneutrale Schulen – #spürba... „Das Klima ändert sich. Das müssen wir auch!“ Junge Menschen fordern nachdrücklich eine Änderung der Politik und der Lebenshaltung aller Menschen. D...
Kaufkraft der Deutschen steigt 2022 GfK prognostiziert für das Jahr 2022 eine Kaufkraftsumme von 2.062,8 Milliarden Euro für Gesamtdeutschland. Das sind pro Kopf nominal 4,3 Prozent und ...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend