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Energieeffizienz in der Ausschreibung

Datum: 27.11.2020Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bilder: Privat, Colourbox.de | Ort: München

Aller Ausführlichkeit und allen Kriterien zum Trotz: Der Preis ist bei der Ausschreibung neuer Profiküchentechnik meist das schlagende Argument. Mittels Ausschreibungsmatrix kann man das ändern.

Bernd Helfer vom Augsburger Ingenieurbüro helfer.plan und Vorstandsmitglied des Verbands der Fachplaner VdF e.V. hat eine solche schon vor Jahren erstmals eingesetzt: für die 2014 neu eröffnete Mensa der Grundschule der Gemeinde Unterföhring bei München.

Das innovative Projekt war damals eine Win-win-Situation für Planer und Bauherr. So resümierte Stefan Kammermeier, Projektleiter von Seiten der Gemeinde Unterföhring, die seit Jahren besondere Wege geht, was die Energieversorgung betrifft:

„Ich habe die neue Matrix als faires System empfunden, da es die Hersteller mehr in die Verantwortung nimmt, was Energieeffizienz angeht – und genau das wollten wir fördern.“

So fand Bernd Helfer einen mutigen Verbündeten im Versuch bei der Ausschreibung einen Schritt weiter in Richtung Energieeffizienz zu gehen als bisher üblich:

Energieeffizienz Ausschreibung Profiküchen
Bernd Helfer vom Ingenieurbüro helfer.plan

„Leider bedeutet energiesparende Technik meist eine entsprechend höhere Anfangsinvestition, was uns den Vorwurf einbringt, uns geht es nur ums Honorar und nicht um die tatsächliche Energieeinsparung und CO2-Reduktion.“

Folglich hat er eine Matrix entwickelt, die den Preis und die Energieeffizienz der Angebote miteinander koppelt. Wenn also jemand energieeffiziente Geräte anbietet, die wenig Strom brauchen – nicht zu verwechseln mit den Anschlusswerten – dann bekommt er mehr Punkte und kann damit auch etwas teurer sein. Folglich gilt nicht mehr nur der Preis als Zuschlagskriterium.

  • Woran hat sich Bernd Helfer bei der Entwicklung der Ausschreibungsmatrix orientiert?
  • Welche Rolle spielten dabei der Schweizer ENAK und die DIN 18873?
  • Wie wurden die theoretischen Technikwerte auf die praktische Speisenproduktion heruntergebrochen?

Mehr dazu lesen Sie im GVMANAGER 10/2014 ab S. 51.

Wer den – wie Bernd Helfer zugibt – erheblichen Aufwand scheut, ebenso wie die Gefahr, dass derartige Ausschreibungen angefochten werden und den Bau verzögern, für den hat der Fachplaner heute – sechs Jahre später – einen kleinen Trost:

„Andere Prozesse, wie Lüftung und vor allem Kältetechnik, schlagen bei guter Planung wesentlich mehr zu Buche, als die potenziellen Einsparungen bei Koch- und Spültechnik. Zudem wiegt die praktische Nutzung durch geschultes und sensibilisiertes Personal in Sachen Energieeffizienz – meinem Bauchgefühl und meinen Erfahrungen zufolge – schwerer als das beste Gerät.“

Sie sind auf der Suche nach zertifizierten technischen Daten? Hier gelangen Sie zur Datenbank von HKI Cert für Großküchentechnik.

Claudia Kirchner / Redaktion GVMANAGER

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